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Füchse räumen auch Dresden aus dem Weg

Umkämpftes Derby: Füchse-Stürmer Marius Schmidt (l.) im Duell mit Lucas Dumont.
Umkämpftes Derby: Füchse-Stürmer Marius Schmidt (l.) im Duell mit Lucas Dumont. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Die Lausitzer Füchse stürmen derzeit von Sieg zu Sieg. Am Sonntag räumten sie auch die Eis löwen Dresden aus dem Weg. Der 3:0-Erfolg war eine Demonstration der Stärke und krönte das Sechs-Punkte Wochenende. In der Tabelle liegt Weißwasser jetzt auf Platz drei. Frank Noack

Es brodelte in der nahezu ausverkauften Halle, es krachte auf dem Eis - und gestichelt wurde natürlich auch. "Blau-gelbes Sachsenland" verkündeten die Fans der Lausitzer Füchse kurz vor dem ersten Bully auf einem überdimensionalen Spruchband direkt hinter dem Tor der Eislöwen Dresden. Weißwassers Stürmer Marius Schmidt holte sich gleich im ersten Drittel eine blutige Nase und Dominik Bohac verfolgte seinen tschechischen Landsmann Martin Davidek trotz Spielunterbrechung über das halbe Spielfeld, um eine kleine Meinungsverschiedenheit zu klären. Klar, auch in diesem Spiel wurden am Sonntagabend in Weißwasser nur drei Punkte vergeben - aber die Zähler im Derby zwischen Weißwasser und Dresden sind ganz besonders umkämpft.

Und natürlich auch besonders umjubelt! Nach dem 3:0-Erfolg wurde bei Blau-Gelb ausgelassen gefeiert. Weißwasser hat sechs der ersten acht Saisonspiele gewonnen und damit einen der besten Saisonstarts seit Jahren hingelegt. "Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Das war ein sehr gutes Wochenende", freut sich Trainer Hannu Järvenpää.

Die Eislöwen finden sich dagegen nach der erneuten Pleite am Tabellenende wieder. "Unsere Stürmer haben wieder nicht getroffen. Das ist nicht gut", meint der Dresdner Coach Bill Stewart.

Dabei war der Druck bei den Gästen schon vor dem Derby so groß wie schon lange nicht mehr. Nicht auf das Kaugummi, das Bill Stewart auch am Sonntagabend in Weißwasser wie immer unablässig malträtierte. Und auch nicht auf sein Team. Während die Füchse mit zahlreichen Punkten und wenig Druck in die neue DEL2-Saison gestartet sind, ist es bei den Eislöwen aus Dresden umgekehrt. Aus den bisherigen sechs Spielen vor diesem Derby hatte Dresden erst zwei Siege geholt - allerdings gegen die Kellerkinder der Liga.

Die Füchse gingen dagegen mit dem Rückenwind des 5:2-Sieges am Freitagabend beim SC Riessersee in dieses Sachsenderby. Nach dem torlosen Auftaktdrittel bissen sie im zweiten Abschnitt gleich doppelt zu. Marius Schmidt traf in der 30. Minute zur 1:0-Führung. Zwei Minuten später erhöhte Dennis Swinnen auf 2:0.

Die Füchse verdienten sich die Zwei-Tore-Führung mit einer einsatzstarken Leistung und dem mittlerweile gewohnt hohen Tempo, mit dem sie die Gäste mehr und mehr zermürbten. "Das war eine super Leistung der Weißwasseraner Mannschaft. Das Spiel besaß phasenweise Play-off-Charakter", analysiert Gäste-Coach Bill Stewart. Dabei hatte auch Dresden zwar seine Chancen. In Sachen Effektivität konnten die Eislöwen mit den Gastgebern aber nicht mithalten. Die Füchse waren sowohl gedanklich als auch körperlich irgendwie immer einen Schritt schneller unterwegs.

Und sie hatten in Förder lizenz-Keeper Maximilian Franzreb aus Berlin einen bären starken Rückhalt, der im zweiten Drittel die Führung festhielt. Unmittelbar nach Wiederbeginn sorgte erneut Swinnen mit dem 3:0 (41.) für die Vorentscheidung. "So geht Eishockey", feierten die Füchse-Fans.

Auch Keeper Maximilian Franzreb, der von den beiden Trainern übereinstimmend zum Matchwinner gekürt wurde, strahlte. "Solche Derby-Siege sind etwas besonders. Klar, ich bin froh, dass ich heute kein Gegentor bekommen habe. Aber dafür braucht man immer auch ein top Team vor sich. Jeder hat für den anderen gekämpft. Wir wollten diesen Sieg mehr als Dresden", betont Franzreb.

Am Freitagabend hatten die Füchse mit dem 5:2-Erfolg beim SC Riessersee erneut ihre Auswärtsstärke unter Beweis gestellt. Es war bereits der dritte Sieg im vierten Spiel in der Fremde. Insgesamt gingen drei Treffer auf das Konto der Sturmreihe mit Topscorer Roope Ranta, Dennis Palka und Thomas Götz. Ranta war sogar an insgesamt vier Toren beteiligt. Co-Trainer Robert Hoffmann lobt: "Die Mannschaft hat überragend ge arbeitet und schöne Tore geschossen."