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| 18:05 Uhr

Eishockey
Füchse ohne Jahnke gegen die Topteams

Charlie Jahnke (l.) muss bei den Eisbären Berlin aushelfen.
Charlie Jahnke (l.) muss bei den Eisbären Berlin aushelfen. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Trotz guter Leistungen kommen die Lausitzer Füchse in der Tabelle nicht voran. Und jetzt stehen die Duelle mit Frankfurt und Bietigheim an. Von Frank Noack

Wenn die Lausitzer Füchse die Punkte im Kampf um den Klassenerhalt doch nur so ­locker einsacken könnten wie am zweiten Weihnachtsfeiertag die Kuscheltiere! Beim traditionellen Teddy-­Bear-Toss (Teddybär-Wurf)  nach dem Derby gegen die Eis­piraten Crimmitschau flogen auch diesmal wieder mehrere Hundert Kuscheltiere auf das Eis. Sie wurden von Weißwasseraner Nachwuchsspielern eingesammelt, werden jetzt gereinigt und anschließend an gemein­nützige Einrichtungen verteilt.

Mit dem Einsammeln der Punkte tun sich die Lausitzer Füchse deutlich schwerer als mit den Kuscheltieren. Am langen Weihnachts-­Wochenende kassierten sie bei den Kassel Huskies und gegen Crimmitschau jeweils zwei 3:4-Niederlagen nach Verlängerung. Die Bescherung fiel mit lediglich zwei Punkten also alles andere als üppig aus. In der Tabelle liegt Weißwasser weiterhin auf Rang zwölf und hat sechs Punkte Rückstand auf die Pre-Playoff-Ränge, die den vorzeitigen Klassenerhalt in der DEL2 bedeuten würden.

Und jetzt warten in den ver­bleibenden zwei Partien des alten Jahres ausgerechnet die beiden Topteams der Liga. An diesem ­Donnerstag reisen die Füchse zum amtierenden Meister Löwen Frankfurt (Beginn um 19.30 Uhr). Am Samstag geht es vor heimischer Kulisse gegen den Tabellenführer ­Bieitigheim Steelers (17 Uhr).

Dabei haben sich die Füchse seit dem Trainerwechsel vor knapp ­einem Monat deutlich stabilisiert. Nur in der Tabelle kommen sie nicht voran, sprich raus aus dem Keller. Coach Robert Hoffmann: „Wenn man auf die Tabelle schaut – ja, das stimmt. Aber ich sehe ganz klar eine Entwicklung.“ In den acht Spielen unter Hoffmann gab es vier Siege. Und auch bei den vier Niederlagen waren die Füchse nicht chancenlos.

Auch am zweiten Weihnachtsfeiertag gegen Crimmitschau hätte Weißwasser eigentlich als Sieger vom Eis gehen können, ja sogar müssen. Denn die Gastgeber erspielten sich speziell im ersten Drittel zahlreiche Torchancen. ­Diesen Fakt sieht Trainer Hoffmann als positives Fundament für die nächsten Partien: „Wir haben nicht gegen Irgendjemand gespielt, denn Crimmitschau spielt eine super Runde. Wir haben uns richtig gute Chancen erarbeitet. Ein bisschen mehr Selbstvertrauen, ein bisschen mehr Glaube – dann werden die Dinger auch reinfallen. Und dann wird sich das auch in der Tabelle zeigen.“

Das Problem: Die obligatorische Auszeit, die sich fast jede Mannschaft im Verlauf einer Saison nimmt und dann sowohl in der Konzentration als auch in den Leistungen etwas nachlässt,  haben die Füchse mit ihrem schwachen Start schon aufgebraucht. Sie haben sich damit in die Rolle des Verfolgers ­manövriert, der in der Tabelle Punkt für Punkt aufholen muss.

Erschwerend kommt hinzu, dass noch kein Team abgeschlagen ist. Der Kampf um den vorzeitigen Klassenerhalt ist also so spannend wie schon lange nicht mehr. Über­raschende Siege wie das jüngste 5:4 nach Verlängerung von Weißwassers Tabellennachbar Wölfe Freiburg bei Tabellenführer Bietigheim Steelers sind also ganz besonders wertvoll.

Einen solchen überraschenden Erfolg können auch die Füchse in der aktuellen Lage sehr gut gebrauchen – zum Beispiel jetzt gegen favorisierte Kontrahenten wie Frankfurt am Donnerstag und Bietigheim am Samstag. Trainer Hoffmann jedenfalls glaubt weiter fest an sein Team und an den Aufwärtstrend. In der Pressekonferenz nach dem Crimmitschau-Spiel blickte er beinahe beschwörend in die Kamera. Seine Botschaft war weniger an die Journalisten, sondern mehr an die Fans vor den Bildschirmen gerichtet. „Irgendwann“, erklärte Hoffmann, „irgendwann, das verspreche ich euch, belohnen wir uns auch.“

Mit Blick auf die prekäre Situation in der Tabelle wäre es hilfreich, wenn dieses Irgendwann vielleicht noch in diesem Jahr stattfinden könnte. Alles andere als kuschelig ist für die Füchse der Ausfall von Förderlizenz-Stürmer Charly Jahnke. Denn der U20-Nationalspieler bildet inzwischen die Topreihe mit ­Roope Ranta und Jeff Hayes. Jetzt muss Jahnke aber  bei den Eis­bären ­Berlin als zwölfter Stürmer aus­helfen, weil sich Martin Buchwieser am Knie verletzt hat. Die Blessur von Buchwieser tut also Eisbären und Füchsen gleichermaßen weh.

Beim Teddybär-Wurf flogen mehrere Hundert Kuscheltiere auf das Eis.
Beim Teddybär-Wurf flogen mehrere Hundert Kuscheltiere auf das Eis. FOTO: Thomas Heide