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Eishockey
Chance der Füchse gesunken - aber sie ist da

Topscorer Jeff Hayes (l.) und die Füchse stemmen sich mit aller Macht gegen die Abstiegsrunde. Dafür müssen aber unbedingt zwei Siege her.
Topscorer Jeff Hayes (l.) und die Füchse stemmen sich mit aller Macht gegen die Abstiegsrunde. Dafür müssen aber unbedingt zwei Siege her. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Der Kampf um Rang 10 entscheidet sich an diesem Wochenende. Weißwasser muss dabei einen Frost-Schock verdauen, damit der vorzeitige Klassenerhalt doch noch gelingt. Von Frank Noack

Die Hoffnungen der Lausitzer Füchse auf das Wunder von Weißwasser wurden im Kühlschrank von Crimmitschau regelrecht schockgefrostet. Durch den deutlichen 7:1-Sieg der Eispiraten am Dienstagabend im Nachholspiel gegen den Tabellenführer Bietigheim Steelers hat sich die Ausgangsposition im Kampf um Platz 10 vor dem letzten Hauptrunden-Wochenende von der praktischen Mach­barkeit in Richtung theoretischer Chance verschoben.

Insgesamt sechs Punkte sind in den letzten beiden Partien der Hauptrunde zu vergeben. Weiß­wasser hat als Tabellen-11. jetzt fünf Punkte Rückstand auf Crimmitschau und drei Punkte auf die Heilbronner Falken – dazu kommt noch das deutlich schlechtere Torverhältnis im Vergleich zu Heilbronn.

„Es bleibt dabei: Wir müssen erst einmal unsere Spiele gewinnen und schauen dann, was die anderen machen“, sagt Füchse-Trainer Robert Hoffmann und ergänzt mit Blick auf das entscheidende Wochenende der Hauptrunde: „Egal, ob wir Pre-Playoffs oder Playdowns spielen – die Mannschaft ist in jedem Fall bereit dafür.“

Zuletzt gab es drei Erfolge in Serie, darunter den 5:0-Derbysieg bei den Eislöwen Dresden. Trotzdem sind die Füchse in der Tabelle nicht wirklich vorangekommen und benötigen deshalb Schrittmacherdienste beim Kampf um Platz 10. Weißwasser spielt an diesem Freitag gegen den EC Bad Nauheim (19.30 Uhr) und am Sonntag bei den Wölfen Freiburg (18.30 Uhr).

Die Hoffnungen der Füchse auf einen Ausrutscher der Eispiraten Crimmitschau gefroren am Dienstagabend im Kühlschrank Sahnpark. Bei zweistelligen Minusgraden vor nur 807 Zuschauern lieferte Bietigheim einmal mehr eine desolate Vorstellung ab. Eine reichliche Woche nach der 0:7-Heim-Niederlage gegen den ESV Kaufbeuren ging der Tabellenführer auch diesmal sang- und klanglos unter. Der ausgedünnte Kader war alles andere als spitze. Bietigheim reiste mit nur 13 Feldspielern nach Crimmitschau. „Ohne sieben Topspieler war es nicht einfach. Zumal es für Crimmitschau um alles geht“, erklärte Gäste-Coach ­Kevin Gaudet nach dem Debakel. Mit Shawn Weller und Tyler McNeely fehlten unter anderem der zweitbeste und drittbeste Scorer.

Dabei hatte die Partie nicht nur wegen des deutlichen Resultats für Gesprächsstoff gesorgt. Das ganze Chaos in Kurzform: Weil Bietigheim am Freitag nicht anreisen konnte, wurde das Spiel durch die DEL2 am Dienstagabend neu angesetzt. Auslöser waren „logistische Probleme“ – offenbar in der Firma des Busunternehmers begründet. In jedem Fall konnte der Unternehmer bei der polizeilichen Überprüfung auf der Autobahn keine Fahrgenehmigung vorweisen. Das Ermittlungsverfahren der DEL2 ergab jedoch kein schuldhaftes Vergehen der Bietigheim Steelers, sodass die Partie für Dienstagabend neu angesetzt wurde. Gegen diese Entscheidung reichten die Eispiraten Crimmitschau jedoch eine sogenannte Schiedsklage ein, weil man der Auffassung ist, dass durchaus ein Verschulden der Steelers vorliegt. Dieser Protest dürfte durch den deutlichen 7:1-Sieg ­allerdings ­hinfällig sein.

Und auch für die Füchse spielt es keine Rolle mehr. Sie müssen jetzt sowieso zwei Mal gewinnen.