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| 18:26 Uhr

Eishickey
Füchse mit dezentem Lächeln ins Derby

Die Füchse um Kapitän André Mücke (Trikotnummer 13) haben in dieser Saison zwei Mal gegen Dresden verloren.
Die Füchse um Kapitän André Mücke (Trikotnummer 13) haben in dieser Saison zwei Mal gegen Dresden verloren. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Weißwasser hat zwar neuen Mut im Kampf um den DEL2-Klassenerhalt getankt, aber gegen den Erzrivalen aus Dresden gab es in dieser Saison noch keinen Sieg. Hoffnung macht Trainer Hoffmann das jüngste Erolgserlebnis. Von Frank Noack

Robert Hoffmann hat derzeit bei den Lausitzer Füchsen eine Menge zu tun. Und neuerdings kümmert sich der Coach des Eishockey-Zweitligisten aus Weißwasser auch um die Öffentlichkeitsarbeit. Nach dem jüngsten 3:1-Auswärtssieg bei den Tölzer Löwen, mit dem die Füchse ihre Serie von fünf Niederlagen in Folge endlich beenden konnten, diktierte Hoffmann in der Pressekonferenz den Journalisten mit einem Augenzwinkern in die Notizblöcke: „Als Überschrift würde ich schreiben: Arbeitssieg.“

Immerhin haben die Lausitzer Füchse mit diesem Arbeitssieg ein Lebenszeichen im Kampf um den vorzeitigen Klassenerhalt an die Konkurrenz und auch an die Fans geschickt. Und sie haben gerade rechtzeitig neues Selbstvertrauen für das Derby an diesem Freitag gegen die Eislöwen Dresden (19.30 Uhr) getankt. Am Sonntag ­reisen sie dann zu DEL2-Schlusslicht EHC Bayreuth (18.30 Uhr).

In beiden Partien muss im ­Grunde genommen ein Sieg her. Denn die Lage in der Tabelle bleibt prekär. Weißwasser hat immer noch satte zwölf Punkte Rückstand auf Rang zehn, der gleichbedeutend mit dem vorzeitigen Klassenerhalt ist.

Gleichwohl hat der Sieg in Bad Tölz die Vorbereitung auf das ­Derby gegen Dresden ein Stück erleichtert. „Ich bin froh, dass ich in der Kabine endlich mal wieder lachende Gesichter sehen kann. Auch wenn es natürlich nur ein Spiel war und es für diesen Sieg ja auch nur drei Punkte gibt“, erklärt Hoffmann.

Die Lausitzer Füchse gehen also zumindest mit einem dezenten ­Lächeln in das Derby gegen den Erzrivalen aus der Landeshauptstadt. In der laufenden Saison gab es für Weißwasser im Duell mit den Eis­löwen erst einen Punkt zu gewinnen. Im Heimspiel unterlagen die Füchse 2:3 nach Penaltyschießen, in Dresden verloren sie 2:4.

Dabei ist der stets brisante ­Derby-Charakter aus Weißwasseraner Sicht diesmal sogar nur zweitrangig. Was zählt, sind die Punkte, um doch noch einmal ­richtig in den Kampf um Platz zehn eingreifen zu können. „Klar, ein ­Derby ist natürlich immer etwas Besonderes“, räumt Trainer Hoffmann ein, der früher selbst für Dresden gespielt hat. Die Eisarena in Weißwasser wird auch an diesem Freitagabend wieder sehr gut gefüllt sein. Trotzdem sagt Hoffmann klipp und klar: „In unserer aktuellen Situation können wir es uns gar nicht leisten, uns ausschließlich auf dieses ­Derby zu konzentrieren. Für uns ist jedes einzelne Spiel enorm wichtig.“

Denn die Angst vor dem Absturz in der „Seuchensaison“ (Hoffmann) ist mittlerweile zum dauerhaften Begleiter der Füchse geworden. Sie ­äußert sich zum Beispiel in der ­hohen Quote an individuellen ­Fehlern, die immer wieder Punkte kosten. Oder in der Abschlussschwäche vor dem gegnerischen Tor. Mit 95 Treffern ist Weißwasser das zweitschwächste Team hinter Schlusslicht Bayreuth (88.). Nach der tollen Saison 2016/17 mit dem Einzug in die Playoffs stehen die Füchse jetzt also mit dem Rücken zur Wand. Wenn ihnen in den ver­bleibenden 16 Partien der Hauptrunde kein Eishockey-Wunder gelingt, dann geht es in den Playdowns um das Überleben in der DEL2.

Was überhaupt noch für die Füchse spricht? Vielleicht die Tatsache, dass sie im Kampf um den vor­zeitigen Klassenerhalt mittler­weile so weit ins Hintertreffen geraten sind, dass sie nichts mehr zu verlieren haben. Und: Für die Füchse spricht das Lächeln, das sie aus Bad Tölz mitgebracht haben. Im Idealfall könnte die Überschrift nach dem Derby also lauten: Lausitzer Füchse landen Überraschungssieg gegen Dresden.

Dafür müssen Trainer Hoffmann und sein Team ­allerdings erst noch gewinnen.

Füchse-Coach Robert Hoffmann
Füchse-Coach Robert Hoffmann FOTO: Thomas Heide