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Eishockey
Füchse gewinnen ohne Järvenpää: „Ein Zeichen“

Roope Ranta (l.) und Anders Eriksson spielen wieder in einer Reihe.
Roope Ranta (l.) und Anders Eriksson spielen wieder in einer Reihe. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Geht doch! Im ersten Spiel nach dem merkwürdigen Abschied ihres Cheftrainers haben die Lausitzer Füchse gleich einen Sieg geholt und damit für eine Überraschung in der DEL2 gesorgt. Weißwasser gewann am Freitagabend beim SC Riessersee. Im Mittelpunkt steht ein Spieler mit „breiter Brust“ - aber auch Hannu Järvenpää jubelt. Von Frank Noack

Die Lausitzer Füchse leben also doch noch. Im ersten Spiel ohne den bisherigen Cheftrainer Hannu Järvenpää kam Weißwasser am Freitagabend zu einem überraschenden 3:2-Sieg nach Penaltyschießen beim Tabellensechsten SC Riessersee.

Obwohl die Füchse weiterhin Vorletzter sind, war die Erleichterung groß. „Ich bin stolz auf meine Jungs. Die letzten zwei Tage waren für uns sehr turbulent, mit wenig Schlaf. Was sie gegen eine absolute Topmannschaft der Liga aufs Eis gebracht haben – das war ein Zeichen! Ein Zeichen, das wir uns alle erhofft haben“, erklärte Co-Trainer Robert Hoffmann als Chef hinter der Bande.

Hannu Järvenpää war freiwillig zurückgetreten, weil er nach eigenem Bekunden keine Möglichkeiten mehr sah, die Mannschaft aus dem Tabellenkeller zu führen. Nur einen Tag nach dem freiwilligen Abschied aus Weißwasser hatte er einen Trainerjob bei Alba Volán Székesfehérvár in Ungarn angetreten. Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach betonte in der RUNDSCHAU: „Ich weiß nicht, ob er hier bei uns mit offenen Karten gespielt hat. Die feine Art ist es jedenfalls nicht.“

Der bisherige Co-Trainer Robert Hoffmann hatte bei seiner Saisonpremiere als Chef die Reihen komplett umgestellt. In der Verteidigung bildete Hoffmann drei neue Duos. Im Angriff steckte er – anders als Järvenpää – die Rückkehrer Roope Ranta und Jeff Hayes in verschiedene Reihen. Ranta stürmte diesmal mit Topscorer Anders Eriksson. Beide hatten beim 6:1-Heimsieg gegen Meister Löwen Frankfurt vor zwei Wochen ein kongeniales Duo gebildet. Nach der Rückkehr von Hayes baute Järvenpää dann jedoch um.

Hoffmann durfte sich angesichts des Auswärtssieges unter der Zugspitze bestätigt fühlen. Denn Ranta eroberte bereits in der Startphase den Puck und traf auf Zuspiel von Eriksson nach 69 Sekunden zur Führung. Auch der 2:2-Ausgleich per Penalty (36.) ging auf das Konto des kleinen Finnen. Die Entstehung des Treffers war allerdings kurios: Weil ein zu Bruch gegangener Schläger vom SCR aus dem eigenen Drittel gekickt wurde, gab es entsprechend des Regelwerks Penalty für Weißwasser.

Ranta trat an alter Wirkungsstätte natürlich besonders motiviert auf. Er war in der vergangenen Saison von Weißwasser zum SC Riessersee gewechselt. Hoffmann: „Natürlich ist man als Trainer froh, wenn die Jungs mit breiter Brust vorangehen, speziell in unserer aktuellen Situation, wo wir viel einstecken mussten. Aber das war nur ein Spiel. Ich würde mir wünschen, dass die breite Brust bleibt.“

Wiedererstarkt zeigte sich auch Torhüter Maximilian Franzreb, der vor allem in der Schlussphase der regulären Spielzeit einen weiteren Gegentreffer verhinderte. Im Penaltyschießen sorgte dann Hayes für den entscheidenden Treffer.

SCR-Trainer Toni Söderholm meinte: „Weißwasser hat unter schwierigen Umständen eine kämpferische Leistung gezeigt. Wir haben trotzdem viele Dinge richtig gemacht und hatten genügend Möglichkeiten, um Tore zu schießen. Die letzten Zentimeter brauchen wir allerdings noch.“

Übrigens: Auch Hannu Järvenpää durfte am Freitagabend jubeln. Er gewann mit seinem neuen Verein gegen den EC Villach 5:4. Für Székesfehérvár war es der erste Erfolg nach zuvor drei Niederlagen in der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) in Österreich.

Weißwasser spielt am Sonntag zu Hause gegen Schlusslicht Tölzer Löwen. Die Partie im Fuchsbau beginnt um 17 Uhr.

SC Riessersee – Lausitzer Füchse 2:3 n.V. (2:1, 0:1, 0:0/0:1)
Tore: 0:1 Ranta (2.), 1:1 Oakley (14.), 2:1 Driendl (20.), 2:2 Ranta (36.), 2:3 Hayes (65.); Schiedsrichter: Hascher/Paule; Zuschauer: 1912; Strafminuten: 8/6.