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Füchse: Geheimflug in Richtung Playoffs

Kommt ein Ryan Warttig geflogen. Der junge Stürmer und die Füchse bezwangen Kassel (hier Torhüter Markus Kller) mit 4:3.
Kommt ein Ryan Warttig geflogen. Der junge Stürmer und die Füchse bezwangen Kassel (hier Torhüter Markus Kller) mit 4:3. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Die Lausitzer Füchse sichern mit dem Heimsieg gegen Meister Kassel ihren 5. Platz in der DEL2. Der Blick auf die Tabelle ist in Weißwasser aber trotzdem verboten. Oder vielleicht auch gerade deswegen? Frank Noack

Bei der Bewertung des Spiels waren beide Trainer zwar ganz unterschiedlicher Ansicht. Beim Blick auf die Tabelle aber spielten sie nach dem 4:3-Sieg der Lausitzer Füchse gegen den amtierenden Zweitliga-Meister Kassel Huskies am Dienstagabend in Weißwasser einen verbalen Doppelpass, denn: Sowohl Füchse-Trainer Hannu Järvenpää als auch sein Kollege Rico Rossi verweigerten auf RUNDSCHAU-Nachfrage den Blick auf die Tabelle. Das sei Sache der Fans, lächelte Järvenpää und blieb in der Sache jedoch bei der strikten Verweigerungshaltung. "Wir haben in dieser Saison ein Ziel - immer das nächste Spiel zu gewinnen. Wenn du zu sehr auf die anderen Mannschaften schaust, kommst du von deinem eigenen Weg ab. Und wir wollen unseren Weg beibehalten", erklärt der Füchse-Coach. Bei Rossi hörte es sich ganz ähnlich an. "Ich schaue nicht so oft auf die Tabelle und weiß daher auch nicht, wer mit wie viel Punkten vor oder hinter uns in der Tabelle ist", versichert der Huskies-Coach.

Aus Sicht der beiden Trainer ist ein solches Verbot des Tabellen-Blicks zwar durchaus legitim. Immerhin bleibt angesichts des vollgestopften Spielplans derzeit auch kaum Zeit dafür. Unnötige Ablenkung kann niemand gebrauchen. Nur drei Tage nach dem Sieg gegen den Meister aus Kassel und fünf Tage nach dem Derby in Dresden geht es für die Füchse schon an diesem Freitag mit dem Heimspiel gegen die Ravensburg Towerstars weiter (19.30 Uhr).

Und doch macht zumindest den Fans der Blick auf die Tabelle in dieser Saison richtig viel Spaß. Denn die Füchse sind gut unterwegs wie schon lange nicht mehr. Sieben Partien vor dem Ende der Hauptrunde liegen sie weiter auf Platz fünf und damit auf Playoff-Kurs. Der Abstand zu den Pre-Playoff-Rängen ist auf inzwischen recht komfortable neun Punkte angewachsen. Wenn Järvenpää und sein Team sich auf der Ziel geraden der Hauptrunde nicht komplett verlaufen, steuern sie auf die beste Platzierung in der zweithöchsten Spielklasse seit der Saison 1992/93 zu. Damals schloss Weißwasser die Hauptrunde auf Tabellenplatz vier ab. Danach stand in vielen Spielzeiten oftmals der Kampf um den Klassenerhalt im Mittelpunkt.

Er ist in dieser Saison nur eine schöne Randnotiz und könnte bereits in den kommenden beiden Partie gewonnen sein. Auch wenn Trainer Hannu Järvenpää sich und den Spielern den Blick auf die Tabelle verboten hat - bei ihrem Geheimflug in Richtung Playoffs ließen sich die Füchse am Dienstagabend auch vom Meister nicht stoppen. Unbeeindruckt von zwei Gegentoren innerhalb von 19 Sekunden drehten sie das Spiel im zweiten Drittel mit viel Kampfgeist und hohem Tempo zu ihren Gunsten. "Es war kein gutes Spiel meiner Mannschaft. Wir waren zu harmlos und haben nicht die nötigen Zweikämpfe gewonnen", kritisiert Kassel-Coach Rico Rossi. Hannu Järvenpää sieht das natürlich ganz anders. "Das war ein gutes Hockeyspiel. Ich bin sehr froh über die Leistung meiner Mannschaft", sagt der Kapitän des Weißwasseraner Höhenfluges.