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| 18:18 Uhr

Eishockey
Füchse: Erst Kraftakt, jetzt Kraftprobe

Die Füchse gewannen in Dresden auch das fünfte Derby dieser Saison.
Die Füchse gewannen in Dresden auch das fünfte Derby dieser Saison. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Weißwasser trifft nach dem Derby-Sieg in Dresden am Freitag auf Tabellenführer Ravensburg. Der Klassenerhalt wird immer realistischer. Mittlerweile locken andere Ziele in der DEL2. Von Frank Noack

Trainer Corey Neilson schüttelte energisch den Kopf. Gemeint war aber nicht die Leistung der Lausitzer Füchse beim 4:3-Sieg nach Penaltyschießen am Dienstagabend gegen die Eislöwen Dresden, als die Gäste aus Weißwasser zwischenzeitlich eine Drei-Tore-Führung aus der Hand gegeben hatten. Neilson wollte einfach noch nicht vorausblicken auf das bevorstehende Topspiel gegen den DEL2-Tabellenführer Ravensburg Towerstars an diesem Freitag im heimischen Fuchsbau (Beginn um 19.30 Uhr). „Ich bin sehr zufrieden mit dem heutigen Abend. Jetzt genießen wir erst einmal und ab morgen beschäftigen wir uns dann mit Ravensburg“, erklärte der Coach auf RUNDSCHAU-Nachfrage.

Corey Neilson verweigerte zwar freundlich lächelnd, aber durchaus bestimmt den Ausblick auf das überaus reizvolle Duell des aktuellen Tabellenzweiten mit dem Liga-Primus. Weil er ganz genau wusste, was für einen Kraftakt seine Mannschaft direkt vor dieser Kraftprobe hinter sich hatte. Das Derby in Dresden war das sechste Spiel innerhalb von zwölf Tagen. Und vor der Partie gegen Ravensburg gibt es lediglich zwei Tage zur Regeneration. Deshalb stellte Neilson bei seiner Analyse das Positive in den Vordergrund, immerhin haben die Füchse seit dem vergangenen Freitag drei Siege errungen. „Wir haben zuletzt acht von neun Punkten geholt. Damit bin ich zufrieden“, betonte er.

Weil dieser Auswärtssieg am Dienstagabend beim vorgezogenen Spiel in Dresden eine echte Kraftanstrengung war, ließ der Coach auch Nachsicht bei der Tatsache walten, dass die Lausitzer Füchse nach der 3:0-Führung im 1. Drittel eigentlich schon nach der regulären Spielzeit als Sieger hätten vom Eis gehen können, eigentlich sogar müssen. Chris Owens (5. Minute), Vincent Hessler (15.) und Steve Saviano (20.) hatten die komfortable Führung he­rausgeschossen. Dresden kam erst mit dem Rücken zur Wand besser ins Spiel. Der Ex-Weißwasseraner Dennis Palka erzielte fünf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit den 3:3-Ausgleich.

Weißwasser nahm deshalb nur zwei statt der möglichen drei Punkte mit. Diese Ausbeute reichte jedoch, um in der Tabelle von Platz vier auf zwei vorzurücken. Zweiter gegen Erster – das Duell gegen Ravensburg an diesem Freitag ist also ein echtes Topspiel. Auch wenn die Füchse derzeit zwei Partien mehr auf dem Konto haben als die meisten Konkurrenten, kann man in Weißwasser derzeit den Blick auf die Tabelle genießen. Das Minimalziel für diese Saison, der vorzeitige Klassenerhalt, wird immer realistischer. Weißwasser hat bereits 19 Punkte Vorsprung auf die vier letzten Plätze, also die Playdown-Runde. Im Gegenzug wird der Traum von den Playoffs mit jedem Sieg ein Stück realistischer. Um sicher dafür qualifiziert zu sein, müssen die Füchse mindestens Rang sechs nach der Haupt­runde belegen. „In Weißwasser ist immer der Klassenerhalt zunächst einmal das Ziel. Klar, im Moment sind wir weit oben. Wenn wir das halten können, dann sollte schon das Ziel sein, das Heimrecht in den Playoffs zu holen“, erklärt Torhüter Maximilian Franzreb selbstbewusst. Dazu müssten die Füchse unter die ersten Vier kommen. In diesem Bereich haben sie sich derzeit schon ein wenig festgesetzt und Selbstvertrauen getankt. Die Kraftprobe mit Tabellenführer Ravensburg kommt also trotz der jüngsten Kraftanstrengung zu einem günstigen Zeitpunkt.

Trainer Corey Neilson wollten den Sieg in Dresden erst einmal genießen.
Trainer Corey Neilson wollten den Sieg in Dresden erst einmal genießen. FOTO: Thomas Heide