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| 21:29 Uhr

Eishockey
Füchse-Cheftrainer vor dem Aus

Füchse-Trainer Robert Hoffmann bei einer Auszeit. Er wird offenbar seinen Platz an der Bande verlieren.
Füchse-Trainer Robert Hoffmann bei einer Auszeit. Er wird offenbar seinen Platz an der Bande verlieren. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Verein wirft Robert Hoffmann Kompetenzüberschreitung vor. Mit Co-Trainer Chris Straube gibt es Unstimmigkeiten.  Von Sven Hering und Frank Noack

Die Lausitzer Füchse und Cheftrainer Robert Hoffmann stehen vor einer Trennung. Am Dienstag machten zunächst entsprechende Gerüchte die Runde. Bis zum Redaktionsschluss gab es allerdings keine offizielle Bestätigung des Eishockey-Zweitligisten.

Grund dafür, dass Verein und Übungsleiter getrennte Wege gehen wollen, ist nach RUNDSCHAU-Informationen ein gestörtes Vertrauensverhältnis. Hoffmann soll beispielsweise seine Kompetenzen überschritten haben.

Vor allem das Verhältnis zwischen Hoffmann und dem vor anderthalb Monaten verpflichteten Co-Trainer und ehemaligen Füchse-Profi Chris Straube (44) ist sehr angespannt. Die unterschiedlichen Auffassungen und persönlichen Animositäten mündeten schließlich in einem Ultimatum. Hoffmann soll die Vereinsführung aufgefordert haben, sich für ihn oder Straube auszusprechen.

Am Dienstag soll dann die Vereinsführung Gesellschafter und Sponsoren über die Entscheidung pro Straube informiert haben. Bis in den Abend hinein gab es allerdings noch verschiedene Versuche, eine Trennung zu verhindern. Der Füchse-Cheftrainer war für die RUNDSCHAU nicht zu erreichen.

Dabei hatten die Füchse sich einiges von dem neuen Team an der Bande versprochen. Chris Straube war erst vor wenigen Wochen als Co-Trainer verpflichtet worden. Der 44-jährige Deutsch-Kanadier sollte Cheftrainer Robert Hoffmann in der DEL2 zur Seite stehen und außerdem als Bindeglied zum Nachwuchs fungieren. Er hatte seit 2013 als Co-Trainer beim dänischen Verein SønderjyskE gearbeitet – und das durchaus erfolgreich. In dieser Zeit holte er insgesamt drei Meistertitel. Der Cheftrainer war laut Verein bei der Verpflichtung Straubes eingebunden gewesen und habe sich auch für ihn ausgesprochen.

Der Deutsch-Kanadier war nach seiner Einbürgerung für die deutsche Nationalmannschaft bei zwei Weltmeisterschaften am Start (1998 und 2000). Chris Straube spielte insgesamt vier Jahre bei den Lausitzer Füchsen. Er absolvierte 219 Spiele im Weißwasseraner Trikot. In Erinnerung geblieben ist vor allem sein Autritt in der Abstiegsrunde 2007 gegen die Eislöwen Dresden. Damals lief Straube 36 Sekunden vor Schluss allein auf das leere Tor zu und wurde dabei gefoult. Dafür gab es ein sogenanntes technisches Tor. Die Füchse schafften dank des Straube-Tores den vierten und entscheidenden Sieg gegen Dresden und somit auch den Klassenerhalt.

Für Gesprächsstoff sorgte damals auch die Heizdecken-Geschichte. Weil Straube in den entscheidenden Spielen von Leistenbeschwerden geplagt wurde, griff er zu einem Trick: Mit einer Heizdecke versuchte er, in den Drittelpausen die Muskeln vor dem Auskühlen zu schützen.

Die Lausitzer Füchse hatten Ende 2017 den damaligen Co-Trainer Robert Hoffmann zum neuen Chefcoach befördert. Der 41-Jährige trat damit die Nachfolge von Hannu Järvenpää an, der überraschend zurückgetreten und nach Ungarn gewechselt war. Hoffmann hatte mit seinem Team in einer dramatischen Abstiegsrunde erst im siebten und alles entscheidenden Spiel den Klassenerhalt gegen Bayreuth geschafft.

Cheftrainer Robert Hoffmann und Straube kennen sich aus der gemeinsamen Spieler-Zeit in Weißwasser. „Chris hat lange mit der U 20 gearbeitet. Er ist der perfekte Mann als Bindeglied zwischen dem Nachwuchs und der DEL2-Mannschaft“, erklärte Hoffmann unmittelbar nach der Verpflichtung seines neuen Co-Trainers. „Da ich selbst auch mit ihm gespielt habe, kenne ich ihn natürlich gut. Ich freue mich sehr auf die künftige Zusammenarbeit mit Chris.“

Diese ist nun aller Voraussicht nach schon beendet, ehe sie überhaupt richtig begonnen hat.

Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach
Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach FOTO: Thomas Heide
Chris Straube ist als Co-Trainer zu den Lausitzer Füchsen zurückgekehrt.
Chris Straube ist als Co-Trainer zu den Lausitzer Füchsen zurückgekehrt. FOTO: SønderjyskE