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| 11:25 Uhr

Eishockey
Füchse arbeiten enger mit Berlin zusammen

Weißwasser/Berlin. Gemeinsames Camp, gemeinsame Ziele: Die Kooperation könnte Weißwasser auch bei der Zusammenstellung des neuen Kaders helfen. Am Freitag sollen die Weichen gestellt werden. Von Frank Noack
Die Lausitzer Füchse arbeiten seit zwei Jahren mit den Eisbären zusammen.
Die Lausitzer Füchse arbeiten seit zwei Jahren mit den Eisbären zusammen. FOTO: Thomas Heide

Den Freitag dieser Woche haben sich sowohl die Eisbären Berlin als auch die Lausitzer Füchse im Kalender dick angestrichen. Die Eisbären bestreiten ab 19.30 Uhr das fünfte Playoff-Halb­finale gegen die Thomas Sabo Ice Tigers aus Nürnberg. Und vorher haben sie einen Termin mit den Füchsen. Denn Eisbären-Manager Peter John Lee und Sportdirektor Stéphane Richer werden gemeinsam mit Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach die Kaderplanung für die kommende Saison besprechen.

Beide Clubs, die sich früher im Rahmen der DDR-Oberliga Woche für Woche als erbitterte Rivalen auf dem Eis gegenüber standen, sind seit zwei Jahren im Rahmen einer Kooperation miteinander verbunden. Die Eisbären Berlin sind dabei ­quasi der größere Bruder für den Zweit­ligisten aus Weißwasser.

Klar ist schon vor dem Termin an diesem Freitag: Eisbären und Füchse wollen künftig noch enger zusammenarbeiten. „Die Eisbären werden uns auch bei Zusammenstellung des Kaders für die kommende Saison helfen“, sagt Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach.

Schon in der abgelaufenen Spielzeit haben die Füchse maßgeblich von der sportlichen Unterstützung aus der Hauptstadt profitiert. ­Torhüter Maximilian Franzreb – der mit einer sogenannten Förderlizenz von Berlin nach Weißwasser ausgeliehen ist, um Spielpraxis zu sammeln – war nicht nur in der Playdown-Runde gegen die Bayreuth Tigers die Lebensversicherung für den hart erkämpften Klassenerhalt. Auch die anderen drei Förderlizenzspieler Maximilian Adam, Charly Jahnke und Vincent Hessler haben viele Zweitliga-Partien im Füchse-Trikot absolviert.

Künftig soll diese Zusammenarbeit noch ausgeweitet werden. Denkbar ist zum Beispiel, dass die Eisbären junge Spieler zunächst in Weißwasser parken, um sie auf die DEL vorzubereiten. Im Gespräch ist aber auch, dass der eine oder andere erfahrene Spieler nach Weißwasser kommt und sich parallel dazu bei den Eisbären Berlin im Managementbereich auf die Zeit nach der Karriere vorbereitet. Und: Auf ein eigenes Sichtungscamp werden die Füchse in diesem Jahr wohl verzichten.

Stattdessen sind sie beim Camp der Eisbären mit an Bord. „Es gibt viele interessante Ansätze der Zusammenarbeit, auch über den sportlichen Bereich hinaus“, betont Rohrbach mit Blick auf das Marketing sowie die Sponsorengewinnung, wo die Füchse ebenfalls auf das Knowhow des sechsfachen deutschen Meisters aus Berlin zurückgreifen können.

Bereits jetzt werden wichtige Personalentscheidungen mit dem Partner in der Hauptstadt abgestimmt. Beim Termin am Freitag wird man deshalb sicher auch über die Besetzung der vier Kontingentstellen im Weißwasseraner Kader sprechen. Klar ist: Die vier Ausländer Jeff Hayes, Roope Ranta, Anders Eriksson und Chris Owens waren in der abgelaufenen Saison absolute Leistungsträger. Es gibt deshalb gute Gründe, eine Vertragsverlängerung mit diesem Quartett anzustreben. Es sei denn, es bieten sich dank der Hilfe der Eisbären Berlin noch reizvollere Optionen.

Derzeit besitzen nur Roberto Geiseler und ­Marius Stöber einen Vertrag für die Saison 2018/19. Beide hatten im vergangenen Sommer jeweils für zwei Jahre unterschreiben. Heißeste Kandidaten für eine zeitnahe Vertragsverlängerung sind Feodor Boiarchinov, Jakub Kania und David Kuchejda. Hier haben die Füchse eine Option, die auch gezogen werden soll. Allerdings sind dabei nach RUNDSCHAU-Informationen noch Ausstiegsklauseln für die DEL mit im Spiel.

Klar ist dagegen, wie es auf der Position des Cheftrainers weitergeht. Nachdem Robert Hoffmann bei seiner ersten Station als verantwortlicher Coach den Klassenerhalt geschafft hat, wird er auch in der kommenden Saison hinter der Bande stehen. Die Verkündung dieser Personalie dürfte in den nächsten Tagen erfolgen.

Dirk Rohrbach ist Geschäftsführer bei den Füchsen.
Dirk Rohrbach ist Geschäftsführer bei den Füchsen. FOTO: Thomas Heide