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Eishockey
Lausitzer Füchse rätseln über schwachen Start

Es gibt derzeit viel Gesprächsbedarf bei den Füchsen.
Es gibt derzeit viel Gesprächsbedarf bei den Füchsen. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Schon wieder eine Heim-Niederlage, schon wieder ein desolater Start: Die Lausitzer Füchse rätseln nach dem 2:5 gegen Riessersee über ihre Schwäche im 1. Drittel. Von Frank Noack

Wenn es das schwache 1. Drittel in den Heimspielen nicht gäbe, dann stünden die Lausitzer Füchse nach neun Spieltagen nicht auf dem ungewohnten 11. Tabellenplatz in der DEL2. Wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wäre… Aber: Die eklatanten Probleme in der Startphase der Mannschaft von Trainer Hannu Järvenpää in den Partien im heimischen Fuchsbau sind nun mal da. Warum das so ist? „Das ist eine gute Frage“, räumte der Füchse-Coach nach der 2:5-Niederlage am Freitagabend gegen den SC Riessersee ein.

Für Weißwasser war es bereits die vierte Niederlage im fünften Heimspiel in der laufenden Saison. Und auch diesmal machten sich die Gastgeber mit einem schwachen Start das Leben selbst schwer. So wie vor einer Woche, als sie gegen die Heilbronner Falken nach dem 1. Drittel schon 0:3 hinten lagen. Am Ende gab es immerhin noch einen Punkt dank des Ausgleichstreffers sechs Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit. Beim 2:3 gegen die Bietigheim Steelers brauchte Weißwasser sogar nur 13 Minuten, um 0:3 in Rückstand zu geraten.

Am Freitagabend gegen den SC Riessersee waren die Füchse weit davon entfernt, den erneut frühen Rückstand noch irgendwie umbiegen zu können. Zu souverän war über weite Strecken der Auftritt des Tabellendritten von der Zugspitze. Die Gäste um Liga-Topscorer Richard Mueller – der auch diesmal traf – zeigten genau jene Qualitäten, mit denen die Lausitzer Füchse in der vergangenen Saison in die Playoffs gestürmt waren. Damals hatte Weißwasser eine überragende und vor allem enorm schnelle erste Angriffsreihe um Jeff Hayes und Dennis Swinnen. Sie wirbelte die Gegner durcheinander und machte damit auch den Weg für die anderen Reihen frei. Riessersee hat mit Mueller sowie Lubor Dibelka und Andreas Driendl eine der besten Sturmreihen zur Verfügung. Vor allem dieses Trio sorgte dafür, dass die Füchse im 1. Drittel keinen Zugriff auf dieses Spiel bekamen. „Es ist schwer, wenn du als Heimteam nicht die Kontrolle über den Puck hast. Im 1. Drittel war Riessersee sehr gut und wir schlecht. Wir haben viele Fehler gemacht, vor allem mit dem Puck“, analysiert Trainer Järvenpää.

Im 2. Drittel kamen die Gastgeber dann zwar besser ins Spiel. Und SCR-Trainer Toni Söderholm hielt es sogar für nötig, beim Stand von 3:0 eine Auszeit zu nehmen, um seine Mannschaft noch einmal an den eigenen Matchplan zu erinnern. Aber wirklich in Gefahr geriet Riessersee nicht. Immer wenn die Füchse auf zwei Tore verkürzten, sorgten die Gäste mit einem weiteren Treffer wieder für klare Fronten.

Die Entscheidung war im Grunde genommen schon nach dem 1. Drittel gefunden. Warum sich seine Mannschaft derzeit in den Heimspielen so schwer mit Start tut – diese Frage konnte auch Hannu Järvenpää am Freitagabend nicht wirklich beantworten. „Wir müssen jetzt Antworten auf diese Frage finden. Auch wenn wir enttäuscht sind, müssen wir weiter Vertrauen haben. Wir haben viel Arbeit vor uns.“ Denn eine Abschaffung des 1. Drittels in den Heimspielen ist schließlich nicht geplant.

Das nächste Spiel: An diesem Sonntag gastieren die Lausitzer Füchse beim EC Bad Tölz (18.30 Uhr).