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Ein Königreich für Scott King

Traumtor: Scott King (l.) schoss die Füchse in Bremerhaven mit einem tollen Sololauf zum Sieg.
Traumtor: Scott King (l.) schoss die Füchse in Bremerhaven mit einem tollen Sololauf zum Sieg. FOTO: Imago/img1
Weißwasser. Nach dem ersten Sieg in Bremer haven können die Füchse mit einem Heimerfolg an diesem Dienstag den Ausgleich in der Playoff-Serie schaffen. Die Hoffnungen ruhen erneut auf Scott King. Er schoss am Sonntag ein Traumtor und soll über die Saison hinaus gebunden werden. Frank Noack

Allein dieses Tor war das Eintrittsgeld wert - auch wenn sich die Fans der Fischtown Pinguins Bremerhaven natürlich nicht darüber freuen konnten. Füchse-Stürmer Scott King kurvte in der 4. Minute der Verlängerung von der linken Seite ins Zentrum, verlud den Bremerhavener Jonas Langmann und schob den Puck zum 4:3-Siegtreffer ins Netz. "Ein sensationelles Tor", lobt Füchse-Sportdirektor Ralf Hantschke das King-Solo. "Er hat in Überzahl genau den richtigen Moment abgewartet, um in die Lücke reinzugehen. Und er hat die technische Klasse, um solche Sololäufe machen zu können", sagt der Ex-Stürmer.

Die Lausitzer Füchse konnten dank dieses Traumtores in der Playoff-Viertelfinal-Serie gegen Bremerhaven auf 1:2 verkürzen. Spiel vier steigt nun an diesem Dienstagabend in Weißwasser (Beginn um 19.30 Uhr). Gelingt den Füchsen erneut eine Über raschung gegen den Favoriten und damit der Ausgleich?

Scott King mit seiner großen Erfahrung aus 567 DEL-Partien bei insgesamt sechs Clubs könnte dabei erneut eine ganz wichtige Rolle spielen. Dabei musste die Weißwasseraner Topreihe am Sonntagabend zunächst eine lautstarke Kabinenpredigt über sich ergehen lassen, weil alle drei Gegentore auf ihr Konto gingen. In der Verlängerung sorgte diese Reihe dann aber in Person von Scott King für die Entscheidung zugunsten der Füchse.

Der 37-jährige Stürmer kam zwar erst während der Saison nach Weißwasser, ist aber aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken. In 50 Spielen erzielte der Kanadier 16 Tore und kam bislang auf 45 Assists, also direkte Torvorlagen.

Die Zwischenbilanz von Sportdirektor Hantschke fällt positiv aus. "Scott hat die Erwartungen erfüllt. Vor allem als Ideengeber ist er sehr wichtig für das Team."

Und deshalb würde Hantschke den routinierten Stürmer gern über die Saison hinaus in Weißwasser halten. Erste Gespräche über eine Vertragsverlängerung hat es gegeben. "Das Interesse ist von beiden Seiten da", erklärt Hantschke, um jedoch gleich ein "aber" nachzuschieben. "Aber das Gesamtpaket muss natürlich stimmen." Heißt: Auch finanziell müssen beide Seiten zueinanderfinden. Wobei der zweifache Familienvater Scott King seine Entscheidung nicht allein von den monetären Erwägungen abhängig machen wird. Mit seiner Familie wohnt der Kanadier in Bautzen. Sein Sohn geht auf die internationale Schule in Dresden, wo seine Ehefrau auch unterrichtet. Der familiäre Wohlfühlfaktor ist also gegeben.

Positiv für die Füchse: King hat zwar in der DEL von 2002 bis 2013 bei sechs verschiedenen Clubs gespielt, war aber trotzdem kein Wandervogel. Denn bei den meisten Vereinen blieb er mehr als nur eine Saison.