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Eishockey
Dramatische Werte im Fuchsbau

Auch die Rückkehr von Jeff Hayes (M.) brachte bislang noch nicht den erhofften Effekt.
Auch die Rückkehr von Jeff Hayes (M.) brachte bislang noch nicht den erhofften Effekt. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Weißwasser schießt wenig Tore und ist in der Defensive anfällig. Nun droht die Rote Laterne. Trainer Järvenpää glaubt trotzdem weiter an sein Team. Von Frank Noack

Die Enttäuschung war Hannu Järvenpää sehr deutlich anzusehen. Und der Trainer der Lausitzer Füchse machte auch gar nicht erst den Versuch, sie zu ­verbergen. „Sie sehen hier einen sehr enttäuschten Trainer“, erklärte Järvenpää nach der 1:4-Niederlage der Füchse am Dienstagabend beim EHC Freiburg. Weißwasser liegt ­weiter auf dem vorletzten ­Tabellenplatz in der DEL2 – auch das ist eine Enttäuschung.

Keine Frage: Die Niederlage in diesem Kellerduell ist ein weiterer Rückschlag für die Füchse, die in dieser Saison erst 19 Punkte aus 21 Spielen geholt haben. Und am kommenden Wochenende stehen schon die nächsten komplizierten Spiele auf dem Programm. Am Freitag ­reisen die Lausitzer Füchse zum ­Tabellensechsten SC Riessersee ­(Beginn um 20 Uhr). Am Sonntag geht es dann gegen Schlusslicht ­Tölzer Löwen (17 Uhr). Hier droht sogar der Sturz an das Tabellenende. „Wir müssen weiter hart arbeiten, noch härter als bisher. Dann werden wir in den nächsten Spielen auch wieder punkten“, ­sagte Järvenpää nach der Niederlage in Freiburg und ergänzte: „Ich glaube weiter fest an dieses Team und bin überzeugt, dass wir auch wieder bessere Zeiten in dieser Saison erleben werden.“

Am Dienstagabend waren die Füchse von diesen besseren ­Zeiten ein ganzes Stück entfernt. Sie starteten zwar gut in die Partie vor 1512 Zuschauern. Auch der Frei­burger Trainer Leos ­Sulak wies auf die „sehr, sehr gefährlichen Weißwasseraner Gegenstöße“ im ersten Drittel hin. Aber spätestens nach dem ersten Gegentreffer in der 13. Minute durch Jannik Herm ­verließ die Gäste wieder der Mut, den sie doch eigentlich mit der vorzeitigen Anreise bereits einen Tag vor dem Spiel stärken wollten.

Der wichtigste Unterschied zwischen den beiden Kellerkindern: Freiburg war einfach effektiver. „Freiburg hatte Chancen und sie haben diese Chancen genutzt. Wir hatten auch gute Chancen, aber wir haben nicht getroffen“, konstatierte Trainer Järvenpää. Dazu kam, dass Marco Wölfl im Tor der Gastgeber eine starke Partie machte; noch ein Stück stärker als der ebenfalls gute Konstantin Kessler im Füchse-Tor. Erst nach dem zwischenzeitlichen 1:3 durch Roope Ranta in der 46. Minute nach einer schönen Einzel­leistung kamen die Füchse wieder besser ins Spiel. Aber ihnen fehlte neben dem Schussglück auch das Glück mit den Referees. Denn ein weiterer Treffer – es wäre das 2:3 ­gewesen – wurde nicht anerkannt. Als Weißwasser in der Schluss­phase den Torhüter vom Eis nahm, traf Freiburg zum 4:1-Endstand.

Die Durchschlagskraft in der Offensive ist und bleibt das ­Problem des Tabellenvorletzten. Mit gerade einmal 51 Toren sind die Füchse das harmloseste Team der Liga. Der erhoffte Effekt durch die Rückkehr von Roope Ranta und Jeff Hayes ist bislang ausgeblieben. Järvenpää sucht weiter nach der richtigen Formation rund um die beiden Hoffnungsträger. Topscorer Anders Eriksson war erst gar nicht mit nach Freiburg gereist. Er blieb in Weißwasser „um zu regenerieren“, wie die Füchse auf ihrer Internetseite mitteilten.

Aber auch die Werte für die ­Defensive sind dramatisch. Weißwasser hat 82 Gegentore ­kassiert. Nur Schlusslicht Bad Tölz (83) ist noch schlechter. Es wird also höchste Zeit, dass wirklich wieder bessere Zeiten anbrechen.

Kader: Yannick Mund hat seinen Vertrag in Weißwasser aufgelöst und wechselt zum polnischen Erst­ligisten Automatyka Gdansk.