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| 21:51 Uhr

Eishockey
Füchse schocken Dresden mit Tor-Festival

Füchse-Stürmer Roope Ranta (l.) setzt sich gegen Shawn Boutin durch.
Füchse-Stürmer Roope Ranta (l.) setzt sich gegen Shawn Boutin durch. FOTO: Thomas Heide
Dresden. Die Füchse sorgen mit dem 5:0 in Dresden für einen Paukenschlag im Kampf um die Pre-Playoffs. Allerdings könnte der höchste Auswärtssieg der Saison nachträglich entwertet werden - am grünen Tisch der DEL2 und durch eine Verletzung. Von Frank Noack

Was für ein Eishockey-Festtags-Freitag! Am Mittag zieht die deutsche Nationalmannschaft sensationell in das olympische Finale ein, am Abend schocken die Lausitzer Füchse die Eislöwen Dresden in deren Halle mit einem Tor-Festival. Weißwasser setzt sich 5:0 in diesem DEL2-Derby durch und sorgt für einen Paukenschlag im Kampf um den Pre-Playoff-Rang zehn.

Die Füchse haben jetzt zwar nur noch zwei Punkte Rückstand auf die Eispriraten Crimmitschau. Was dieser Auswärtssieg wert ist, muss sich jedoch erst noch zeigen. Denn das Crimmitschauer Heimspiel gegen die Bietigheim Steelers musste kurzfristig abgesagt werden. Der Tabellenführer hatte „logistischer Probleme bei der Anreise“, lautet die offizielle Mitteilung der DEL2. Dem Vernehmen nach wurden alle Busse des Busunternehmens, der die Bietigheimer nach Westsachsen bringen sollte, angehalten und stillgelegt.

Bitter aus Sicht der Füchse mit Blick auf die Tabelle: Möglicherweise bekommt Crimmitschau die drei Punkte am grünen Tisch zugesprochen. „Inwieweit es ein Nachholspiel gibt oder eine Spielwertung erfolgen muss, wird im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens bis spätestens Anfang der kommenden Woche geprüft“, teilt die DEL2 mit.

Die Füchse kamen dagegen pünktlich in Dresden an. Sie starteten zunächst allerdings bedächtig in dieses Derby vor 4412 Zuschauern in der ausverkauften Energieverbund-Arena. Aber dann legten sie so richtig los! Die ersten beiden gefährlichen Schüsse auf das Eislöwen-Tor von Sebastian Stefaniszin in der 7. Minute waren gleich drin. Innerhalb von 40 Sekunden sorgten Christian Neuert und Feodor Boiarchinov für die 2:0-Führung. Die Füchse und ihre Fans waren jetzt natürlich in Hochstimmung – die Eislöwen dagegen schauten sich verdutzt an.

Dabei stand für beide Teams am Freitagabend eine Menge auf dem Spiel. Weißwasser kämpft um die Pre-Playoffs, Dresden will als Tabellenachter unbedingt noch auf direktem Weg in die Playoff-Runde. Bei den Gästen kehrte Kapitän André Mücke nach überstandener Grippe ins Team zurück. Topscorer Anders Eriksson muss dagegen wegen einer Schulterverletzung auch an diesem Wochenende pausieren.

Auch die Fäuste flogen am Freitagabend in Dresden.
Auch die Fäuste flogen am Freitagabend in Dresden. FOTO: Thomas Heide

Und dieser blau-gelbe Tore-Wahnsinn ging auch im 2. Drittel weiter. Marius Schmidt erhöhte auf 3:0 (23.), David Kuchejda erzielte das 4:0 (35.). Die Eislöwen konnten sich nur bei der Prügelei zwischen Sebastian Zauner und Füchse-Stürmer Jeff Hayes in der 27. Minute kurzzeitig aus der Schockstarre lösen. Und wenn in dieser Phase doch mal ein Schuss durchkam, dann war Torhüter Maximilian Franzreb da.

Der Rest war eine Demütigung für Dresden. Jeff Hayes sorgte im letzten Drittel für das 5:0 (47.). Und es gab noch einen Wermutstropfen. Füchse-Stürmer Ryan Warttig blieb nach einem Zweikampf regungslos liegen und musste vom Eis getragen werden. Nach RUNDSCHAU-Information hatte Warttig für gut eine Minute das Bewusstsein verloren. Er wurde direkt ins Krankenhaus gefahren.

Am Sonntag geht es weiter mit dem Heimspiel gegen den EHC Bayreuth (Beginn um 17 Uhr). Es ist die drittletzte Partie in der Hauptrunde.

Robert Hoffmann (Weißwasser): „Ich bin rundum sehr zufrieden, was meine Mannschaft aufs Eis gebracht hat. Wir haben im richtigen Moment die Tore gemacht. Und wir sind cool geblieben, auch wenn Dresden alles versucht hat. Die bessere Mannschaft hat gewonnen.“

Franz Steer (Dresden): „Wir haben zwar gut begonnen, sind durch das erste Tor aber aus dem Rhythmus gekommen. Wir konnten danach das Tempo nicht erhöhen. Weißwasser hatte den größeren Willen, dieses Spiel zu ziehen. Natürlich bin ich sauer über das Ergebnis.“

Eislöwen Dresden – Lausitzer Füchse 0:5 (0:2, 0:2, 0:1)
Tore: 0:1 Neuert (7.), 0:2 Boiarchinov (7.), 0:3 Schmidt (43.), 0:4 Kuchejda (35.), 0:5 Hayes (47.); Schiedsrichter: Aumüller/Oswald; Zuschauer: 4412 (ausverkauft); Strafminuten: 10/10.

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