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Eishockey
Füchse-Drama in Bremerhaven mit Happy-End

Füchse-Verteidiger Maximilian Adam und der Bayreuther Sebastian Busch kämpfen um den Puck.
Füchse-Verteidiger Maximilian Adam und der Bayreuther Sebastian Busch kämpfen um den Puck. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Die Lausitzer Füchse kämpfen am Dienstag in der siebten Partie gegen Bayreuth um den Klassenerhalt. Die RUNDSCHAU hat im Geschichtsbuch geblättert und sich die bisherigen Entscheidungsspiele angeschaut. Es gab späten Jubel - aber auch einen Schock. Von Frank Noack

Das wird eine schaurig-spannende Premiere! Eishockey-Weißwasser erlebt am Dienstagabend zum ersten Mal das Entscheidungsspiel Nummer sieben einer Serie im Fuchsbau. Gegen die Bayreuth Tigers kämpfen die Lausitzer Füchse ab 19.30 Uhr um den Klassenerhalt in der DEL2. Beide Teams haben in der Serie nach dem Modus „best of seven“ jeweils drei Siege auf ihrem Konto.

Seit der Wende müssen die Füchse überhaupt erst zum zweiten Mal in das ominöse Spiel Nummer sieben. In der Zweitliga-Saison 2007/08 gab es dieses Duell gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven, die inzwischen in der DEL spielen. Auch damals ging es um den Klassenerhalt. Die Füchse lagen in der Playdown-Serie schon  1:3 hinten, ehe sie mit zwei Siegen doch noch das siebte Spiel erzwangen. Das Herzschlag-Finale gab es am 1.4.2008 in der legendären alten Eishalle am Wilhelm-Kaisen-Platz in Bremerhaven. 3:3 hieß es nach dem zweiten Drittel, ehe die Gastgeber die entscheidenden Treffer erzielten und letztlich 6:4 gewannen.

Die Füchse waren damit sportlich abgestiegen. Aber: Bereits unmittelbar nach der bitteren Niederlage sickerte noch in der Kabine durch, dass die Eisbären Regensburg und die Moskitos Essen vor der Insolvenz stehen. Die Enttäuschung über die Niederlage hielt sich also in Grenzen, weil die Rettung am grünen Tisch in Aussicht stand. „Zu 90 Prozent wussten wir, dass wir in der Liga bleiben“, erinnert sich  Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach. Damals war er noch Student und unterstützte Trainer Thomas Popiesch, zum Beispiel bei der Video-Analyse. Und in der Tat blieb Weißwasser trotz des Dramas im Spiel sieben von Bremerhaven in der 2. Liga.

Mit André Mücke und Thomas Götz standen damals zwei Spieler auf dem Eis, die jetzt immer noch das Füchse-Trikot tragen. Mücke ist inzwischen 35 Jahre, Götz 32. Am Ende ihrer langen Karriere wollen beide auch am Dienstag gegen Bayreuth eine wichtige Rolle spielen.

In den Geschichtsbüchern sind außerdem noch drei Entscheidungsspiele in „best of five“-Serien verewigt. In der Zweitliga-Saison 1992/93 erlebten die Fans dieses Spektakel sogar gleich doppelt. Im Playoff-Viertelfinale setzte sich der ES Weißwasser im entscheidenden Spiel zu Hause gegen den EC Kassel mit 7:6 in der Verlängerung durch. Hubert Hahn sorgte nach 5:37 Minuten der Verlängerung für den umjubelten Siegtreffer. Im Halbfinale gab es in Spiel fünf dann einen 6:5-Auswärtssieg beim Augsburger EV.

2002/03 endete die Playdown-Serie gegen den ESV Kaufbeuren dagegen mit einem Schock. Die Füchse verloren das entscheidende fünfte Spiel in Kaufbeuren mit 3:5 – und stiegen in die Oberliga ab.

So berichtete die RUNDSCHAU damals über das siebte und entscheidende Playdown-Spiel in Bremerhaven am 1. April 2008.
So berichtete die RUNDSCHAU damals über das siebte und entscheidende Playdown-Spiel in Bremerhaven am 1. April 2008. FOTO: LR