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| 18:20 Uhr

Eishockey
Playdowns – keine Zeit für lange Bärte

Füchse-Trainer Robert Hoffmann, hier mit Verteidiger Jimi Santala, würde sich über ein frühes Ende der Playdown Serie gegen Bayreuth sicher freuen. Doch er warnt eindringlich davor, den Gegner zu unterschätzen.
Füchse-Trainer Robert Hoffmann, hier mit Verteidiger Jimi Santala, würde sich über ein frühes Ende der Playdown Serie gegen Bayreuth sicher freuen. Doch er warnt eindringlich davor, den Gegner zu unterschätzen. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Die Lausitzer Füchse starten am Dienstagabend in die haarige Abstiegsrunden-Serie mit den Bayreuth Tigers. Weißwasser-Coach Hoffmann warnt davor, den Gegner zu unterschätzen.

Von Jan Lehmann

Wenn die Lausitzer Füchse an diesem Dienstagabend in das erste Abstiegsrunden-Duell gegen die Bayreuth Tigers (19.30 Uhr) gehen, dann kommt endlich auch wieder ein wichtiges Männerthema auf den Tisch: Die aktuelle Bartmode. Und die ist ja eine ziemlich haarige Angelegenheit:

Der derzeitige Trend, wonach sich gefühlt mindestens jeder zweite Mann mit halbwegs brauchbarer Gesichtsbehaarung einen mehr oder minder veritablen Vollbart stehen lässt, ist definitiv Geschmackssache. Nur im Eishockey gibt es darüber keine zwei Meinungen: Wenn die Playoffs anstehen, lassen die Profis den Bart wachsen – aus Aberglaube. „Wer rasiert, verliert“, heißt es dann.

Und in den Playdowns? Die sind keine Zeit für lange Bärte. Schließlich gibt es einen entscheidenden Unterschied: In den Playoffs hofft man daraus, dass die Bärte schön lange sprießen, weil das bedeutet, dass die Mannschaft auch schön lange um die Meisterschaft mitkämpft. Mickrige Drei-Tage-Bärte wie beim Weißwasseraner Erzrivalen Dresdner Eislöwen, für den nach zwei verlorenen Pre-Playoff-Spielen die DEL2-Saison schon beendet ist, sind dann nichts anderes als eine haarsträubende Enttäuschung.

In der Abstiegsrunde ist die Bartmode dagegen eine ganz andere: Dort sollten die Stoppeln schön kurz bleiben. Wer früh raus ist, hat eher den Klassenerhalt geschafft.

Also: Falls einige Profis der Lausitzer Füchse in den kommenden Tagen den Rasierpinsel aus dem üblichen K.o.-Runden-Aberglauben lieber im Schrank lassen, so steckt keineswegs die Hoffnung auf eine lange Serie dahinter. Im Gegenteil: Im Fuchsbau würden sich gewiss nicht wenige darüber freuen, wenn der Trend in Weißwasser in dieser Saison zum Acht-Tage-Bart gehen würde. Innerhalb von acht Tagen könnten die Füchse nämlich die vier nötigen Siege gegen Bayreuth einfahren und den Klassenerhalt feiern.

Doch Trainer Robert Hoffmann, der ohnehin das ganze Jahr über ein überzeugter Vollbartträger ist, hat derzeit gewiss andere Sorgen als die Gesichtsbehaarung seiner Spieler. Er warnt: „Wir sprechen hier von einer Serie ,best of seven‘ – die kann sehr lang werden. Da kann man schon 3:0 führen und immer noch verlieren.“ In Weißwasser wollen sie sich nicht von der Favoritenrolle blenden lassen. Hoffmann erklärt: „Bayreuth ist ein unangenehmer Gegner, der zwischen den Spielsystemen switchen kann. Es ist nicht vorhersehbar, wie sie agieren werden.“

Fest steht, dass Hoffmann am Dienstag seine Bestbesetzung aufbieten kann. Bis auf Förderlizenzspieler Vincent Hessler, dessen Saison wegen einer Schulterverletzung vorzeitig beendet ist, sind alle Füchse fit. Der Cheftrainer betont: „Es ist wichtig, dass wir gut in die Serie reinkommen und unser Spielsystem durchdrücken.“ Dabei setzt Hoffmann auf die Routiniers: „Wir sind eine sehr junge Mannschaft. Unsere Alten wie Kapitän André Mücke oder Thomas Götz müssen ihre Erfahrung einbringen.“

Für Götz stehen die letzten Spiele in der DEL2 bevor. Das Weißwasseraner Urgestein hat sein Karriereende nach dieser Saison angekündigt. Eine kurze Serie mit vier Füchse-Siegen würde also bedeuten, dass schon in acht Tagen für ihn endgültig mit dem Eishockey Schluss wäre. Trotz aller Wehmut: Der 32-Jährige wird garantiert alles dafür geben, dass die Bayreuther am Dienstag zum Auftakt der Playdowns gleich mal richtig rasiert werden.

Jeff Hayes (l.) und die Füchse sind gegen Bayreuth klarer Favorit.
Jeff Hayes (l.) und die Füchse sind gegen Bayreuth klarer Favorit. FOTO: Thomas Heide
Für Thomas Götz stehen die letzten Spiele vorm Karriereende an.
Für Thomas Götz stehen die letzten Spiele vorm Karriereende an. FOTO: Thomas Heide