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| 19:15 Uhr

Eishockey
Erste Niederlage für Oktoberfest-Füchse

Die Füchse (hier Oliver Granz/M.) hatte einen schweren Stand in den Oktoberfest-Trikots.
Die Füchse (hier Oliver Granz/M.) hatte einen schweren Stand in den Oktoberfest-Trikots. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Jetzt ist es passiert: Die Lausitzer Füchse kassieren gegen Frankfurt ihre erste Niederlage in dieser DEL2-Saison. Zwischenzeitlich sieht es sogar nach einem Debakel aus. Und auch die Trikots sind diesmal ungewohnt. Von Frank Noack und Paul Resagk

Stell dir vor, die Lausitzer Füchse haben an einem Wochenende gleich zwei Mal ein Spitzenspiel! Der überaus starke Saisonstart der Mannschaft von Trainer Corey Neilson macht es möglich. Am Freitagabend setzten sich die Füchse als überraschender Spitzenreiter der DEL2 beim Tabellenvierten ESV Kaufbeuren mit 6:4 durch. Am Sonntag gab es dann vor heimischer Kulisse bereits das nächste Spitzenspiel – gegen die drittplatzierten Löwen Frankfurt. Im Duell mit dem Titelträger von 2017 kassierte Weißwasser dann im neunten Saisonspiel doch die erste Niederlage. Sie fiel mit 2:6 ziemlich deftig aus, war jedoch auch in dieser Höhe verdient.

Im Tor der Füchse stand erneut Olafr Schmidt. Am Freitagabend beim Auswärtssieg in Kaufbeuren bekam zunächst Konstantin Kessler eine Chance. Nach der Hälfte der Partie kehrte dann jedoch Schmidt zurück in den Kasten. Der 23-jährige Deutsch-Kanadier ist eine der Entdeckungen dieser Saison in Weißwasser und gehört auch von der Statistik her zu den besten Keepern der DEL2.

Dabei bot sich den 2328 Zuschauern am Sonntagabend ein ungewohntes Bild, weil die Füchse nicht in den regulären Trikots, sondern in blau-weißer Oktoberfest-Kleidung spielten. Und so kleinkariert wie die neuen Trikots wirkte über weite Strecken auch das Spiel der Gastgeber. Denn so richtig krachen ließen es nur die Löwen aus Frankfurt. Durch Tore von Adam Mitchell und Mathew Pistilli gingen die Gäste bereits in der 4. Minute mit 2:0 in Führung. Lediglich 16 Sekunden lagen zwischen beiden Treffern – also eine Art Bierdusche für Weißwasser. Auch ungewohnt nach den bisherigen Eindrücken dieser Saison: Läuferisch war Frankfurt ebenfalls überlegen und setzte Weißwasser immer wieder unter Druck.

Die Füchse taten sich schwer, um mit ihren neuen Trikots und auch mit diesem Spiel gegen die robusten Hessen warm zu werden. Bei doppelter Überzahl hatte Lukas Koziol in der 18. Minute sogar das 3:0 auf dem Schläger, verzog aber aus Nahdistanz mit der Rückhand.

Doch im zweiten Drittel folgten dann weitere kalte Duschen. Carter Proft (22.) und Magnus Eisenmenger (24.) erhöhten kurz nach Wiederbeginn auf 4:0 für Frankfurt. Die Füchse taumelten jetzt regelrecht auf dem Oktoberfest-Eis. Die Fans nahmen das Debakel mit Galgenhumor. „Zieht doch mal die Trikots aus“, skandierten sie. Eine Oktoberfest-Gaudi war dieses Spiel aus Füchse-Sicht wahrlich nicht. Brett Breitkreuz schoss das 5:0 für Frankfurt (32.), seinem Bruder Clarke gelang mit dem 1:5 zumindest eine dezente Resultats-Verbesserung (35.).

Die Partie war natürlich längst entschieden - die Party fiel diesmal aus. Trotzdem gab es im letzten Drittel stehende Ovationen der Zuschauer für die Füchse. Es war aber wohl eher die Anerkennung für den überaus starken Saisonstart mit acht Siegen in den ersten acht Spielen. Jordan George (2:5/56.) und Tim Schüle (6:2/58.) sorgten für den Endstand.

Und immerhin gibt es ja zumindest einen kleinen Trost nach diesem Debakel: In ihren gewohnten Trikots sind die Lausitzer Füchse weiterhin ungeschlagen.

Am kommenden Freitag geht es für die Füchse mit dem Heimspiel gegen die Tölzer Löwen weiter. Die Partie beginnt um 19.30 Uhr.

Matti Tiilikainen (Trainer Frankfurt): „Weißwasser hat eine starke Serie hingelegt. Wir waren sehr gut vorbereitet auf dieses Spiel. Der Start in die Partie war gut, ich bin sehr zufrieden.“

Corey Neilson (Füchse-Trainer): „Es war ein faires Ergebnis. Wir hatten zwar viele Chancen, aber wir haben auch viele Chancen vergeben. Frankfurt hat einen sehr guten Job gemacht. Ich bin trotzdem stolz, dass wir nie aufgegeben haben.“

Lausitzer Füchse – Löwen Frankfurt 2:6 (0:2, 1:3, 1:1)

Tore: 0:1 Mitchell (4.), 0:2 Pistilli (4.), 0:3 Proft (23.), 0:4 Eisenmenger (24.), 0:5 Brett Breitkreuz (32.), 1:5 Clarke Breitkreuz (35.), 2:5 George (56.), 2:6 Schüle (58.); Schiedsrichter: Engelmann/Janssen; Zuschauer: 2328; Strafminuten: 18/18.

Das nächste Spiel: Lausitzer Füchse – Tölzer Löwen am Freitag um 19.30 Uhr.

Komplette Statistik

Lausitzer Füchse - Frankfurt FOTO: Thomas Heide