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| 20:38 Uhr

Eishockey
Wichtiger Füchse-Sieg und kurioser Pfiff

Marius Schmidt jubelt. Die Füchse haben nur noch fünf Punkte Rückstand auf Rang zehn.
Marius Schmidt jubelt. Die Füchse haben nur noch fünf Punkte Rückstand auf Rang zehn. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser . Weißwasser gewinnt das Heimspiel gegen Schlusslicht Bad Tölz verdient mit 6:2. Der Rückstand auf Platz zehn beträgt nur noch fünf Punkte. Eine Schiri-Entscheidung sorgt für Diskussionen. Von Frank Noack

Die Lausitzer Füchse haben das schmerzhafte Start-­Debakel unter der Zugspitze am Freitag beim SC Riessersee gut verkraftet – ob es allerdings für Weißwasser doch noch hoch in die Pre-Playoffs geht, bleibt offen. ­Immerhin gewannen die Füchse am Sonntagabend das Heimspiel gegen DEL2-Schlusslicht Tölzer Löwen trotz einer kuriosen Schiedsrichter-Entscheidung mit 6:2. Sie verkürzten den Rückstand auf Platz zehn, der den vorzeitigen Klassen­erhalt bedeutet, von acht auf fünf Punkte.

Es war also ein wichtiger Sieg der Füchse, die trotz schneller Führung zwischenzeitlich aber Probleme hatten. „Der erste Schuss war gleich drin. Da dachten die Jungs wohl, es geht so weiter. Ab dem 2. Drittel haben wir uns an den Matchplan gehalten und die einfachen Dinge richtig gemacht“, analysiert Coach Robert Hoffmann. Alles andere als zufrieden war Gäste-Trainer Rick Boehm: „Es ist sehr enttäuschend, wie wir uns heute präsentiert haben. ­Alles, was uns auszeichnet – Kampf, ­Einsatz und Moral – haben wir vermissen lassen.“

Bei den Gastgebern stand vor 2302 Zuschauern erneut Maximilian Franzreb im Tor. Am Freitag bei der 1:5-Niederlage gegen Riessersee hatte Franzreb nach vier Gegen­toren im 1. Drittel seinen Platz zugunsten von Konstantin Kessler geräumt. Zumindest der Start ins Heimspiel war perfekt. Bereits  nach 50 Sekunden traf Ryan Warttig zur 1:0-Führung für die Füchse, die sehr engagiert begannen. Doch der Spielfluss geriet ins Stocken, als Roope Ranta eine Zehn-Minuten-Strafe kassierte.

Die Füchse überstanden zwar diese Unterzahl, aber danach gelang dem Schlusslicht aus Bad Tölz ein Doppelschlag. Innerhalb von reichlich einer Minute traf erst Johannes Sedlmayr (1:1/12.), anschließend auch der inzwischen 41-jährige Ex-­Nationalspieler Klaus Kathan (1:2/13.).

Ihre zwischenzeitliche Verunsicherung ließen die Gastgeber aber in der Kabine. Denn zu Beginn des 2. Drittels gelang ihnen der 2:2-Ausgleich durch Charly Jahnke (22.).

Viele fragende Gesichter gab es in der 27. Minute: Weißwasser erzielte zwar das dritte Tor – es zählte aber nicht. Nach Begutachtung des Videobeweises entschieden die Schiedsrichter, dass sie das Spiel schon unterbrochen hatten. Auf den ersten Blick kurios, weil das entsprechende Video ohne Ton aufgenommen wird. Eine RUNDSCHAU-Recherche unmittelbar nach dem Schlusspfiff ergab: Die Schiris hatten das Spiel offenbar einen Tick  zu früh unterbrochen. Auf dem Videobeweis ist jedoch auch die Spieluhr zu sehen, die anzeigt, ob und wann unterbrochen worden ist.

Füchse-Stürmer Jeff Hayes (r.) kämpft in dieser Szene mit dem Tölzer Maximilian Hörmann um den Puck.
Füchse-Stürmer Jeff Hayes (r.) kämpft in dieser Szene mit dem Tölzer Maximilian Hörmann um den Puck. FOTO: Thomas Heide

Trotzdem staunten selbst die ­Trainer. Gäste-Coach Boehm: „Es ist selten, dass ein Videobeweis hergenommen wird, um zu sehen, ob das Spiel abgepfiffen ist. Im Nachhinein ist die Entscheidung aber korrekt.“

Egal – die Füchse waren jetzt trotzdem zurück in der richtigen Spur. Feodor Boiarchinov (31.) und Marius Schmidt (33.) sorgten für die 4:2-Führung. Im letzten Drittel erhöhte Chris Owens auf 5:2 (54.), ­Roope Ranta machte dann mit dem 6:2 (60.) den auch in dieser  Höhe verdienten Heimsieg endgültig klar.

Lausitzer Füchse – Tölzer Löwen 6:2
Tore: 1:0 Warttig (1.), 1:1 Sedlmayr (12.), 1:2 Kathan (13.), 2:2 Jahnke (22.), 3:2 Boiarchinov (31.), 4:2 Schmidt (33.), 5:2 Owens (54.), 6:2 Ranta (60.); Schiedsrichter: Fischer/Krawinkel; ­Zuschauer: 2302; Strafminuten: 10 + 10 (Ranta) / 14.

Das nächste Spiel: Eislöwen Dresden – Lausitzer Füchse am Freitag um 19.30 Uhr.

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