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| 10:34 Uhr

Eishockey
Füchse siegen sich von Rekord zu Rekord

FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Weißwasser hat sich mit dem Sieg gegen Kaufbeuren für die Playoffs in der DEL2 qualifiziert. Und die 14 Jahre alte Punkte-Bestmarke überboten. Und kann die Hauptrunde als Tabellenführer abschließen. Und in dieser Saison sogar noch viel mehr erreichen? Von Frank Noack

Es gäbe schon jetzt einige gute Gründe für die Lausitzer Füchse, die aktuelle Saison in der DEL2 zu feiern. Durch den 6:3-Heimsieg gegen den ESV Kaufbeuren hat Weißwasser nicht nur die Teilnahme an der Playoff-Runde definitiv sicher, sondern auch einen neuen Rekord aufgestellt. Den 3. Tabellenplatz belegen die Füchse mit 85 Punkten – eine solche Ausbeute gab es seit der Zugehörigkeit zum gesamtdeutschen Eishockey noch nie.

„Es ist bis jetzt die Saison schlechthin für uns. Die historische Punktausbeute ist absolut verdient“, sagt Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach.

Der bisherige Punkterekord stammt aus der Saison 2004/05. Damals waren es nach 52 Hauptrunden-Spielen unter dem damaligen Trainer Horymir Sekera insgesamt 84 Zähler. In der laufenden Spielzeit haben die Füchse noch sechs Partien Zeit, die Ausbeute weiter in die Höhe zu schrauben. Im Idealfall können sie sogar die 100-Punkte-Marke knacken.

Aber nicht nur wegen des neuen Rekordes war das 6:3 gegen Kaufbeuren ein bemerkenswertes Spiel am Sonntagabend im Fuchsbau. Jede Menge Trost, aber eben auch einen echten Albtraum nahm Kaufbeurens Torhüter Michael Güßbacher mit auf die Heimreise in Richtung Allgäu. Ausgerechnet bei seinem Debüt in der DEL2 kassierte der 23-jährige Keeper gleich in der 1. Minute zwei Gegentreffer. Danach erlöste ESVK-Trainer Andreas Brockmann den Schlussmann und holte Güßbacher vom Eis – nach exakt 56 Sekunden.

Lausitzer Füchse - ESV Kaufbeuren FOTO: Thomas Heide

„Es war ein Zeichen an die Mannschaft. Ich wollte ihn aber auch schützen, weil die ersten beiden Schüsse gleich drin waren“, erklärte Brockmann. „Es ist eine harte Zeit für ihn. Aber so ist leider der Sport.“

Für die Torhüter sei es „kein guter Abend“ gewesen, befand auch Füchse-Trainer Corey Neilson. Schließlich musste auch Weißwassers Keeper Maximilian Franzreb drei Mal den Puck aus dem Netz holen. Und im letzten Drittel hatten die Gastgeber das Glück auf ihrer Seite, als Franzreb bei einer Rettungsaktion am kurzen Pfosten mit dem Puck unter dem Schoner in Richtung Torlinie rutschte. Nach Begutachtung des Videobeweises entschieden die Schiedsrichter – kein Tor.

Für die Füchse war damit endgültig der Weg frei zum mittlerweile 28. Sieg im 46. Spiel in dieser Saison und auch damit zur Rekordausbeute von 85 Zählern. Als Tabellendritter hat Weißwasser derzeit zwei Punkte Rückstand auf Frankfurt und Ravensburg, sogar die Spitzenposition nach der Hauptrunde ist also in den verbleibenden sechs Partie noch möglich – es wäre der nächste Rekord in der Vereinsgeschichte. Hauptrunden-Meister war Weißwasser noch nie. Die beste Platzierung war Rang vier in der Saison 1992/93.

Zunächst geht es jedoch darum, das Heimrecht im Playoff-Viertelfinale zu sichern, also mindestens auf Rang vier einzukommen. Von einer vorgezogenen Party will Geschäftsführer Dirk Rohrbach deshalb nichts wissen: „Nach der sicheren Playoff-Teilnahme geht für uns der Blick nach vorn. Es ist bemerkenswert, wie wir die Zuschauer und Sponsoren begeistern. Jetzt hoffen wir auf mehr und die beste Saison in der Nachwendezeit.“

Noch mehr als beim Finaleinzug 1992/93 würde ja bedeuten… Genau – die Meisterschaft. Aber schon jetzt ist diese Saison der Lausitzer Füchse rekordverdächtig gut.