ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 09:45 Uhr

Eishockey
Füchse genießen Sekunden-Sieg im Sachsenderby

FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Dramatischer geht es kaum: Mit dem letzten Torschuss bezwangen die Lausitzer Füchse den ewigen Rivalen Crimmitschau im Sachsenderby. Besonders für den Torschützen ist der Sekunden-Sieg ein Genuss. Von Jan Lehmann und Frank Noack

So enden eigentlich Eishockey-Filme aus den 90er-Jahren: Bei den Lausitzer Füchsen war am Dienstagabend im hart umkämpfen Sachsenderby gegen die Eispiraten Crimmitschau die vorletzte Sekunde der regulären Spielzeit angebrochen, das 4:4 auf der Anzeigetafel zeugte bereits von einem bemerkenswerten Spiel in den absolvierten 59:58 Spielminuten. Doch dann legte Füchse-Angreifer Jeff Hayes den Puck noch einmal quer vor das Gäste-Tor. Dort hatte sich Jordan George mit zwei schnellen Rückwärtsschritten freigemacht. Der Deutsch-Amerikaner fackelte nicht lange und jagte den Puck über die Linie – das war auch höchste Zeit. Hätte er auch nur ein bisschen gezögert, Weißwasser wäre dieser Sekunden-Sieg im Sachsenderby verwehrt geblieben.

So aber versank der Fuchsbau im Freudentaumel, so etwas haben sie in Weißwasser lange nicht gesehen. Mit dem spektakulären Erfolg gegen die ewigen Rivalen aus Westsachsen gewann das Team von Trainer Corey Neilson auch ihr bisher viertes Derby dieser DEL2-Saison. Auch gegen Dresden waren die Füchse schließlich mit weißer Weste geblieben.

Lausitzer Füchse - Crimmitschau FOTO: Thomas Heide

Für Torschütze George war der Siegtreffer ein Augenblick zum Genießen. Der 28-Jährige sagte freudestrahlend: „Es ist unglaublich! Schön, dass wir mehrfach ins Spiel zurückgekommen sind und am Ende noch gewinnen. Ganz ehrlich: Ein so spätes Tor habe ich noch nie geschossen. Ich freue mich aber vor allem für unsere Mannschaft. Wir haben viel investiert und uns den verdienten Lohn geholt.“

Sein Trainer Corey Neilson verriet derweil, dass ausgerechnet der Torschütze zuletzt ziemliche Probleme hatte: „Jordan George zweifelt oft an sich“, so Neilson, der betonte: „Aber er ist ein sehr gutes Spieler, der immer hart arbeitet. Er hatte in den vergangenen Tagen ein paar gesundheitliche Probleme. Durch Grippe hat er fünf Kilo an Gewicht verloren. Trotzdem war es wichtig, dass er spielt, auch in Überzahl. Denn da ist er richtig gut.“ Das wissen spätestens seit ihrem Sekundentod vom Dienstagabend auch die Eispiraten aus Crimmitschau. Weißwasser hat dem Team der Stunde mit diesem Nackenschlag jedenfalls erst einmal den Stecker gezogen. Gäste-Coach Kim Colins gab zu: „Egal, ob im Derby oder in einem anderen Spiel – das Gegentor eine Sekunde vor Schluss zu bekommen, ist schwer zu verkraften.“

Der Spielbericht zum Nachlesen: Lausitzer Füchse - Eispiraten Crimmitschau 5:4