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| 18:08 Uhr

Eishockey
DEB-Team wartet auf seine NHL-Stars

Der Deutsche Eishockey-Bund wartet auf die Freigabe von Dennis Seidenberg (Foto) und Leon Draisaitl. Noch sind Versicherungsfragen ungeklärt.
Der Deutsche Eishockey-Bund wartet auf die Freigabe von Dennis Seidenberg (Foto) und Leon Draisaitl. Noch sind Versicherungsfragen ungeklärt. FOTO: Monika Skolimowska / dpa
Dresden. Die Erwartungen sind groß, wenn die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft am Samstag in Weißwasser auf die Slowakei trifft.

Die Olympia-Sensation zählt nicht mehr. Bundestrainer Marco Sturm sorgt sich trotz der Silbermedaille von Pyeongchang um die Zukunft des deutschen Eishockeys und warnt vor zu großen Erwartungen bei der anstehenden WM in Dänemark (4. bis 20. Mai). „Die sind schon sehr groß nach Olympia. Unter den Top Acht zu bleiben, ist schon ein großes Ziel“, sagte Sturm am Freitag in Dresden vor den beiden WM-Tests am Wochenende gegen Ex-Weltmeister Slowakei in Weißwasser und Dresden.

Anders als bei Olympia, als die beste Liga der Welt nicht pausieren wollte, werden in Dänemark diesmal in jeden Fall wieder NHL-Profis teilnehmen. Zugesagt haben bereits Jungstar Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers und Stanley-Cup-Sieger Dennis Seidenberg von den New York Islanders. Weitere Spieler könnten bei einem Ausscheiden in der ersten NHL-Playoffrunde folgen. Ob Draisaitl und Seidenberg aber schon nach den Spielen gegen die Slowakei am Samstag in Weißwasser (17.45 Uhr) und am Sonntag in Dresden (17 Uhr, beide laufen in Sport 1) dabei sein werden, ist noch unklar. Noch sind Versicherungsfragen zu klären. „Ich wäre ja schon froh, wenn ich einen von beiden nächste Woche schon in Berlin dabei hätte“, sagte Sturm.

Dies wäre auch angesichts der durch die Rücktritte der Führungsspieler Christian Ehrhoff, Marcel Goc und Patrick Reimer durcheinander gewirbelten Hierarchie umso wichtiger. Dadurch wird Sturm nun zum Umbruch bei der WM gezwungen. Wegen des Abtritts der Routiniers haben auch einige aus dem aktuellen - bestenfalls - B-Kader des DEB gute WM-Chancen. „Einige, die jetzt dabei sind, werden es bis zur WM schaffen“, kündigte Sturm an. Auch angesichts der notwendigen Verjüngung sind längst nicht alle Olympia-Fahrer für die WM gesetzt.

In den vergangenen beiden Jahren hatte Sturm das deutsche Team jeweils bis ins WM-Viertelfinale geführt. „Doch es wird auch wieder Rückschläge geben. Sonst wären wir bald die Nummer eins der Welt. Und das wird nicht passieren“, warnte der 39-Jährige scherzend im Hinblick auf den neuen Anspruch nach dem größten deutschen Eishockey-Erfolg überhaupt in Südkorea.

Um die Gefahr von Rückschlägen in Zukunft zu minimieren, forderte Sturm auch die Deutsche Eishockey Liga (DEL) auf, mehr für die Förderung des Nachwuchses zu tun: „Da muss noch mehr kommen in Zukunft.“ Den Sensationserfolg bei Olympia hatte der DEB vor allem mit etlichen schon über 30 Jahre alten Spielern geschafft. „Andere Nationalmannschaften werden immer jünger und schneller. Bei uns geht die Entwicklung genau in die andere Richtung. Wir werden älter“, sagte Sturm. Schon seit langem gibt es Kritik an den DEL-Clubs, jungen Talenten zu wenig Einsatzzeiten zu verschaffen.

In Dresden hat Sturm derzeit nur notgedrungen ein junges Team beisammen. In Torhüter Timo Pielmeier und Verteidiger Björn Krupp sind nur zwei Silbermedaillengewinner dabei, dafür aber neun Neulinge. Die Olympioniken der in den Playoff-Halbfinals ausgeschiedenen Teams aus Köln und Mannheim sollen erst in der kommende Woche dazustoßen.

Da zudem gleich zehn weitere Silber-Gewinner noch in der am Freitag gestarteten Finalserie zwischen München und Berlin gebunden sind, wird das Kader-Puzzle in diesem Jahr besonders knifflig. „Die endgültige Nominierung werde ich erst drei Tage vor dem WM-Beginn machen können“, kündigte Sturm an.