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| 18:27 Uhr

Eishockey
Bruder Fürchterlich kommt in den Fuchsbau

Clarke Breitkreuz spielte fünf Jahre in Frankfurt.
Clarke Breitkreuz spielte fünf Jahre in Frankfurt. FOTO: imago/Jan Huebner / Huebner/Roith
Weißwasser. Die Lausitzer Füchse haben mit Clarke Breitkreuz (26) einen Stürmer verpflichtet, den die eigenen Fans lieben.Und die gegnerischen Fans wegen der harten Spielweise meistens auspfeifen. Von Frank Noack

Wenn alles läuft wie geplant, dann könnte es eine der fürchterlichsten Neuverpflichtungen in der Geschichte der Lausitzer Eishockey-Füchse werden – ­allerdings im positiven Sinne. Clarke Breitkreuz (26) vom Liga-Konkurrenten Löwen Frankfurt stürmt in der kommenden Saison der DEL2 im Weißwasseraner Trikot. Bei den Hessen bildeten Clarke und sein Bruder Brett Breitkreuz in den vergangenen Jahren gemeinsam das Sinnbild für eine körperbetonte Spielweise auf dem Eis. Beide be­kamen deshalb den Spitznamen „Gebrüder Fürchterlich“ verpasst.

Auf diese Tugenden und noch ein wenig mehr hoffen nun auch die Füchse. „Clarke ist ein ,Aggressiv Leader‘, der nicht nur die Checks zu Ende fährt, sondern auch ein ehrliches und geradliniges Eishockey spielt“, erklärt Cheftrainer Robert Hoffmann in einer Mitteilung des Vereins. Weiter sagt Hoffmann über Breitkreuz: „Er hat Leader-Qualitäten und genau das brauchen wir. Ich freue mich sehr, dass sich Clarke für uns entschieden hat.“

„Aggressiv Leader“ gehen nicht nur im Eishockey dahin, wo es dem Gegner wehtut. So wie früher Steffen Effenberg beim deutschen Fußball-Rekordmeister ­Bayern München; oder sein legitimer Nachfolger Mark van Bommel. Es sind jene Spieler, die von den eigenen Fans für ihre harte Gangart geliebt werden. Von den gegnerischen Fans werden sie gehasst und ausgepfiffen.

Dass Clarke Breitkreuz diesen Job als „Aggressiv Leader“ beherrscht, hat er in den vergangenen fünf Jahren bei den Löwen Frankfurt nachgewiesen. 2013 stieg er gleich in seiner ersten Saison mit den Hessen in die DEL2 auf. 2016/17 gewann er gemeinsam mit seinem Bruder Brett die Meisterschaft mit den Löwen Frankfurt.

Warum sich das Duo dabei auch den Namen „Gebrüder Fürchterlich“ erarbeitete, verdeutlicht eine Episode aus dem Jahr 2013. Damals spielten beide noch für die Füchse Duisburg. Als Brett in einem Spiel von einem Gegen­spieler ordentlich vermöbelt wurde, eilte Clarke seinem drei Jahre älteren Bruder zur Hilfe und schnappte sich den deutlich größeren Kontrahenten. Später gab Clarke Breitkreuz  dann zu Protokoll: „Wenn jemand Brett ­attackiert, rauscht in mir das ­Adrenalin hoch.“

Der Füchse-Neuzugang gilt als der emotionalere der „Gebrüder Fürchterlich“. Und diese Emotionen sind ziemlich oft auch recht schmerzhaft. 2015 lieferte sich Clarke Breitkreuz im Spiel gegen Bremerhaven einen Faustkampf mit Marc Kohl und zog sich dabei einen Handbruch zu.

Clarke Breitkreuz (M.) geht davon, wo es dem Gegner wehtut. Hier attackiert er Füchse-Torhüter Maximilian Franzreb.
Clarke Breitkreuz (M.) geht davon, wo es dem Gegner wehtut. Hier attackiert er Füchse-Torhüter Maximilian Franzreb. FOTO: imago/Eibner / EIBNER/rrz

Dank ihrer deutschen Großeltern besitzen beide Brüder neben der kanadischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft. Nach den Verteidigern Oliver Granz (Moskitos Essen) und Mychal Monteith (ESV Kaufbeuren) ist Clarke Breitkreuz der dritte Neuzugang der Füchse. Während Brett seinen Vertrag in Frankfurt verlängert hat, musste sich Clarke einen neuen Verein suchen. „In den vergangenen fünf Spielzeiten war ­Clarke bei den Löwen ein wichtiger Teil der Teams. Allerdings wird sich das Gesicht der Mannschaft zur kommenden Saison doch deutlich verändern und einige Positionen – unter anderen auch seine – wollen wir in diesem Zuge neu besetzen“, begründete Löwen-Sportdirektor Franz Fritzmeier die Trennung.

In der zurückliegenden Saison kam Clarke Breitkreuz auf sieben Tore und neun Vorlagen. Beeindruckender ist aber seine Gesamt­bilanz in Frankfurt: In 211 Spiele für die Hessen sammelte der Stürmer 153 Scorer-Punkte. Weißwasser ist ein kompletter Neuanfang für den Deutsch-Kanadier. Und darauf hat Breitkreuz richtig Lust. „Ich kann es kaum erwarten, dass die neue Saison beginnt“, schreibt der Stürmer im Kurznachrichtendienst Twitter. Der Kontakt nach Weißwasser bestand wohl schon länger. Nun sei es „endlich offiziell“, freut sich Breitkreuz. „Danke ein letztes Mal an die Löwen Frankfurt und alle Fans und Freunde. Jetzt bin ich aufgeregt, etwas Neues zu machen in #hockeytown #gofüchsego.“

Keine Frage: Wer sich mit solchen Hashtags anmeldet, hat gute Chancen, sich auch im Fuchsbau mit fürchterlichem Einsatz die Gunst der Anhänger zu erkämpfen.