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| 02:43 Uhr

Boutin soll (und muss) wieder Nummer eins sein

Torwart Jonathan Boutin war zuletzt oft Zuschauer hinter der Bande.
Torwart Jonathan Boutin war zuletzt oft Zuschauer hinter der Bande. FOTO: Heide/thd1
Weißwasser. Nach dem Abgang von Torwart Dustin Strahlmeier in die DEL müssen die Lausitzer Füchse umbauen. Jonathan Boutin soll wieder Nummer eins werden. Doch hinter ihm liegt eine enttäuschenden Saison. Frank Noack

Es war eine durchwachsene Saison für die Lausitzer Füchse in der DEL2, die kürzlich mit dem Playoff-Aus in Bremerhaven zu Ende ging. Das spektakulärste Auf und Ab im Kader gab es zweifellos auf der Torhüter-Position. Dass der junge Dustin Strahlmeier (21 Jahre) den erfahrenen Jonathan Boutin als Nummer eins ablösen würde, war nicht zu erwarten. Eine Zeitenwende zwischen den Pfosten!

Aber wie geht es jetzt weiter? Am liebsten wollten die Füchse beide Keeper halten. Das hat bekanntlich nicht geklappt. Denn Strahlmeier unterschrieb in dieser Woche einen Vertrag beim Erstligisten Straubing Tigers (die RUNDSCHAU berichtete exklusiv). Boutin dagegen hat einen Zweijahres-Vertrag und ist damit auch für die Saison 2014/15 gebunden.

An diesem Freitag feierte der Torhüter seinen 29. Geburtstag. Ein Geschenk war die zurück liegende Saison für ihn jedoch nicht. Im September erkrankte Boutin an Pfeifferschem Drüsenfieber und fiel mehrere Wochen aus. Da Strahlmeier seine Chance überraschend konsequent und vor allem konstant nutzte, blieb der einstigen Nummer eins nur die Rolle des Ersatzmannes. Wegen der Ausländerregel musste Boutin als überzähliger Kontingentspieler oftmals sogar ganz zuschauen und war nicht einmal im Kader.

Fest steht schon jetzt: In der kommenden Spielzeit soll Boutin wieder die unangefochtene Nummer eins werden. Die Verantwortlichen im Fuchsbau trauen dem Kanadier durchaus zu, dass er an seine Topleistungen aus den vergangenen Jahren anknüpft. Dafür braucht er allerdings Spielpraxis - die er in der zurückliegenden Saison nicht bekam.

Der ursprüngliche Plan für 2014/15 war, Jonathan Boutin wieder zur Nummer eins zu machen und Strahlmeier zwar in die DEL abzugeben, aber auf Förderlizenz-Basis zumindest für einige Partien zurück zuholen. Dieser Plan ist mit dem Wechsel des jungen Keepers nach Straubing gescheitert, weil die Tigers eine Kooperation mit dem Füchse Ligakonkurrenten ESV Kaufbeuren unterhalten. Wenn in der 2. Liga, dann wird Strahlmeier also im Allgäu und nicht in der Lausitz eingesetzt werden.

Die Füchse müssen sich dagegen nach einer neuen Nummer zwei umschauen. Gesucht wird ein Keeper, der Boutin zumindest hin und wieder entlastet. Der erst 20-jährige Kiian Aaltonen aus dem aktuellen Kader ist dem Vernehmen nach dafür keine Option.

Trainer Dirk Rohrbach lässt jedenfalls keinen Zweifel daran, dass die Besetzung der Torwart-Position oberste Priorität genießt. Denn angesichts des kleinen Kaders ist ein starker Keeper als Rückhalt überlebenswichtig. "Wenn wir etwas er reichen wollen, dann brauchen wir eine Granate im Tor, den besten Torwart der Liga. In der zurückliegenden Saison hatten wir einen solchen Torwart nicht", räumt Rohrbach ein.

Vom jungen Strahlmeier war dies trotz seines deutlich Leistungssprunges freilich nicht zu erwarten. Und Boutin wurde durch die Erkrankung frühzeitig ausgebremst. Nun werden die Karten im Tor neu gemischt.