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| 14:45 Uhr

Eishockey
Ändern die Füchse ihre Taktik?

Ryan Warttig (M.) und die Füchse kassieren nach eigenen Toren derzeit viel zu schnell Bayreuther Gegentreffer.
Ryan Warttig (M.) und die Füchse kassieren nach eigenen Toren derzeit viel zu schnell Bayreuther Gegentreffer. FOTO: Thomas Heide
Weißwasser. Die Lausitzer Füchse bekommen zu spüren, dass in den Playdowns ganz andere Gesetze als in der Hauptrunde gelten. Im vierten Spiel gegen Bayreuth an diesem Dienstag könnte eine Vorentscheidung im Kampf um den Klassenerhalt fallen. Von Frank Noack

Es war zwar nur ein blutiger Kratzer im Gesicht von Kapitän André Mücke. Aber die Blessur steht irgendwie sinnbildlich für die Lage der Lausitzer Füchse: Sie sind angeschlagen im Kampf um den Klassenerhalt in der DEL2. Weißwasser verlor am Sonntag das dritte Spiel gegen die Bayreuth Tigers mit 5:6 nach Verlängerung und liegt nach Siegen jetzt 1:2 zurück. Anlass zur Sorge gibt vor allem die schwache Defensiv-Leistung. „Es sind fünf Spieler auf dem Eis und alle fünf Spieler müssen auch nach hinten arbeiten – nicht nur nach vorn. Das ist keine Kritik, aber wir müssen ja unsere Fehler analysieren und sie dann abstellen“, warnt Mücke.

Spiel Nummer vier in dieser Playdown-Serie nach dem Modus „best of seven“ findet an diesem Dienstag in Bayreuth statt (Beginn um 20 Uhr). Fest steht: Es ist das bisher wichtigste Spiel der Serie! Denn Außenseiter Bayreuth kann sich den dritten Sieg holen. Vier Erfolge sind für den Klassenerhalt nötig. Aus Sicht der Füchse würde eine weitere Niederlage die Lage noch einmal dramatisch verschärfen. Umgekehrt kann sich Weißwasser mit einem Sieg in Oberfranken das Heimrecht im eventuell entscheidenden siebten Spiel zurückholen. Die Füchse wären dann zumindest für den ­Moment wieder in der Spur.

Die Mannschaft von Trainer Robert Hoffmann bekommt derzeit schmerzhaft zu spüren, dass in den Playdowns eben andere Gesetze gelten als in der Hauptrunde, wo die Füchse drei der vier Partien gegen Bayreuth für sich entscheiden ­konnten.

Eines dieser wichtigen Playdown-Gesetze lautet: Siege kann man sich zwar auch erspielen. In den meisten Fällen muss man sie sich aber erkämpfen. Auch am Sonntag war es über weite Strecken schön anzusehen, was die Gastgeber in der Offensive auf das Eis kombinierten. Allerdings fingen sie sich beinahe nach jedem eigenen Tor hinten prompt einen Gegentreffer.

Auch bei Trainer Hoffmann läuten die Alarmglocken angesichts der teilweise naiven Defensiv-Leistung: „Wer geglaubt hatte, wir ziehen Bayreuth in dieser Serie einfach mal so ab, der wurde jetzt eines Besseren belehrt. Wir betreiben einen großen Aufwand, aber es kommt nicht viel rum dabei. Alles, was uns am Ende der Hauptrunde stark gemacht hat, fehlt nun. Wir müssen endlich wieder einfacheres Eishockey spielen.“

Im Moment spielen die Füchse zwar schön, aber erfolglos. Das Bayreuther Erfolgsrezept dagegen ist gleichermaßen simpel wie wirkungsvoll: Die Tigers lassen Weißwasser das Spiel machen und lauern auf die Lücken in der Füchse-Defensive. Und diese Lücken sind derzeit beängstigend groß. „Meine Jungs waren geduldig“, frohlockt Bayreuth-Coach Sergej Waßmiller nach dem Sieg in Weißwasser.

Kein Wunder, dass im Fuchsbau jetzt über eine defensivere Grundausrichtung diskutiert wird. Das Spiel würde dann womöglich zwar nicht mehr so schön aussehen – aber vielleicht erfolgreicher werden.