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Ab in den Fuchsbau – zum Nickerchen

Zuletzt fehlte den Lausitzer Füchsen die Kraft – die Pause vor dem Playoff-Viertelfinale kommt der Mannschaft gerade recht.
Zuletzt fehlte den Lausitzer Füchsen die Kraft – die Pause vor dem Playoff-Viertelfinale kommt der Mannschaft gerade recht. FOTO: Thomas Heide
Kaufbeuren/Weißwasser. Vor dem Playoff-Viertelfinale gegen den amtierenden DEL2-Meister Kassel Huskies sind die Lausitzer Füchse müde. Trainer Hannu Järvenpää verordnet dem Team eine Art Powernapping, bevor es in der K.o.-Runde hellwach sein soll. Jan Lehmann

Diesen Satz sagt der finnische Füchse-Trainer Hannu Järvenpää auf Deutsch: "Ich bin müde." Auf Englisch fügt der 53-Jährige am Sonntagabend nach der abschließenden 1:5-Hauptrunden-Niederlage beim ESV Kaufbeuren an, dass das ganze Team müde sei. Järvenpää macht keinen Hehl daraus, dass die bisher absolvierten 52 Spiele in der DEL2 viel Kraft gekostet haben und schnauft durch: "Ich bin glücklich, dass es vorbei ist."

Die Hauptrunde, wohlgemerkt! Die DEL2-Saison ist schließlich noch nicht vorbei, im Gegenteil: Sie fängt erst richtig an und soll aus Weißwasseraner Sicht noch am besten bis Mitte April dauern. Dann sind die Finalspiele angesetzt.

Mit dem Viertelfinal-Playoff gegen den amtierenden Meister Kassel Huskies stehen den Füchsen aber schon Mitte März große Spiele bevor - am nächsten Dienstag geht es in Kassel los. Järvenpää verspricht: "Dann werden wir wieder ein anderes Hockey-Team erleben."

Seiner Mannschaft war am Ende dieser furiosen Hauptrunde etwas die Kraft ausgegangen. Beim Kampf um das mögliche Heimrecht in den anstehenden Playoffs kassierten die Füchse in den letzten neun Spielen sechs Niederlagen. So wurde es am Ende Rang sechs - das "Traum-Viertelfinale", wie die Füchse auf ihrer Homepage das lange mögliche Duell gegen die Dresdner Eislöwen beschreiben, wurde dadurch verpasst. Statt der kurzen Dienstreisen in die sächsische Landeshauptstadt pendeln die Füchse nun im Zwei-Drei-Tage-Rhythmus zwischen Weißwasser und Nordhessen hin und her. Urgestein Thomas Götz weiß aus seinen zwölf Zweitliga-Jahren mit Weißwasser: "Dann sieht man den Gegner ständig, dann ist es eine Frage der Kraft und des Kopfes. Da geht es um Kleinigkeiten - man muss hellwach sein."

Deshalb verordnete Trainer Järvenpää seinen Profis, bei denen er auch eine "mentale Müdigkeit" bemerkt hat, eine Verschnaufpause. Er schickt sein Team quasi zum ganz kurzen Spätwinterschlaf zurück in den Fuchsbau. Dieses Powernapping - früher sagte man schlichtweg Nickerchen dazu - ist ja der heiße Trend bei Schlafmedizinern. Eine halbe Stunde Schlaf soll die Konzentration und das Immunsystem stärken, man ist bereit für Heldentaten.

Umgerechnet auf Fuchsbau-Maßstab heißt das: Erst nach zwei Tagen Pause beginnt Järvenpää am Mittwoch langsam mit der Vorbereitung auf die "Best of Seven"-Serie gegen Kassel. Der frisch gekürte "DEL2-Trainer des Jahres" hat diese Powernapping-Pause übrigens nicht exklusiv im Repertoire. Alle Teams legen diesen Break ein - bis auf Freiburg, Ravensburg, Bayreuth und Riessersee. Diese vier Teams spielen die beiden fehlenden Viertelfinalisten aus. Die Pre-Playoffs beginnen an diesem Dienstag,

Allein dass die Füchse jenen kraftraubenden Umweg vermieden haben, ist als großer Erfolg zu werten. Erstmals seit drei Jahren können sie mit voller Kraft in die Finalrunde starten. Man darf gespannt sein, wie weit die ausgeruhten Füchse kommen. Und ob Järvenpää womöglich bald den nächsten deutschen Satz verwenden kann. Nämlich jenen: "Wir gehen hellwach ins Halbfinale."