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| 14:53 Uhr

Handball-Posse in der Champions League
"So machen wir unseren Sport kaputt"

Löwen-Kapitän Andy Schmid in einem Champions-League-Spiel in Zagreb (Archivbild).
Löwen-Kapitän Andy Schmid in einem Champions-League-Spiel in Zagreb (Archivbild). FOTO: dpa, ab hm
Die EHF hat den Vorschlag der Rhein-Neckar Löwen abgelehnt, eine Einigung im Terminstreit um die Champions League ist damit ausgeschlossen. Am Ende hat die peinliche Posse um ein Achtelfinal-Spiel eigentlich nur Verlierer.

Löwen-Vorschlag abgelehnt, Lösung außer Reichweite: Im Terminstreit um das Champions-League-Spiel der Rhein-Neckar Löwen bleibt die Europäische Handball-Föderation (EHF) hart. Weil der kontinentale Dachverband ein Kompromissangebot des deutschen Meisters am Freitag abschmetterte, ist der Traum des Bundesliga-Tabellenführers auf einen Triumph in der Königsklasse 2018 endgültig dahin. "Es gibt keine Möglichkeit, den Spieltermin zu ändern", sagte ein EHF-Sprecher dem SID.

"So machen wir unseren Sport kaputt", schimpfte Löwen-Kapitän Andy Schmid über die peinliche Posse der Verbände. Zu gern hätte der geniale Spielmacher nach zwei Meistertiteln hintereinander in diesem Jahr auch um die Trophäe in der Champions League gespielt. Doch daraus wird nichts. Eine Verlegung des Achtelfinal-Hinspiels bei KS Kielce vom 24. auf den 25. März lehnte die EHF ab. Die Partie werden die Löwen nun mit ihren Amateuren aus der 3. Liga bestreiten. Deren Liga-Heimspiel gegen den TV 1893 Neuhausen ist für den 23. März angesetzt, auch für die zweite Mannschaft geht es also an die Belastungsgrenze.

Rhein-Neckar Löwen nicht zum ersten Mal betroffen

Seine Entscheidung begründete der Verband in einer Mitteilung am Freitag mit der Rücksicht auf die "Gesundheit der Spieler" angesichts von zwei Spielen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Noch im November habe es seitens der Löwen-Klubverantwortlichen für eine solche Ansetzung "heftige Kritik an der EHF" gegeben. Damals hatte der Meister wegen schlechter Absprache von HBL und EHF zwei Spiele innerhalb von 25 Stunden absolvieren müssen. Einen solchen Fall will die EHF nun unter allen Umständen verhindern.

Nachdem die Löwen am Mittwoch einen von der EHF angebotenen Tausch des Heimrechts abgelehnt hatten, galt der Vorschlag auf eine Spielverlegung als letzte Chance, die Termin-Problematik zu lösen. Die Badener werden nun in Kielce, wie angekündigt, mit ihrer zweiten Mannschaft auflaufen. Die Profis treten zeitgleich zum Bundesliga-Topspiel beim THW Kiel an.

Die Partie in Kiel hat für die Löwen und die Liga (HBL) höchste Priorität. Dieses wird live in der ARD übertragen und verspricht wegen der fehlenden Konkurrenz durch die spielfreie Fußball-Bundesliga eine hohe TV-Quote. Allerdings erfolgte die Ansetzung durch die HBL ohne Rücksicht auf die Champions League.

Und so ist die Haltung der EHF durchaus nachvollziehbar. Sie will sich von der deutschen Liga nicht ständig ihre Termine diktieren lassen. Außerdem ist den Verantwortlichen die harsche Löwen-Kritik an der Spielansetzung im November noch gut in Erinnerung. Ein ähnlich negatives mediales Echo wollten sie diesmal vermeiden - doch der Schuss ging nach hinten los.

Am Ende der peinlichen Termin-Posse ist aber vor allem der Handball der große Verlierer.