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| 14:24 Uhr

Friede im deutschen Handball
Funkstille zwischen DHB und Brand beendet

Dortmund/Köln. Der fast dreijährige Streit zwischen Heiner Brand und dem Deutschen Handballbund ist beigelegt. Damit ist der Weg wieder frei für ein Miteinander.

In der deutschen Handball-Familie herrscht wieder Frieden: Idol Heiner Brand und der Deutsche Handballbund (DHB) haben ihren jahrelangen Streit beigelegt. "Ich wollte das klargestellt haben, und jetzt ist das erledigt", sagte Brand dem SID am Freitag. Am Morgen hatte der DHB in einer Presseerklärung die Annäherung der beiden Parteien nach einem Telefonat mit Brand und DHB-Präsident Andreas Michelmann mitgeteilt.

Seit 2015 herrschte zwischen Brand, dem Gesicht des deutschen Handballs, und dem DHB Funkstille. Viel Porzellan war damals zerschlagen worden. Der DHB wirkte innerlich zerstritten, Fronten bildeten sich, konträre Positionen wurden eingenommen. Und so entwickelte sich ein "Rosenkrieg" zwischen Brand sowie dem mächtigen DHB-Vizepräsidenten Bob Hanning.

Das verbale Scharmützel gipfelte in persönlichen Diffamierungen. Brand hatte die damalige Spaltung innerhalb des DHB an der Person Hanning festgemacht und diesem unter anderem eine "narzisstische Persönlichkeitsausprägung" und mangelnde Teamfähigkeit bescheinigt. Im Gegenzug wurde dies als Retourkutsche des einstigen Weltklasse-Abwehrspielers gewertet. Man warf dem Gummersbacher vor, er sei frustriert gewesen, weil ihm vom Verband kein lebenslanger Vertrag angeboten worden sei.

DHB bedauert Irritationen

"Das habe ich als Rufschädigung angesehen", sagte Brand, der 1978 als Spieler und 2007 als Trainer den WM-Titel mit Deutschland gewonnen hatte. Michelmann stellte den Sachverhalt am Freitag klar. Es sei "in einigen Berichterstattungen 2015 der Eindruck erweckt worden, unser ehemaliger Bundestrainer und Manager Heiner Brand habe für eine beratende Funktion einen Rentenvertrag beim Deutschen Handballbund gefordert. Das war zu keinem Zeitpunkt der Fall."

Brand habe, so Michelmann weiter, "seinen Vertrag als Handball-Manager damals aus freien Stücken in eine weitaus niedriger dotierte Vereinbarung als Berater und Repräsentant umgewandelt. Und auch diese Vereinbarung endete planmäßig. Alle anderen Interpretationen entsprachen und entsprechen nicht den Tatsachen. Der Deutsche Handballbund bedauert die daraus entstandenen Irritationen sehr."

Bis 2011 war der heute 65-Jährige mit dem markanten Schnurrbart Bundestrainer. Anschließend wurde er DHB-Manager, der Vertrag endete im Juni 2015. Insgesamt 40 Jahre war Brand in verschiedenen Funktionen im deutschen Handball tätig. Nun soll es in lockerer Verbindung weitergehen. Brand reichte die Entschuldigung Michelmanns aus.

Die Einigung erfolgte rechtzeitig vor der 26. WM der Männer in Dänemark und Deutschland im Januar 2019. Im Vorfeld des Highlights steht Brand damit wieder für PR-Aktionen als das Gesicht des deutschen Handballs zur Verfügung. "Wenn es mein Terminkalender zulässt. Aber grundsätzlich ist das richtig", sagte Brand, der auch als Experte für den Pay-TV-Sender Sky tätig ist.

(sid)