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WM 2018
WM 2018 - Wer schafft es in Jogis Team?

FOTO: izuddin helmi adnan 426454 | unsplash.com
Schon jetzt wirft die Weltmeisterschaft in Russland ihren Schatten voraus. Auch viele deutsche Spieler dürften bereits den einen oder anderen Gedanken an das Turnier verschwenden. Doch noch ist nicht klar, wer es überhaupt in den Kader des Bundestrainers schaffen wird. Während manche Akteure ihre Position sicher haben dürften, steht ein größerer Kreis von Spielern noch vor der großen Ungewissheit. Wer kann am Ende einen Platz ergattern?

Die Torwartposition

Bereits in dieser so wichtigen Position könnte sich eine erste Überraschung anbahnen. Manuel Neuer muss sich nach seinen langwierigen Verletzungen erst über die Spielpraxis an seine normale Form herantasten. Ob ihm dies bis zum Anstoß des Turniers im Juni gelingt, ist bislang unklar. Aus diesem Grund könnte der zuletzt starke Marc-André ter Stegen die Chance bekommen, als gleichwertige Nummer 1 ins Turnier zu gehen. Entscheidend wird dies von der Form und Verletzungsfreiheit Neuers abhängen, der bereits in den vergangenen Turnieren eine so wichtige Rolle im deutschen Team spielte. Wichtige News rund um das Turnier finden Sie auch unter russland-wm2018.de.

Die Verteidigung

In der Verteidigung kann Trainer Jogi Löw derweil auf ein Gespann setzen, welches sich schon in der Bundesliga sehr gut verstand. Jerome Boateng und Mats Hummels zählen nach wie vor zu den besten Verteidigern in Deutschland. Beim FC Bayern hatten sie zuletzt über eine ganze Saison lang die Möglichkeit, sich einzuspielen und gemeinsam auf dem Platz zu stehen. Nicht nur vor diesem Hintergrund scheint es mehr als wahrscheinlich zu sein, dass wir sie in dieser Position auch bei der WM entdecken können. Dahinter wiederum stehen junge Spieler bereit, die nach wie vor eine wichtige Ergänzung sein können. Antonio Rüdiger oder Niklas Süle haben ebenfalls bei ihren Vereinen bewiesen, dass sie das Zeug dazu haben, in eine so wichtige Rolle zu treten.

Auf der rechten Seite ist es derweil Joshua Kimmich, der den Vorzug vor anderen Spielern erhalten wird. Der Youngster des FC Bayern stellte zuletzt sein gesamtes Potenzial mehr als deutlich unter Beweis. Nicht nur in der Defensive sind dabei zahlreiche Stärken zu finden. Immer wieder gelingt es ihm in entscheidender Weise, sich auch in Angriffe einzuschalten und dadurch eine Überzahl zu schaffen. So wird er für die WM nicht zu ersetzen sein. Selbst die Intensität einer WM, die sich über mehrere Wochen zieht, wird ihm aller Voraussicht nach nicht zu sehr zusetzen.
Auf der linken Seite war lange Zeit nicht klar, wen Joachim Löw ins Rennen schicken würde. Schon in der Vergangenheit war ein Innenverteidiger auf diese Position gestellt worden. Nun sieht es auch im Hinblick auf die WM 2018 in Russland so aus, als müsste eine solche Lösung gewählt werden. Zunächst war Joachim Löw daran interessiert, Marcel Halstenberg dort einzusetzen. Aufgrund einer Verletzung wird er nun wohl nicht dazu in der Lage sein, bis zur WM fit zu werden. Jonas Hector, der dafür ebenfalls infrage kommt, zeigte zuletzt beim 1. FC Köln nicht immer konstante Leistungen. Es handelt sich somit um eine wesentliche Schwachstelle im Team.

Das Mittelfeld

Wer über die Spielweise von Trainer Joachim Löw bescheid weiß, weiß sogleich um die Bedeutung des Mittelfelds. Hier wird der Gegner unter Druck gesetzt, um gegnerische Angriffe direkt zu unterbinden und selbst in Ballbesitz zu kommen. Weiterhin fungiert das Mittelfeld als wichtige Schaltzentrale, was eine hohe Passquote erforderlich macht. Nach wie vor sollten die Akteure dazu in der Lage sein, selbst für Torgefahr zu sorgen. Dies liegt daran, dass in der Regel nur ein einziger Stürmer auf dem Platz steht, der dafür außerdem infrage kommt. Schon unter diesen Voraussetzungen wirkt es erleichternd, dass die personelle Situation mehr als rosig daherkommt.

Die defensive Rolle im Mittelfeld könnten bei der kommenden WM Spieler wie Emre Can, Ilkay Gündogan oder Sami Khedira übernehmen. Letzterer verfügt über die Erfahrung, um selbst in kritischen Situationen ruhig und abgeklärt zu bleiben. Die Reihe davor wird derweil von Real-Spieler Toni Kroos besetzt. Vor allem seine herausragenden Pässe könnten für das deutsche Team im Laufe der WM immer wieder wichtig werden. Derweil spielt auch Mesut Özil in den Planungen des Trainers weiterhin eine wichtige Rolle. Selbst Thomas Müller wäre außerdem noch dazu in der Lage, in eine solche Rolle zu schlüpfen.

Auf den Außenbahnen stehen dem Trainer derweil viele junge Spieler zur Verfügung. Gerade die linke Seite scheint unter diesen Gesichtspunkten gut besetzt zu sein. Unklar ist bislang noch, ob es Leroy Sané rechtzeitig zum Turnier gelingen wird, sich von seinem Anfang Februar erlittenen Bänderriss zu erholen. Dieser wird den jungen Nationalspieler wohl bis zu sieben Wochen lang außer Gefecht setzen. Wie schnell es ihm im Anschluss gelingt, wieder in Form zu kommen, ist zudem unklar.
Weiterhin könnten Julian Draxler und Julian Brandt auf den Außenbahnen wichtige Aufgaben übernehmen. Beide zeichnen sich insbesondere durch ihre gute Ballkontrolle aus. Selbst bei hohem Tempo haben sie dadurch die Möglichkeit, Zweikämpfe zu gewinnen und schließlich in aussichtsreiche Positionen zu kommen.

Der Angriff

Nach dem Karriereende von Miroslav Klose schien zunächst unklar, wer in Zukunft in seine Rolle treten könnte. Obwohl er nicht die Spielweise des klassischen Stürmers besitzt, wird Timo Werner in den Planungen des Bundestrainers mit Sicherheit eine wichtige Rolle spielen. Der Spieler von RB Leipzig zeichnet sich durch seine besondere Schnelligkeit aus, die er zuletzt immer wieder mit einem gefährlichen Abschluss in Verbindung bringen konnte. Dadurch eignet er sich in besonderer Weise, um schnelle Konter auf den Platz zu zaubern und den Gegner zu überraschen.

Als eher traditioneller Spielertyp wird derweil Sandro Wagner eine Chance zugerechnet, auf den WM-Zug aufzuspringen. Dies liegt vor allem an seiner körperlichen Präsenz, mit der er sich deutlich von Timo Werner unterscheidet. Zuletzt konnte er sogar beim FC Bayern unter Beweis stellen, wie wichtig diese Aufgabe für eine Mannschaft sein kann.
Einzige Alternative, die zu Wagner infrage kommen würde, ist Mario Gomez. Der zuletzt zum VfB Stuttgart gewechselte Stürmer zeigte sich zuletzt jedoch nicht in bester Verfassung. Aus diesem Grund scheint es durchaus fraglich, ob es ihm nun im Alter von immerhin 32 Jahren noch gelingt, zur WM zu fahren.

Der Umgang mit hohen Erwartungen

Während das Grundkonzept des Kaders also durchaus zu erkennen ist, fehlt an einigen Positionen noch die endgültige Entscheidung. Davon wird in erster Linie abhängen, welche Stammelf schließlich bei den einzelnen Spielen auf den Platz laufen wird. Einzelne Wechsel sind im Laufe eines solch langen Turniers noch immer möglich. Dennoch zeigt bereits der Blick auf die Qualität der Einzelspieler, dass es durchaus möglich sein wird, mit den anderen Fußballnationen mitzuhalten. Zwar befinden sich wieder einmal nicht die größten Stars in der Mannschaft, doch dafür wird es wohl ein weiteres Mal gelingen, einen soliden Teamgeist zu formen. Wie wichtig dieser im Laufe der hoffentlich sieben Spiele sein kann, zeigte sich bereits vor vier Jahren.

Ebenfalls entscheidend wird sein, wie gut es dem DFB-Team gelingt, mit dem hohen Druck umzugehen. Natürlich sind die Erwartungen vor allem aufgrund des letzten Triumphes noch einmal deutlich gestiegen. Nun ist der richtige Umgang damit gefragt, um sich nicht von dieser Last lähmen zu lassen. In der Vergangenheit ist es selten einem Weltmeister gelungen, noch einmal an die Form anzuknüpfen, die das Team vor vier Jahren auszeichnete. Angesichts des Umbruchs, der eine neue Dynamik innerhalb der Mannschaft schuf und viele junge Spieler in die erste Elf beförderte, scheint dies in diesem Fall dennoch möglich zu sein.