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| 20:16 Uhr

1:1 in Bremen
BVB verzweifelt an Werder-Torwart Pavlenka

Bremen. Borussia Dortmund hat die Chance auf eine Vorentscheidung im Champions-League-Rennen leichtfertig vergeben. Das Team von Trainer Peter Stöger kam aufgrund seines Chancenwuchers nicht über ein 1:1 (1:1) bei Werder Bremen hinaus.

Borussia Dortmund hat die Chance auf eine Vorentscheidung im Champions-League-Rennen leichtfertig vergeben. Das Team von Trainer Peter Stöger kam aufgrund seines Chancenwuchers nicht über ein 1:1 (1:1) bei Werder Bremen hinaus.

Marco Reus schlug verzweifelt die Hände vors Gesicht, Andre Schürrle trat wütend auf den Rasen ein. Weil Borussia Dortmund Riesenchancen fast im Dutzend vergab, kann es weiter noch nicht fest für das Millionenspiel Champions League planen - dafür war das 1:1 bei Werder Bremen am Sonntag zu wenig.

Die Werder-Abwehrspieler und vor allem der zauberhafte Torhüter Jiri Pavlenka warfen sich bis zur letzten Sekunde in jeden Schuss, mit dem die BVB-Stars am 32. Spieltag einen wichtigen Sieg erzwingen wollten. Dreimal (!) standen Pfosten oder Querlatte im Weg.

"Pavlenka hat ein Riesenspiel gemacht. Wir sind an ihm gescheitert", sagte Julian Weigl bei Sky. Reus attestierte dem Tschechen gar eine "Weltklasseleistung. Ihm gebührt großer Respekt." Schürrle schaute sich die Szenen in der Mixed Zone kopfschüttelnd auf einem Fernseher an. "Er hält einfach die Unhaltbaren. In der Form ist er einfach unglaublich und extrem wichtig für uns", lobte Werder-Kapitän Zlatko Junuzovic seinen Schlussmann.

Die Borussia ist weiter Tabellendritter hinter dem Revier-Rivalen Schalke 04, der zwei Punkte mehr hat (57:55). Immerhin vier Zähler beträgt der Dortmunder Vorsprung auf den maßgeblichen fünften Platz, auf dem Bayer Leverkusen liegt. Das sollte in zwei ausstehenden Spielen trotz allen Ärgers ins Ziel zu retten sein. Werder erfreute sich an einem hart erkämpften Punkt - der Klassenerhalt war schon beim Anpfiff sicher gewesen.

Der BVB startete zielstrebig und ging durch einen platzierten Rechtsschuss von Reus aus 16 Metern in Führung (19.). Kurz vor dem Pausenpfiff nutzte Werders Thomas Delaney jedoch ein Durcheinander im Borussia-Strafraum per Kopf zum Ausgleich (45.). Werder blieb auch im elften Heimspiel unter Trainer Florian Kohfeldt ungeschlagen. Nach dem vierten Spiel in Serie ohne Sieg sind die Hanseaten Zwölfter.

Schmelzer auf der Bank

Bei den Dortmundern richteten sich vor dem Anpfiff viele Blicke auf die Ersatzbank.

Denn dort saß Marcel Schmelzer, der es eine Woche zuvor nicht in den Kader von Stöger geschafft hatte. In der 11. Spielminute machte sich der nominelle Mannschaftskapitän bereit zum Jubeln, doch Lukasz Piszczek scheiterte an: Pavlenka.

Die Gastgeber hatten durch die Niederlage des VfL Wolfsburg gegen den Hamburger SV den Klassenverbleib geschafft und konnten befreit aufspielen. Mit dem nach der Saison wechselnden Kapitän Zlatko Junuzovic in der Startelf kämpfte Werder verbissen und setzte bei Kontern auf den schnellen Milot Rashica, der sich zu häufig festrannte.

Der BVB dominierte das Geschehen zu Beginn und bewies gegen die zeitweise tiefstehenden Grün-Weißen zunächst viel Geduld und Präzision im Spielaufbau. Nach dem Führungstreffer präsentierte sich der Königsklassen-Anwärter dann jedoch zu passiv, Werder schnupperte in Person von Junuzovic (24.) und Max Kruse (25.) am Ausgleich. Dortmund bekam die Quittung kurz vor dem Halbzeitpfiff. Zuvor hatte Reus die Großchance zum 2:0 ausgelassen (43.).

Dortmunds Trainer Peter Stöger wollte mehr Offensivpower sehen und brachte Weltmeister Schürrle für den enttäuschenden Christian Pulisic. Sein Team drängte auf die Führung, doch Reus traf freistehend den Pfosten (66.).

Werder beschränkte sich auf die Defensive gegen flexible Dortmunder, die in Mario Götze einen umsichtigen Gestalter hatten. Pavlenka rettete mit starken Paraden gegen Manuel Akanji (69.) und Schürrle (80.).

(sid)