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28.500 Teilnehmer
Weihnachtssingen bei Union: Das Original wird 15 Jahre alt

Fans versammeln sich alljährlich zum traditionellen Weihnachtssingen des 1. FC Union Berlin im Stadion „An der Alten Försterei“. Foto: Kay Nietfeld
Fans versammeln sich alljährlich zum traditionellen Weihnachtssingen des 1. FC Union Berlin im Stadion „An der Alten Försterei“. Foto: Kay Nietfeld FOTO: Kay Nietfeld
Berlin. Weihnachtssingen in Fußballstadien haben Hochkonjunktur. In diesem Monat fanden oder finden Veranstaltungen dieser Art bei 1860 München, MSV Duisburg, Borussia Dortmund, Alemannia Aachen, Dynamo Dresden, 1. FC Union Berlin, 1. FC Köln, Schalke 04 und 1. FC Magdeburg statt. Von Matthias Koch, dpa

In Dortmund kamen 30.000 Besucher, in Aachen 21.500. In Köln werden am Samstag über 40.000 Besucher erwartet. Das Original mit Kult-Status feiert in Berlin am Samstag 15. Geburtstag.

Die 28.500 Tickets für das traditionelle Weihnachtssingen beim 1. FC Union Berlin gingen im reinen Mitgliederverkauf innerhalb von zwei Tagen weg. Bei der ersten Auflage im Jahr 2003 kamen 89 Unioner noch zu einem fast illegalen Treff ohne Wissen der Vereinsführung in die Alte Försterei. Der Erfinder des Weihnachtssingens, Torsten Eisenbeiser vom Fanclub „Alt-Unioner“, hatte für Anhänger und Familien-Angehörige kurz vor den Festtagen zu einem besinnlichen Treffen ins Stadion geladen.

Im Laufe der Jahre ist aus dem stimmungsvollen Beisammensein ein offizielles Event mit einem sechsstelligen Etat geworden. Das Berliner Original animierte Vereine in ganz Deutschland, es den Köpenickern gleich zu tun. „Ich finde beeindruckend, dass es immer mehr Fußball-Vereine gibt, die Ähnliches oder Vergleichbares tun“, sagte Eisenbeiser. „Bei uns kommen aber nicht irgendwelche Künstler. Bei uns singen alle Besucher selbst.“

Dass sich auch viele Nicht-Fußball-Fans in die Alte Försterei pilgern, passt Traditionalisten nicht. Ihnen ist die Veranstaltung zu groß geworden. Eisenbeiser, der bis heute zu den Organisatoren gehört, bedauert das. „Das ist aber nun mal mit Dingen so, die viele Leute ansprechen. Das Weihnachtssingen hat dazu beigetragen, dass der 1. FC Union in ganz Deutschland wahrgenommen wird“, erklärt Eisenbeiser.

Dass sich die Veranstaltung der Volljährigkeit nähert, bereitet ihm keine Sorgen. Vielmehr macht sich Eisenbeiser schon Gedanken darüber, dass das Weihnachtssingen durch die geplante Stadion-Erweiterung von 22.000 auf 37.000 Besucher in einigen Jahren auf einer Baustelle stattfinden muss.

Fester Bestandteil des Kult-Treffens bei Union seit der zweiten Auflage war der 80 Jahre alte Peter Müller, der sich zurückgezogen hat. Der gesundheitlich angeschlagene Pfarrer im Ruhestand wird beim Vortragen der Weihnachtsgeschichte von seinem Nachfolger Ullrich Kastner vertreten.