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Unglaublicher Badack: Erst Hattrick, dann Fünferpack

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Kunersdorf. Unter Garantie ist er der Held des 6. Spieltages. Nicht nur dass Felix Badack bis zur Pause einen lupenreinen Hattrick zustande brachte, auch für die restlichen Treffer des SV Fichte war er zuständig. Hut ab! Georg Zielonkowski/ski1

Wohl hatten beide Trainer für dieses Treffen nicht ihre Idealformation am Start, doch wollte weder Michael Braun noch sein Sielower Kollege Uwe Kleemann dies vor der Partie als Ausrede für einen eventuellen Qualitätsabfall gelten lassen: "Wer aufgestellt wird, muss seine Leistung bringen. Auch die sogenannten Ersatzleute haben ihre Pflichten", so das Urteil der beiden Kicker, die in den 80er und 90er Jahren bei der BSG Energie Cottbus Stammspieler waren.

Dass ihre Nachfahren auch mit dem Ball umzugehen verstehen, wurde während der gesamten Spielzeit besonders von den Gastgebern demonstriert. Die überzeugten in diesem Vergleich zweier Spitzenmannschaften mit ihrer ansehnlichen Spielweise, dem sehr forschen Zweikampfverhalten und dank Felix Badack mit überragender Sicherheit vor dem Tor. Zwar machte es die Sielower Hintermannschaft mit dem dennoch großartigen Torhüter Martin Weise, aber der ansonsten recht unsortierten Spielart den Fichte-Kickern allzu leicht, in die riesigen Abwehrlöcher zu stechen. Natürlich gebührt dem Dreifachschützen der ersten Halbzeit das Sonderlob. In der 12., 38. und 42. Minute war es der 25-Jährige, der recht unterschiedliche Szenen abschloss.

Dennoch hatte in der 26. Minute die SG Sielow die Chance, dem Fichte-Stürmer den Hattrick zu vermasseln. Doch war der Strafstoß von Maik Watzke (nach Foul an Robert Becker) zu schwach geschossen. Besser machten es gleich nach der Pause Robert Becker und Torsten Winkler, die in der 50. und 55. mit ihren Torerfolgen zeigten, dass Sielow beweisen will, zu Recht im Vorderfeld der Liga postiert zu sein.

Fast schien die Partie zu kippen, denn die Schwarz-Gelben machten weiter Druck auf das Tor des Felix Wolf, der zuvor den freistehenden Schützen zum 1:3 perfekt "bediente". Weitere Erfolge konnte die SGS aber nicht verzeichnen, so dass nach einer guten Stunde drei bemerkenswerte Szenen der Kunersdorfer zu erleben waren. Erst spielte Felix Badack drei Sielower aus, um das 4:2 (62.) zu erzielen. Eine Minute danach gab es den stärksten Beifall der 150 Besucher an diesem Tage. Wurde da doch der 18 Monate lang verletzt fehlende Maximilian Müller eingewechselt und von den Besuchern willkommen geheißen. "Nach nur einmal Training fehlt noch die Puste, aber das wird wieder", so der Medizinstudent. In der 68. Minute setzte Sebastian Knüpfer als verwarnter Spieler zu einem ungeschickten Tackling an, was Schiedsrichter Skorna mit der Ampelkarte belohnte.

Kunersdorf war dennoch weiter tonangebend. Auch weil ein wiederum ganz starker Außenbahnspieler Mario Rasche viele gescheite Aktionen in die Spitze präsentierte. So war auch er der Vater des fünften Fichte-Treffers. Er bediente Müller, der den Ball uneigennützig zum Mann des Tages spielte, der auch das letzte der fünf Gastgeber-Tore erzielte.

So konnte Uwe Kleemann später nur freimütig bekennen: "Trotzdem sich unser 41-jähriger Dirk Beger dankenswerterweise wieder bereit erklärt hat, in der zentralen Abwehr auszuhelfen, hat es unsere Hintermannschaft dem Gegner viel zu leicht gemacht. Fichtes Sieg war absolut verdient, da der Gegner als Spitzenreiter der Liga neben seinen Toren ein auch technisch ansehnliches Spiel gezeigt hat."