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Streitgespräch und 50+1
Rettig stichelt gegen HSV: „Wir haben 25 000 Kühnes“

St. Paulis Geschäftsführer Andreas Rettig lieferte sich mit HSV-Finanzvorstand Wettstein ein kleines Streitgespräch. Foto: Sina Schuldt
St. Paulis Geschäftsführer Andreas Rettig lieferte sich mit HSV-Finanzvorstand Wettstein ein kleines Streitgespräch. Foto: Sina Schuldt FOTO: Sina Schuldt
Düsseldorf. Finanzvorstand Frank Wettstein vom Fußball-Bundesligisten Hamburger SV und Geschäftsführer Andreas Rettig vom Stadtrivalen FC St. Pauli haben sich auf der Bühne des Sportbranchenkongresses SpoBis in Düsseldorf ein sehr unterhaltsames Streitgespräch geliefert. dpa

„Sie sagen, Ihnen sei egal, woher das Geld kommt. Mir ist das nicht egal. Bei Ihnen weiß man, dass es von einem ehrenwerten Kaufmann kommt. Aber wir haben nicht einen Kühne, wir haben 25 000 Kühnes, nämlich unsere Fans“, sagte Rettig.

Geld, das der HSV bekomme, müsse er erst einmal dazu verwenden, Verbindlichkeiten abzubauen, stichelte Rettig. „Das funktioniert aber noch“, entgegnete Wettstein. Worauf Rettig antwortete: „Ja, noch.“ Auch die sportliche Situation des wieder einmal abstiegsbedrohten HSV nutzte der Geschäftsführer des Zweitligisten zu einem Seitenhieb: „Wir kommen gerne demnächst zu einem Spiel ins Volksparkstadion. Vielleicht wird es ja ein Pflichtspiel.“

Allgemein sprach sich Rettig in der Diskussion erneut gegen die Abschaffung der 50+1-Regel aus. „Wenn man ungebremst Kapital hinzufügt, fehlt mir die Fantasie, dass wir kontrollieren können, wo es herkommt“, sagte der frühere Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga: „Das ist eine Lawine, die auf uns zukommt.“ Auch hier war Wettstein anderer Meinung: „Das hat nichts mit 50+1 zu tun. Wenn Sie 49 Prozent abgeben, kann das Geld auch aus der Prostitution kommen.“

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