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Champions League
Notfall ohne Lewandowski: Heynckes mit Peps Robben-Lösung?

Der FC Bayern reist ohne Robert Lewandowski nach Glasgow. Foto: Matthias Balk
Der FC Bayern reist ohne Robert Lewandowski nach Glasgow. Foto: Matthias Balk FOTO: Matthias Balk
Glasgow. Jetzt muss der Heynckes-Effekt beim FC Bayern auch in einer Notfallsituation greifen. Von Klaus Bergmann und Martin Moravec, dpa

Und der bei seinem Fußball-Comeback von Sieg zu Sieg eilende Triple-Trainer vermittelte am Montagabend im Celtic Park von Glasgow nicht den Eindruck, als wenn er vor einer unlösbaren Personalaufgabe stünde. „Ich denke, dass ich eine Lösung finden werde“, sagte der 72-Jährige zu der Situation, die beim FC Bayern nicht eintreten sollte: Torjäger Robert Lewandowski, „Mister Unersetzbar“ im Münchner Angriff, fehlt am Dienstag (20.45 Uhr) im wichtigen Champions-League-Spiel gegen Celtic Glasgow.

„Es ist eine Vorsichtsmaßnahme vom Trainer. Wenn wir gegen Real Madrid gespielt hätten, dann wäre er möglicherweise mitgefahren“, begründete Karl-Heinz Rummenigge die Null-Risiko-Strategie beim leicht am Muskel verletzten Lewandowski. Dem zweiten Teil der Aussage des Bayern-Chefs widersprach Heynckes energisch. „Es wäre unsinnig und viel zu risikoreich, wenn Lewandowski spielen würde“, erklärte Heynckes. Die Gefahr einer schweren Muskelverletzung und damit eines längeren Ausfall des Torjägers wäre viel zu groß gewesen.

Lewandowski wird zudem noch dringender im Bundesliga-Topspiel bei Borussia Dortmund gebraucht, in dem die Bayern die gerade erst vom nationalen Rivalen eroberte Tabellenführung behaupten wollen. „Im Hinterkopf ist schon das Spiel am Samstag, das für uns sehr wichtig ist“, erläuterte Rummenigge, der optimistisch hinzufügte: „Das ist bei Robert eine Geschichte von einigen wenigen Tagen. Er wird in Dortmund wieder auf dem Platz stehen, davon kann man ausgehen.“

Aber was macht Heynckes im stimmungsvollen Celtic Park, wo der FC Bayern mit einem Auswärtssieg frühzeitig das Achtelfinal-Ticket buchen könnte? Thomas Müller, im Münchner Kader der einzige Halbwegs-Ersatz auf der Mittelstürmer-Position für Lewandowski, fällt bekanntlich ebenfalls mit einer Muskelverletzung weiterhin aus.

In der Not nahm Heynckes sogar A-Jugend-Stürmer Manuel Wintzheimer (18) mit nach Schottland. Als Option für eine Angriffslösung nannte er aber ein 4-4-2-System mit Arjen Robben und Kingsley Coman als Angreifern. Auch ein Mittelfeldspieler als hängende Spitze sei denkbar. „Man muss die Spielweise anpassen“, sagte Joshua Kimmich.

Heynckes könnte sogar einen Lösungsansatz von Pep Guardiola aufgreifen: Arjen Robben könnte wie im DFB-Pokalfinale 2014 gegen Borussia Dortmund als verkappter Neuner im Sturmzentrum auflaufen. „Ich weiß nicht, wer vorne drinstehen wird, aber vielleicht wird es eine kleine Überraschung geben. Wir haben nicht viele Kandidaten, die das machen können. Aber ich kann das vielleicht auch“, sagte Robben am Montag grinsend: „Ich habe das auch mal gespielt.“ Und das sehr erfolgreich, denn BVB-Schreck Robben erzielte am 17. Mai 2014 in der Verlängerung in der 107. Minute das so wichtige Tor zum 1:0.

Wie ungewohnt die Spielsituation ohne Lewandowski für die Bayern ist, zeigt die Statistik: Seit der Verpflichtung des Polen im Sommer 2014 stand Lewandowski nur in einer (!) von 37 Champions-League-Partien der Münchner nicht auf dem Platz. Auch da war der Torjäger verletzt - prompt gab es im Viertelfinal-Hinspiel der vergangenen Saison ein 1:2 gegen Real Madrid. Es folgte das Aus!

Das Risiko, im Kader ohne echten Back-up für Lewandowski dazustehen, wird mit Blick auf das Winter-Transferfenster inzwischen überdacht. „Wenn die sportliche Leitung irgendeinen Namen uns sinnvoll vorträgt, dann werden wir uns damit befassen“, kündigte Rummenigge an.

In Glasgow soll es auch ohne Lewandowski fürs Achtelfinale langen. Die Offensivausfälle dürften „keine Ausrede“ sein, erklärte Robben: „Wir müssen es mit den Spielern machen, die noch da sind.“ Coman (Knieprellung) will auf die Zähne beißen. Und James Rodríguez hat sich beim 2:0 gegen Leipzig empfohlen. „Wir wollen den zweiten Platz sicherstellen“, sagte Robben. Der mögliche Notstürmer warnte aber nach dem 3:0 im Hinspiel: „Celtic ist zu Hause ein bisschen stärker.“

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