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| 06:56 Uhr

Vergabe am Donnerstag
Leipzigs Hoffen auf das EM-Sommermärchen

Blick in die Red Bull Arena. Wird hier 2014 EM-Fußball gespielt?
Blick in die Red Bull Arena. Wird hier 2014 EM-Fußball gespielt? FOTO: dpa / Jan Woitas
Leipzig. EM-Fußball vor den Toren der Lausitz? Alles hängt von der Entscheidung der Uefa an diesem Donnerstag in Nyon ab. Sachsens Fußballchef rechnet mit einem knappen Sieg der deutschen Bewerbung und hofft auf eine Initialzündung für den Fußball in der Region.

Auch für Leipzig soll es das Sommermärchen 2024 werden. Nicht nur Sachsens Verbandschef Hermann Winkler und Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung blicken gespannt der Wahl des Ausrichters der Fußball-Europameisterschaft in sechs Jahren entgegen: Deutschland oder die Türkei. „Es wird spannend, und es wird knapp. Ich denke aber, dass wir die Nase vorn haben“, sagte Winkler der Deutschen Presse-Agentur vor der Entscheidung durch die Uefa an diesem Donnerstag in Nyon. Der 55-Jährige hofft bei einem Zuschlag für den WM-Ausrichter von 2006: „Das kann noch mal eine Initialzündung geben für unsere Vereine. Die jungen Leute wüssten dann: Hier findet 2024 etwas statt.“

Bereits am 15. November tritt die deutsche Nationalmannschaft gegen Russland zu einem Testspiel in der Red Bull Arena an, die in sechs Jahren auch der Spielort bei der EM wäre. 2005, als auch Spiele des Confederations Cup in Leipzig stattfanden, hieß die Arena noch Zentralstadion. 2000 hatten die Umbauarbeiten begonnen, für 116 Millionen Euro wurde das Stadion WM-tauglich gemacht. RB Leipzig, den jetzigen Besitzer der Arena, gab es damals noch nicht.

RB-Sportdirektor und -Trainer Ralf Ragnick pries kurz vor der Entscheidung noch einmal seine neue Heimat und lobte das „fantastische“ Publikum. Es unterscheide sich vielleicht von anderen ein bisschen, meinte er und betonte: Von den eigenen Fans habe man bisher eigentlich nur vorbildhaftes Verhalten erlebt. „Deswegen wäre Leipzig ein absoluter Gewinn“, sagte der gebürtige Schwabe. Ein Zuschlag wäre für den deutschen Fußball, Leipzig und den gesamten sächsischen Fußball „eine großartige Geschichte“.

Derzeit passen knapp 43 000 Zuschauer in die Red Bull Arena, nach einer Umbauphase durch den neuen Besitzer RBL soll die Kapazität auf 57 000 Zuschauer steigen. Im Evaluierungsbericht der Uefa wird eine Kapazität von 46 635 Zuschauern genannt.

30 000 sind ein Muss für einen EM-Spielort 2024, deswegen war Sachsens Landeshauptstadt Dresden mit dem Stadion des Zweitligisten SG Dynamo durchgefallen. Dass Leipzig auch bei der EM im Blickpunkt des Freistaates stehen würde, ist für Winkler gar kein Problem. „Ich erlebe auch in anderen Regionen Sachsens Zustimmung für den Spielort Leipzig“, sagte er.

Der Verbandschef machte sich aber gleichzeitig dafür stark, „dass wir beim DFB weiter diesen Umdenkprozess machen und Länderspiele künftig auch in kleinere Stadien vergeben müssen“. Er rechne sich dabei Chancen für ostdeutsche Städte wie zum Beispiel Dresden, Magdeburg oder Rostock aus.

Leipzig ist nun aber der einzige mögliche Spielort unter den insgesamt zehn deutschen Städten aus den neuen Bundesländern. Und Oberbürgermeister Jung warb noch einmal für seine Stadt. „Leipzig ist Sport- und Fußballstadt durch und durch, ein sympathischer Gastgeber, professioneller Veranstalter – und eine besonders liebenswerte Stadt“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur und wünscht sich ein zweites Sommermärchen.

(dpa)