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| 10:50 Uhr

Lob und Warnung
Kovac sieht Bayern schon bereit für Liverpool

 Der FC Bayern München setzte sich in Berlin erst in der Verlängerung durch. Foto: Kay Nietfeld
Der FC Bayern München setzte sich in Berlin erst in der Verlängerung durch. Foto: Kay Nietfeld FOTO: Kay Nietfeld
Berlin. „Ja!“ Trotz einer nötigen Verlängerung, trotz erneuter fehlerbedingter Gegentore ließ Niko Kovac keine Zweifel zu. Von Jens Mende und Thomas Wolfer, dpa

Ob sein Team in der gegenwärtigen Verfassung in knapp zwei Wochen im Champions-League-Duell mit dem FC Liverpool dem Jürgen-Klopp-Team gewachsen sei, wurde der Trainer des FC Bayern nach 120 Pokal-Minuten in Berlin gefragt. Seine Antwort bestand aus einem Wort. Die Begründung für sein „Ja“ hatte der gebürtige Berliner schon zuvor geliefert: „Wir haben über weite Strecken dominiert.“

In der Tat zeigten sich die Bayern im Achtelfinale des DFB-Pokals bei Hertha BSC weitaus überlegener, als es das 3:2 (2:2, 1:1) n.V. ausdrückt. Doch die kurzen Aussetzer in der Defensive geben weiter zu Denken. „Wir müssen unsere Fehler einfach abstellen. Wir dürfen solche einfachen Tore nicht herschenken“, erklärte dann auch Kovac. Besonders der Patzer von Mats Hummels, dem eine Kopfball-Rückgabe völlig verunglückte und der damit Herthas zwischenzeitlichen Ausgleich von Davie Selke zum 2:2 provozierte, schmerzte sehr.

„Wenn mir das Ding nicht passiert, gehen wir schon früher und souveräner als Sieger vom Platz“, gestand Nationalspieler Hummels: „Da muss man nicht drumherumreden. Ich bin sehr froh, dass wir trotzdem weitergekommen sind.“ Ihm seien bei der Aktion „drei Gedanken“ durch den Kopf gegangen: „Ich habe das Mittelding gewählt. Das ist im Fußball meistens komplett falsch.“ Kovac hakte es schnell ab: „Wir müssen nicht alles über Mats ausschütten“, sagte der Coach: „Es ist nichts passiert. Man muss positiv nach vorne schauen.“

Schalke am Samstag, Augsburg am 15. Februar und Liverpool am 19. Februar heißen die nächsten Aufgaben für die Bayern. Die Münchner können aus Berlin neben dem Viertelfinal-Einzug weitere positive Dinge mitnehmen. Serge Gnabry hat nach längerer Verletzungspause in seinem ersten Startelf-Spiel 2019 nicht nur durch den Tore-Doppelpack gleich nachgewiesen, dass er eine wichtige Option sein kann. „Wir haben ihn Schritt für Schritt aufgebaut. Er kann Druck von Außen entfachen. Er hat es richtig gut gemacht“, lobte Kovac.

Kingsley Coman köpfte vor 74.667 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion das entscheidende Tor. Und der genesene Franck Ribery zeigte nach seiner Einwechslung 30 Minuten, dass er noch das Spiel beleben kann. „Ich glaube, Ribery war der Matchwinner. Wir haben Lewandowski und Co. lange im Griff gehabt. Ribery hat uns dann immer wieder Schwierigkeiten gemacht“, bemerkte Hertha-Coach Pal Dardai.

Auch Hummels verabschiedete sich trotz seines Fehlers optimistisch aus Berlin. Sein Team blieb diesmal auch nach der Pause viel aggressiver und konzentrierter als noch bei der Niederlage zuvor in Leverkusen. „Mit dem Ball den Gegner dominieren, ist eine Sache, die uns in der Saison nicht immer gelungen ist. Diesmal war es besser“, bemerkte der 30-Jährige, warnte aber zugleich: „Jeder weiß, dass es wenig bedeutet, wenn wir im nächsten Spiel schlecht sind.“ Das Pokal-Aus von Liga-Kontrahent Dortmund wollte er nicht kommentieren.

Das übernahm Stürmer Robert Lewandowski: „Es kann eine kleine Rolle spielen“ meinte der Pole zur Tatsache, dass sich der BVB nun ganz auf das Meisterschaftsrennen konzentrieren kann. Andererseits sei es „wichtig für das Selbstbewusstsein, dass wir in der nächsten Pokalrunde spielen“, sagte der Pole.

Bleiben die Fragen um Kapitän Manuel Neuer, der wegen seiner Daumenblessur auch im Pokal fehlte. „Es war eine kurzfristige Entscheidung. Es ging noch nicht ganz, er ist auf Nummer sicher gegangen“, berichtete Torwart-Stellvertreter Sven Ulreich: „Wie es weitergeht, weiß ich auch nicht.“