| 18:36 Uhr

Manager von Hannover 96
Kind gewinnt Ringen um Heldt - Köln wirbt nicht weiter

Hannover 96 will, dass Sportdirektor Horst Heldt bleibt - und er bleibt. Foto: Hauke-Christian Dittrich
Hannover 96 will, dass Sportdirektor Horst Heldt bleibt - und er bleibt. Foto: Hauke-Christian Dittrich FOTO: Hauke-Christian Dittrich
Hannover. Die Zukunft von Sportchef Horst Heldt beim Fußball-Bundesligisten Hannover 96 ist weiter offen. „Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen“, sagte Heldt über Gespräche mit 96-Clubboss Martin Kind über seinen möglichen Wechsel zum Ligakonkurrenten 1. FC Köln. dpa

Martin Kind hat das Ringen um Hannover-96-Sportchef Horst Heldt gewonnen. Der vom 1. FC Köln umworbene Manager bleibt bei dem Fußball-Bundesligisten aus Niedersachsen.

„Ich bin froh, dass das Thema nun mit aller Klarheit vom Tisch ist“, sagte 96-Clubchef Kind am späten Donnerstagnachmittag. „Wir sind mit seiner Arbeit hochzufrieden. Deshalb war es für uns unwiderruflich ausgeschlossen, dass Horst Heldt den Verein verlässt.“

Zuvor hatte der 1. FC Köln mitgeteilt, dass Heldt für den Job des Geschäftsführers keine Option mehr sei. Aus Respekt vor Hannover 96 habe man zu diesem frühen Zeitpunkt entschieden, „die Gespräche nicht weiter zu verfolgen, um die gegenseitigen Verhältnisse nicht zu beschädigen“, sagte Kölns Präsident Werner Spinner.

Heldt habe bis zum (heutigen) Donnerstag keine angemessene Möglichkeit gefunden, sein bis 2020 laufendes Vertragsverhältnis bei den Niedersachsen zu beenden. Die Rheinländer hatten versucht, Heldt nach Köln zu lotsen, nachdem Manager Jörg Schmadtke den kriselnden Club verlassen hatte.

Der 47-jährige Heldt hatte einen Wechsel nach Köln zumindest erwogen. Er sprach auch mit den Kölnern - und anschließend mehrfach mit Kind über das Thema. Nach „guten Gesprächen“ mit dem Clubchef sei ein Wechsel nach Köln jetzt „kein Thema mehr“, versicherte Heldt. Dies hatte zuvor noch anders geklungen: Vor der Mitteilung aus Köln vermied er ein klares Bekenntnis zu 96 oder eine klare Absage an den FC. Es gebe noch keine Entscheidung zu verkünden und es würden weitere Gespräche mit Kind stattfinden, sagte er.

Um eine Freigabe habe er nicht gebeten. Heldt betonte aber, dass Köln sein „Herzensverein“ sei und er sich Gedanken darüber mache, wie eine Zusammenarbeit mit dem Club aussehen könnte. „Da bin ich groß geworden. Das ist mein Jugendverein, in dem ich zehn Jahre gewesen bin. Ich war bei keinem Verein so lange wie beim 1. FC Köln. Und das beschäftigt einen“, sagte Heldt. Er bekräftige aber auch, dass eine weitere Zusammenarbeit mit 96 möglich sei. Offensichtlich wollte er sich seine Optionen nicht verbauen.

Noch am Mittwochabend hatten sich Heldt und Kind vier Stunden lang beraten. Auch am Donnerstag redeten die beiden Funktionäre. Vermutet wurde, dass Heldt in Hannover zum Geschäftsführer Sport aufsteigen könnte. Zu solchen Spekulationen wollte sich Heldt nun nicht äußern. „Es geht nicht darum, dass ich mit einem Wunschkatalog oder Forderungen agiere“, versicherte der Manager, der zuvor auch beim FC Schalke 04 und beim VfB Stuttgart tätig war.

Am späten Nachmittag sagte er dann: „In unseren Gesprächen haben wir gemeinsam eine Zukunftsvision für Hannover 96 entwickelt, von der Martin Kind und ich überzeugt sind. Dafür werden wir jetzt die Weichen stellen.“

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