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Junger Cottbuser Referee genießt hohe Akzeptanz

Felix Alich pfeift für den SV Motor Saspow.
Felix Alich pfeift für den SV Motor Saspow. FOTO: Georg Zielonkowski/ski1
FUSSBALL. Mit gerade mal 18 Jahren eine gesunde Autorität auszustrahlen, das muss man erstmal machen. Felix Alich scheint es hinzubekommen. Er ist Schiedsrichter in der Kreisoberliga – und sogar bei Verliererteams recht angesehen. Georg Zielonkowski

Es passt zur bescheidenen Art des Felix Alich, wenn er zu seinen Zielen nicht zu weit noch oben schaut. Sagt er doch, dass es schon ganz schön wäre, wenn er eines Tages in der Brandenburg-Liga Fußballspiele leiten könnte. Kein Wort davon, den Arrivierten nachzueifern, um später mal wie Kinhöfer, Gagelmann oder Stark in der Bundesliga unterwegs zu sein.

Schon eher schätzt er die Leistungen die hiesigen Größen. Henry Müller zum Beispiel, der in der Regionalliga pfeift, oder Jonas Belke aus der Landesliga sind da schon eher Jungs, die er sich bei Gelegenheit ansieht. Seit dem Beginn der laufenden Spielzeit ist der gerade 18 Jahre alt gewordene Saspower in der Kreisoberliga als Unparteiischer dabei, eine Klasse höher fungiert er gelegentlich als Assistent. Für seine unauffällige Spielleitung hat er schon häufig Komplimente erhalten. Sogar von den Trainern der Verlierermannschaft, was so selbstverständlich nicht ist.

So meinte Marko Mrosek von der Ströbitzer Wacker-Reserve kurz nach dem 0:1 in Kunersdorf, dass der Referee mit seiner Leistung so richtig gut zum intensiv gespielten Vergleich gepasst hat und er mit seiner Ruhe zu einem schönen Fußballnachmittag beigetragen hat. Auch Krieschows Sven Brettschneider hat nach dem Ärger über das 1:2 in Sielow den Spielleiter gelobt. Wenngleich er mit einem gegebenen Strafstoß gegen und einem ausgebliebenen Pfiff für seine Mannschaft zunächst eher unglücklich war. "Aber auch die Spieler machen reichlich Fehler, da sollte man bei manchem Ärger auch nicht zu kritisch sein. Gut ist doch generell, dass so junge Burschen überhaupt für die Schiedsrichterei zu begeistern sind."

Gefreut hat sich der zunächst Gescholtene, dass später in der Kabine auch ein zuvor aufgebrachter Trainer schnell auf fair geschaltet hat, "nachdem er sich verschiedene Szenen erklären ließ", durfte später der junge Spielleiter konstatieren. Nicht ohne Grund hat Felix Alich, der seit dem Jahr 2010 zur "schwarzen Zunft" gehört, Aufnahme in den Förderkader gefunden, in dem sich junge hoffnungsvolle Schiedsrichter einer besonderen Fürsorge erfreuen.

Beobachtet werden diese jungen Männer von den erfahrenen Jonas Belke und Mario Kaun. Speziell die anschließenden Spielauswertungen sollen dem Schiri-Nachwuchs zu einer recht schnellen Entwicklung verhelfen, um denen auch Hinweise zum Umgang mit den Akteuren weiterzugeben. "Man sagt mir nach, dass ich eine ziemlich ruhige, aber stets sachliche Art habe, um mit den Spielern zu reden wenn es nötig wird. Ich finde, dass dies auch von den Akteuren akzeptiert wird. Sie sollen immer merken, dass ich nur ihr für ein Spiel erforderlicher Partner bin, niemals die Hauptperson sein will. So was scheint anzukommen", so der Nachwuchs-Schiri.

Der sich derzeit auf sein Abitur vorbereitet. Nach dem Abschluss will er ein Wirtschaftsingenieur-Studium beginnen. Natürlich hier in Cottbus, denn an seinem Hobby, der Schiedsrichterei, will er ja unbedingt festhalten. Wobei er dies liebend gern in seiner Heimat machen will, wo er sich familiär und im Freundeskreis geborgen fühlt und er noch ein wenig mit seinen Aufgaben wachsen will. Wenigstens bis zur Brandenburg-Liga. Erst einmal.