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Nach 3:0 gegen Hoffenheim
HSV will „zu Hause wieder eine Macht werden“

Der HSV gewinnt das zweite Heimspiel nacheinander. Foto: Daniel Reinhardt
Der HSV gewinnt das zweite Heimspiel nacheinander. Foto: Daniel Reinhardt FOTO: Daniel Reinhardt
Hamburg. Nach dem höchsten Erfolg seit dreieinhalb Jahren war klar: Der Hamburger SV wird auch in dieser Saison den Abstiegskampf über die emotionale Heimstärke in Angriff nehmen. Von Britta Körber, dpa

Mitreißend wie schon beim 3:1 gegen den VfB Stuttgart ließ die Elf von Trainer Markus Gisdol der Europa-League-müden TSG Hoffenheim beim 3:0 (1:0) keine Chance. „Wichtig ist, das wir zu Hause wieder eine Macht werden. Der zweite Sieg hintereinander im Volkspark fühlt sich einfach richtig gut an. Es war eine tolle Mannschaftsleistung“, sagte der dienstälteste HSV-Profi Dennis Diekmeier nach dem Spektakel vor 46470 Zuschauern.

Zwar half die TSG mit einem Eigentor von Kevin Akpoguma (6. Minute) kräftig mit beim erneuten Erfolg - der HSV war in der Offensive aber zwingend wie lange nicht. Die Unbeschwertheit von Jann-Fiete Arp und die ansteigenden Formkurven der guten Douglas Santos und Filip Kostic machen das Hamburger Offensivspiel schnell und unberechenbarer als zu Zeiten, in denen mit hohen Bällen agiert wurde. Kostic (76.) glänzte zudem mit einem frechen Flatter-Freistoß und Gideon Jung (88.) brachte mit seinem Tor die Fans in der Ostkurve zum Ausflippen.

Der 17-jährige Arp versuchte es auch immer wieder mit Alleingängen und Distanzschüssen - die Kollegen und der Coach ermutigen den Youngster. „Ich genieße die Situation so gut ich kann. Die Jungs fangen mich gut auf“, sagte der Schüler, dem man die verpassten Trainingseinheiten wegen der Unterrichtspflicht nicht anmerkte. Mit Sturm-Konkurrent Bobby Wood ergänzte er sich bestens.

Der Schlüssel zum Erfolg war aber die sich aufopfernde Defensive der Norddeutschen. Mergim Mavraj und Kyriakos Papadopoulos schmissen sich in jede aufkommende Möglichkeit, Keeper Christian Mathenia verhinderte den Ausgleich mit einer Klasse-Parade. „Wir haben unser normales Heimgesicht gezeigt, wir sind eine Heimmannschaft“, behauptete der starke Papadopoulos.

„Es gelang uns, dem Gegner keine Luft zum Atmen zu geben“, analysierte Gisdol, der sich von der guten Leistung viel Rückenwind erhofft. Mavraj hatte eine einfache Erklärung für die Steigerung: „Wenn man immer an sich arbeitet, ist es nur eine Frage der Zeit, bis wann man sich belohnt. Deshalb müssen wir so weitermachen.“ Bis Weihnachten stehen noch die Partien gegen Wolfsburg und Frankfurt im Volkspark an. Und nach dem guten Auftritt will der bisher schwache Auswärts-HSV auch am Freitag in Freiburg punkten.