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Hauptsache, die Jungs haben ihren Spaß

Auf dem Spielfeld geht es rasant zur Sache, aber wenn die Arbeit im Hintergrund nicht stimmt, bliebe der Sport auf der Strecke.
Auf dem Spielfeld geht es rasant zur Sache, aber wenn die Arbeit im Hintergrund nicht stimmt, bliebe der Sport auf der Strecke. FOTO: Anja Guhlan/ang1
Forst. Ein Turnier ausrichten, ist für einen Fußballverein auch ein Höhepunkt im Vereinsleben. Doch was steckt alles an Vorbereitungen hinter solch einem Turnier? Der ESV 1990 Forst hat am Samstag sein 7. Neujahrsturnier ausgerichtet – ein Blick hinter die Kulissen. Anja Guhlan / ang1

Acht Männer-Mannschaften sind in der Mehrzweckhalle angetreten; spielen schnell und intensiv und manchmal mit viel Körperkontakt. Am Ende gewinnt die Mannschaft des Sportvereins Lausitz Forst vor der ersten Mannschaft des ESV, dem TV 1861 Forst, Kahren, Keune, Groß Gastrose, TSV Cottbus und der Mannschaft des Gastgebers.

Doch es gibt auch einen Kampf hinter den Kulissen.

"Ein Hallenturnier ist nicht viel anders zu organisieren als ein Turnier auf dem Spielfeld außen", sagt Sven Leopold. Er ist Abteilungsleiter im Fußball beim Eisenbahnersportverein. Und doch steckt eine Menge Arbeit dahinter. Wenn schon Ort und Zeit nicht stimmen, ist das Turnier zum Scheitern verurteilt. Der ESV jedoch organisiert sein Neujahrsturnier schon in der siebenten Auflage, hat also quasi schon eine feste Größe, wenn das Turnier beim Fußballkreis angemeldet wird. Trotzdem müssen meist doppelt so viele Einladungen verschickt werden, wie mit Teilnehmern gerechnet wird, verweist Sven Leopold auf die entsprechenden Erfahrungen. Überraschungen gibt es am Turniertag dennoch.

Mit Mannschaften aus Cottbus, Groß Gastrose, Forst, Keune, Kahren und aus dem polnischen Lubsko zugesagt, am Tag des Turniers ist die Mannschaft aus Lubsko leider nicht gekommen, bedauert Sven Leopold die Abwesenheit des Teams, mit dem den ESV eine Partnerschaft verbindet.

Das Turnier ist für acht Mannschaften ausgerichtet, Leopold teilt einfach die 24 Spieler aus dem ESV-Kader in zwei Mannschaften auf, die beim Turnier antreten.

Und nichts läuft ohne die beiden Schiedsrichter, die das Turnier im Wechsel pfeifen. Bernhard Leii ist 60 Jahre alt und Schiedsrichter vom Sportverein Döbern. Etwa 30 Jahre ist er schon als Schiedsrichter tätig, sein halbes Leben, und nimmt immer noch regelmäßig an weiterführenden Schulungen teil. "Ich pfeife gerne, egal wo. Die recht lange Turnierzeit nehme ich in Kauf", erklärt Bernhard Leii.

Insgesamt zehn Stunden nimmt das Turnier einschließlich Vorbereitung und Nachbereitung an Zeit in Anspruch. Eher im Hintergrund agieren Jonny Ruben (23) als Ordnerchef und Alexander Stein (34) als Kassenwart. Während Jonny Ruben am Spielfeldrand sicherstellt, dass nicht jemand aus dem Publikum aufs Spielfeld tritt oder mit Essen und Getränken in die Halle geht, kassiert Alexander Stein am Einlass ab. Vom Turnier bekommt Stein nicht viel mit. Aber ohne Leute wie ihn geht es eben nicht.

Am Ende des Turniers hat der SV Lausitz Forst den Pokal erhalten, Maik Warko vom ESV wurde zum erfolgreichsten Torschützen gekürt, David Heymann vom Kahrener SV 03 zum besten Torhüter erklärt.

Und Sven Leopold? Er ist zufrieden und glücklich. "Solange die Jungs ihren Spaß hatten und der Turnierablauf fair und ordentlich abgelaufen ist, bin ich zufrieden." Er freut sich schon. Schließlich muss auch das achte Neujahrsturnier in einem Jahr vorbereitet werden. Und zufriedene Mannschaften sind dafür die beste Voraussetzung.