| 12:36 Uhr

Schalke nach Wolfsburg
Goretzka will Schalke ins Finale führen

Dem FC Schalke 04 ist durch das 1:0 gegen den VfL Wolfsburg der Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale geglückt. Kurz nach dem Sieg aber hatten einige Spieler schon das Duell gegen Bayern München im Kopf. Jessica Balleer, Gelsenkirchen

Der Siegtorschütze strahlte nach dem Spiel. Zuletzt musste sich Schalke-Stürmer Guido Burgstaller allzu oft mit der Bank begnügen. "Ich bin einfach glücklich, dass ich spielen durfte, habe mich voll reingehangen und mein Bestes gegeben", sagte Burgstaller nach dem Pokal-Viertelfinale gegen den VfL Wolfsburg, in dem er am Mittwochabend 90 Minuten spielen durfte und den einzigen und entscheidenden Treffer erzielt hat (10.).

Ganz zufrieden war der Schalker aber nicht mit der Leistung des Teams: "Wir müssen das zweite Tor machen." Gefreut hatte sich Burgstaller für einen jungen Teamkollegen: Cedric Teuchert (22) durfte knapp 22 Minuten für die Königsblauen auflaufen. In der 76. Minute kam er für Marko Pjaca in die Partie. "Cedric ist ein ganzer Kerl, eine kleine Maschine", sagte Burgstaller über das gelungene Debüt des ehemaligen Nürnbergers. Teuchert selbst war auch überglücklich und sprach von einem rundum perfekten Abend, den er "in vollen Zügen genossen" habe.

S04-Trainer Domenico Tedesco wirkte auf der Pressekonferenz nach dem Spiel durchaus gelöst und zufrieden, auch wenn die eigene Spielweise eher von harter Arbeit als von Fußballkunst geprägt war. Fehlenden Killerinstinkt wollte Tedesco dem Team nicht vorwerfen. Der Trainer gab aber zu: "Es ist definitiv eine Schwäche von uns, dass wir oft nicht das zweite Tor nachlegen."

Die Schlagzahl der Torchancen sei derzeit eine Baustelle. "Je häufiger wir Torraumszenen herausspielen, desto größer ist auch die Chance auf Treffer." Für das hohe Laufpensum gegen Wolfsburg lobte der S04-Coach vor allem seinen Stürmer "Burgi" Burgstaller. Dass dem Österreicher deswegen ab und an die letzten Körner beim Torabschluss fehlen, sei eine logische Konsequenz: "Für alles im Leben zahlt man einen Preis", sagte Tedesco. Pressing und Torgefahr gleichermaßen seien Stärken, die er an Burgstaller schätze.

Schalke bewies gegen den VfL Wolfsburg nach einiger Zeit mal wieder, dass es eine knappe Führung über die gesamte Spielzeit bringen kann. "Der Sieg heute ist auch wichtig für den Kopf", betonte Tedesco. Gedanken über die Auslosung habe er sich noch nicht gemacht. Genau wie seine Spieler, hofft er aber auf ein Heimspiel, um mit den Fans im Rücken den nächsten Schritt Richtung Pokalfinale zu schaffen.

In der Bundesliga wartet nun erst einmal eine Mammutaufgabe. Schalke muss am Samstag (18.30 Uhr) in München ran. Ein besonderes Spiel also, bei dem vor allem Leon Goretzka im Fokus stehen wird, der im Sommer zu den Münchenern wechseln wird.

Für Goretzka, das betonte der 23-Jährige, hatte das Pokalspiel gegen den VfL Wolfsburg oberste Priorität. Kurz nach dem Schlusspfiff am Mittwochabend stand er in der Mixed Zone und fand lobende Worte für den Schalker Auftritt, auch wenn er über weite Strecken enttäuschte, keine Bindung zum Spiel fand und keine nennenswerten Aktionen hatte.

"In der zweiten Hälfte haben wir sehr gut gegen den Ball gearbeitet", sagte Goretzka. Problematisch sei nach wie vor, dass das Team die vielen Ballgewinne nicht zu Toren verwerte. "Ein wenig Spielglück und die letzte Konsequenz", daran fehle es derzeit. Die Vorfreude auf das Halbfinale sei aber riesig. "Wir wollen die Reise nach Berlin antreten", sagte Schalkes Mittelfeldspieler, "dafür werden wir im nächsten Spiel alles in die Waagschale werfen". Es sei sein großes Ziel, die Mannschaft vor seinem Wechsel zum FC Bayern München ins Finale nach Berlin zu führen.

Ein wenig enttäuscht wirkte Goretzka, als er auf die Fans angesprochen wurde. Er habe zuletzt etwas vermisst: die Unterstützung aus der Kurve. "Es beflügelt sehr, nach Ballgewinnen von den Fans gefeiert zu werden. Das merkt man vor allem, wenn der Applaus plötzlich ausbleibt." Ein Versprechen gab er ab: "Ich werde weiterhin alles geben, um mit Schalke weiter eine erfolgreiche Saison zu spielen." Es sei immer ein spezielles Spiel in München, sich dort "mit der besten Mannschaft Deutschlands" messen zu können, sagte Goretzka. Am Samstag soll erneut eine gute Leistung zum Erfolg führen. Dafür wolle das Team den Plan des Trainers umsetzen, wie es schon gegen Wolfsburg gelang.