| 18:59 Uhr

Derbyerfolg
FC Bayern beschert Heynckes gegen Augsburg Jubiläumssieg

Bayerns Arturo Vidal (r) hat den Ball im Blick, Augburgs Daniel Tawiah versucht zu folgen. Foto: Tobias Hase
Bayerns Arturo Vidal (r) hat den Ball im Blick, Augburgs Daniel Tawiah versucht zu folgen. Foto: Tobias Hase FOTO: Tobias Hase
München. Diesen FC Bayern unter Jubilar Jupp Heynckes bringen auch Länderspielpausen und personelle Problemchen nicht aus dem Tritt. Von Martin Moravec und Manuel Schwarz, dpa

Mit Geduld und einem schier unaufhaltsamen Doppelpacker Robert Lewandowski bezwangen die Münchner am Samstag den FC Augsburg klar 3:0 (2:0) und ziehen der Konkurrenz weiter davon. „Das war insgesamt eine sehr gute Leistung“, meinte Heynckes, der den Heimsieg damit ebenso nüchtern abhakte wie sein persönliches Rekord-Jubiläum mit dem 500. Sieg in der Fußball-Bundesliga. „Ich bin überrascht, weil ich da keine Statistik geführt habe“, sagte der Routinier, ehe er immerhin einräumte, dass 500 schon eine „großartige Zahl“ sei.

Ähnlich großartig ist die Form von Stürmerstar Lewandowski, der mit seinen zwei Toren in der 38. und 49. Minute für die Entscheidung in einem nur anfangs einigermaßen offenen Duell sorgte. Arturo Vidal hatte den Rekordmeister in der 31. Minute in Führung gebracht.

Mit dem achten Sieg im achten Pflichtspiel unter Heynckes bauten die Bayern ihren Vorsprung in der Tabelle auf sechs Zähler aus, weil nach Dortmund (1:2 in Stuttgart) auch Leipzig (2:2 in Leverkusen) patzte. „Das war ein super Spieltag für uns“, erkannte Arjen Robben vor dem anstehenden Champions-League-Duell beim RSC Anderlecht am Mittwoch.

Im bayerischen Derby gegen den FCA musste Heynckes gleich auf vier Offensivspieler verzichten: Nach dem noch etwas länger ausfallenden Franck Ribéry und dem noch geschonten Thomas Müller mussten auch Thiago und kurzfristig Kingsley Coman angeschlagen passen. Anstelle des Franzosen gab der lange verletzte Juan Bernat sein Saisondebüt.

Und solange eine Sturmspitze namens Lewandowski aufläuft, muss den Münchnern aktuell nicht bange sein. Der polnische Nationalspieler, neuerdings mit graublond gefärbten Haaren, erzielte seine Saisontore 12 und 13. Gegen Lieblingsgegner Augsburg gelangen ihm in insgesamt 13 Partien gar schon 18 Treffer. „Warum ich so oft gegen Augsburg getroffen habe, dafür gibt es keine Erklärung“, meinte der Stürmer. „Die ganze Mannschaft spielt defensiv richtig gut, offensiv hast du dann mehr Optionen und das Selbstbewusstsein geht nach oben.“

Dabei hakte es bei den Gastgebern vor 75 000 Zuschauern anfangs. „Wir haben schwer ins Spiel gefunden“, erkannte Heynckes, lobte zugleich aber die Geduld seiner Schützlinge, die nach gut 20 Minuten besser wurden. „Wenn wir heute nicht solch eine Top-Einstellung gehabt hätten, dann hätten wir das Spiel nicht so klar gewinnen können.“

Augsburgs Trainer Manuel Baum hatte schon angekündigt, das Münchner Starensemble mit Pressing gehörig stören zu wollen. Das gelang dann aber nur zu Beginn. „Wir sind ordentlich ins Spiel reingekommen. Umso ärgerlicher ist es, dass wir zwei Tore nach eigenem Ballverlust bekommen“, haderte der Coach. „Nach vorne hätte ich mehr erwartet.“

Bei imposanten 75 Prozent Ballbesitz aber ließen die Münchner ihre Gegner kaum in den Angriffsmodus schalten. Einen Freistoß von Michael Gregoritsch parierte Torwart Sven Ulreich ebenso wie einen Kopfball von Kevin Danso kurz danach (33.). Mehr kam offensiv nicht vom FCA.

Die Münchner jubelten erstmals nach einem Freistoß von James: Ein Kopfball von Lewandowski landete vor den Füßen von Mats Hummels, der Ball trudelte dann zu Vidal, der aus fünf Metern aus der Drehung Torwart Marwin Hitz überwand. Sieben Minuten nach der Führung schlug Heynckes' Team erneut zu. Im richtigen Moment attackierten die Münchner Caiuby am Anstoßpunkt, der prompt den Ball verlor. Vidal schickte Lewandowski, dessen Treffer zum 2:0 nur noch Formsache war. Nach dem Seitenwechsel besiegelte der Dauertorjäger nach einer maßgenauen Flanke von Nationalspieler Joshua Kimmich den Sieg.

Erinnerungen an das 0:6 im April wurden wach, als die Fuggerstädter aus dem Stadion geschossen wurden. Die Münchner aber konnten sich im Finish ganz entspannt auf die Dienstreise nach Belgien einstimmen.

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