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| 08:37 Uhr

Doping
Der Fußball belügt sich

Meinung | Düsseldorf. Es nötigt einem fast schon Respekt ab, wie Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt ohne zu lachen behauptet, Doping bringe im Fußball nichts. Obwohl: Am Ende glaubt der Arzt des FC Bayern und der Nationalmannschaft das sogar wirklich. So abwegig ist das nicht. Viele Verantwortliche scheinen tatsächlich überzeugt zu sein, dass ihr Sport in einem Meer voller dopinganfälliger Sportarten eine Insel des sauberen Wettkampfes ist. Und genau das ist für einen logisch denkenden Menschen absurd. Stefan Klüttermann

Es ist nicht abwegig, das Bayerns Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt wirklich glaubt, dass Doping im Fußball nichts bringt. Aber der Gedanke, dass der Fußball in einem Meer voller dopinganfälliger Sportarten eine saubere Insel ist, ist absurd.

Es nötigt einem fast schon Respekt ab, wie Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt ohne zu lachen behauptet, Doping bringe im Fußball nichts. Obwohl: Am Ende glaubt der Arzt des FC Bayern und der Nationalmannschaft das sogar wirklich. So abwegig ist das nicht.

Viele Verantwortliche scheinen tatsächlich überzeugt zu sein, dass ihr Sport in einem Meer voller dopinganfälliger Sportarten eine Insel des sauberen Wettkampfes ist. Und genau das ist für einen logisch denkenden Menschen absurd.

Warum sollte gerade das Milliardengeschäft Fußball immun dagegen sein, Mittel zu benutzen, die Spieler ausdauernder machen, schneller, kräftiger, weniger schmerzempfindlich und zügiger wieder gesund? Und der Fußball ist erwiesenermaßen nicht dopingfrei. Mehrere Hundert Fälle von Dopingvergehen sind dokumentiert.

Anstatt also weiter die Mär vom sauberen Fußball zu erzählen, täte der Fußball gut daran, seine Anfälligkeit einzusehen und sich schon allein ob seiner Bedeutung an die Spitze eines unabhängigen Anti-Doping-Kampfes zu stellen. So dumm, wie Müller-Wohlfahrt denkt, sind Fans nicht.