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Die Rothosen aus Werben sind wieder da

Kapitän und Torjäger: Marcus Brischa (l.) und Danilo Halko.
Kapitän und Torjäger: Marcus Brischa (l.) und Danilo Halko. FOTO: Georg Zielonkowski
Werben. In der jüngsten Vergangenheit hatte man beim SV Werben nicht viel zu lachen. Vor einem Jahr stieg man sogar aus der zweigleisigen Kreisliga ab. Nun aber sind die Rothosen wieder da – und klopfen ans Tor zur Kreisoberliga. Georg Zielonkowski

Ruhig war es geworden um den Traditionsverein aus dem Vorspreewald. Aus der zweigleisigen Übergangs-Kreisliga hatte man sich im Juni 2014 als Absteiger verabschiedet, um fortan nicht mehr zu den Top-Teams der Niederlausitz zu zählen. Doch erkannten die Verantwortlichen im letzten Sommer die Zeichen der Zeit, strukturell wurde daher einiges verändert. Mit dem früheren Energie-Kicker Peter Klima holte sich Coach Andreas Wolf vor dem Saisonstart einen Assistenten an seine Seite, der fortan den Part eines beliebten Ansprechpartners für die Spieler übernahm. Leider musste der 62-jährige aus privaten Gründen das Amt im letzten Winter wieder abgeben, was bedauert wurde.

Ein anderer Neuzugang des letzten Sommers tut dem SV Werben dagegen bis heute so richtig gut. Die Rede ist von Danilo Halko, dem Trainer Wolf schon drei Jahre lang einen Wechsel zu den Rothosen schmackhaft gemacht hatte. Bisher schlug Halkos blau-weißes Herz absolut für seine Straupitzer. Inzwischen wohnt der Angreifer aber in Werben, Nachwuchs wird erwartet. "So passt einfach alles, zumal ich hier bei den Jungs großartig aufgenommen wurde. Gemeinsam haben wir jetzt eine gute Phase, die wir unbedingt am Ende zum Aufstieg nutzen wollen und hoffentlich werden", so der 22-fache Torschütze, der nach seinen beiden Treffern vom letzten Sonntag den vor ihm liegenden Gaglowern Christian Wietasch (23) und Angelo Weber (22) ganz dicht auf die Pelle gerückt ist.

Eine ähnlich markante Rolle spielt beim SV Werben Kapitän Marcus Brischa, der zwischenzeitlich bei Kunersdorf gespielt hat und nach seiner Rückkehr nach Werben nicht nur während der 90 Minuten im Gefüge des Aufstiegskandidaten eine wichtige Rolle spielt. "Es ist gut, so einen erfahrenen Mann im Team zu haben, der bei den Alten und den Jungen gleichermaßen akzeptiert ist. Er ist das Zugpferd der Mannschaft", lobt Trainer Andreas Wolf den 27-Jährigen.

Für den Trainer kommt die großartige Tabellenposition durchaus überraschend, hat er doch beim Training aufgrund von Auswärtsarbeit und Studium oft keine zehn Spieler anwesend. "Aber im Gegensatz zu früher habe ich den Eindruck, dass die Kerle wirklich den Erfolg wollen und dies mit Extraschichten ausgleichen." Dass der SV Werben nicht selten ein Spiel erst in der Schlussphase für sich entschied, verbindet er auch mit dieser Gewohnheit seiner Spieler.

Vor dem Top-Duell gegen Klein Gaglow ist man in Werben relativ gelassen. Drei Punkte und 20 Tore liegen zwischen den beiden Teams. "In dieser Liga kann so viel passieren. Ganz verrückte Ergebnisse gibt es da. Weil bei vielen Vereinen sich auch unser Manko zeigt. Kaum, dass man an mehreren Spieltagen die besten Spieler dabei hat. Deshalb bleibe ich dabei, wenn ich sage: Kreisliga ist absoluter Volkssport", so die Einschätzung des 25-fachen Oberliga-Spielers Andreas Wolf, der vor 29 Jahren mit dem FC Energie in der höchsten DDR-Spielklasse unterwegs war.

Zum Thema:
An diesem Samstag treffen in der Kreisliga Niederlausitz die beiden führenden Mannschaften zum Gipfeltreffen aufeinander. Um 15 Uhr empfängt der Tabellenzweite aus Klein Gaglow Spitzenreiter SV Werben. Sechs Spiele vor dem Ende der Saison hat Werben drei Punkte Vorsprung. Das Hinspiel hatten die Rothosen mit 3:2 für sich entschieden.