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| 18:03 Uhr

Endspurt nach der Länderspielpause
Die Abstiegskandidaten im Check

Exklusiv | Hamburg. Vier Teams sind in der Bundesliga akut vom Abstieg bedroht, vier Teams zwischen Hoffen und Bangen. In der Länderspielpause bereiten sich die Kellerkinder auf das Finale im Abstiegskampf vor.

Knapp zwei Wochen haben der Hamburger SV, der 1. FC Köln, der FSV Mainz 05 und der VfL Wolfsburg Zeit, für einen kleinen Reset und letzte Maßnahmen. Nach der Länderspielpause folgen dann die letzten sieben Spiele im Kampf um den Klassenverbleib. Den Mannschaften darüber droht höchstens noch die Relegation.

Die Situation der vier Teams im Keller stellt sich unterschiedlich dar. Während in Köln trotz der immer noch prekären Situation fast schon so etwas wie Euphorie herrscht, geht in Wolfsburg und Mainz die Angst um. Der HSV steht komplett mit dem Rücken zur Wand. Die vier Abstiegskandidaten im Check.

VfL Wolfsburg (Platz 15, 25 Punkte, 28:37 Tore)

Die Situation: Zweimal hat der VfL Wolfsburg bereits den Trainer gewechselt, doch eine Besserung gab es auch mit Bruno Labbadia nicht. In seinen vier Spielen blieb der als Retter geholte Coach ohne Sieg und holte nur einen einzigen Punkt. Trotz des teuren Kaders liegt der VfL nur wegen des besseren Torverhältnisses vor dem Relegationsrang.

Das spricht für den VfL: Wolfsburg hat den individuell stärksten Kader. Labbadia nutzt die Woche vor dem spielfreien Wochenende, um das Training zu intensivieren. Am Dienstag und Mittwoch stehen je zwei Übungseinheiten auf dem Programm. Am Donnerstag soll morgens trainiert und um 18.30 Uhr ein Testspiel beim Zweitligisten Union Berlin absolviert werden.

Das spricht gegen den VfL: Labbadia fehlen in der Länderspielpause nicht nur mehrere verletzte Profis, sondern auch ein halbes Dutzend Spieler, die mit ihren Nationalmannschaften unterwegs sind. Zudem gibt es Zweifel an der Identifikation einiger gut bezahlter Profis mit dem wenig schillernden Klub.

Das Restprogramm: Hertha BSC (A), SC Freiburg (A), FC Augsburg (H), Borussia Mönchengladbach (A), Hamburger SV (H), RB Leipzig (A), 1. FC Köln (H)

1. FSV Mainz 05 (Platz 16, 25 Punkte, 29:46 Tore)

Die Situation: Seit vier Spielen haben die Mainzer nicht mehr gewonnen. Durch den Kölner Sieg am vergangenen Sonntag ist der Vorsprung des Tabellen-16. auf einen Abstiegsplatz auf fünf Punkte geschmolzen.

Das spricht für Mainz: Wenn man es positiv sehen will: Mainz bewahrt die Ruhe. Als einziger akut vom Abstieg bedrohter Verein hielt und hält Mainz an seinem Trainer fest. Sandro Schwarz steht trotz der prekären Situation laut Sportvorstand Rouven Schröder nicht zur Disposition. Die Mainzer wollen die Länderspielpause vielmehr zu einer intensiven Fehleranalyse nutzen.Trainer und Sportvorstand kündigten ausführliche Gespräche mit den Spielern an.

Das spricht gegen Mainz: Vorne ideenlos, hinten anfällig: Bei der 0:3-Pleite in Frankfurt spielten die Rheinhessen am vergangenen Samstag wie ein Absteiger. Defizite machte Schwarz auch bei der Mentalität aus. "Uns fehlt die Bereitschaft, immer wieder 100 Prozent zu marschieren und mit maximaler Intensität ins Spiel zu gehen", sagte der Trainer. Das klingt nicht gut.

Das Restprogramm: Borussia Mönchengladbach (H), 1. FC Köln (A), SC Freiburg (H), FC Augsburg (A), RB Leipzig (H), Borussia Dortmund (A), Werder Bremen (H)

1. FC Köln (Platz 17, 20 Punkte, 27:49 Tore)

Die Situation: Nach dem 14. Spieltag war der FC als Tabellen-18. mit lediglich drei Punkten so weit abgeschlagen, dass am Geißbockheim kaum jemand mit dem Klassenverbleib rechnete. Seit dem 2:0 am Sonntag im Derby gegen Leverkusen kommt der Bundesliga-Premierenmeister auf 20 Zähler und hat Rang 18 verlassen.

Das spricht für den FC: Die Mannschaft präsentiert sich als Einheit.In der internen Rückrunden-Tabelle der vier Kellerkinder liegt Köln klar vorne, der Trend spricht für die Rheinländer. Trainer Stefan Ruthenbeck lässt mutigen Fußball spielen, der so gar nicht nach Abstiegskampf aussieht. Köln empfängt noch Mainz, am letzten Spieltag könnte es zum entscheidenden Duell in Wolfsburg kommen.

Das spricht gegen den FC: Der Rückstand auf Rang 16 beträgt noch immer fünf satte Punkte. Das heißt: Es bleibt dabei, dass jede Begegnung eine Art Endspiel ist. Mit jeder Niederlage kann es (fast) vorbei sein. In der Defensive machte Köln bis auf das Spiel in Leverkusen zuletzt zu viele individuelle Fehler, in der Offensive werden die Chancen nicht konsequent genutzt.

Das Restprogramm: 1899 Hoffenheim (A), FSV Mainz 05 (H), Hertha BSC (A), FC Schalke 04 (H), SC Freiburg (A), FC Bayern München (H), VfL Wolfsburg (A)

Hamburger SV (Platz 18, 18 Punkte, 19:43 Tore)

Die Situation: Nach 14 Spielen ohne Sieg ist der HSV am Tiefpunkt angekommen: Sieben Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz, Tabellenletzter, der erstmalige Abstieg in die 2. Liga nah wie nie.

Das spricht für den HSV: Wenig. Hoffnung macht, dass das von Neu-Trainer Christian Titz stark veränderte und verjüngte Team beim 1:2 gegen Hertha BSC eine gute erste Halbzeit geboten und endlich auch wieder ansehnlichen Fußball gespielt hat - allerdings ohne Happy End und ohne Punkte. Titz will die Pause nutzen, um den HSV-Profis seine Spielidee näher zu bringen.

Das spricht gegen den HSV: Nur drei mickrige Punkte hat der HSV in der Rückrunde geholt. Und schon in der Hinrunde punktete nur Köln schlechter. Die Fans sind wütend, die Profis ziehen nicht mit. Kyriakos Papadopoulos schimpfte öffentlich über seine Nicht-Berücksichtigung gegen Hertha, Walace wurde zur zweiten Mannschaften abgeschoben, weil er "zum wiederholten Male" seinen vertraglichen Pflichten nicht nachkam.

Das Restprogramm: VfB Stuttgart (A), FC Schalke 04 (H), TSG Hoffenheim (A), SC Freiburg (H), VfL Wolfsburg (A), Eintracht Frankfurt (A), Borussia Mönchengladbach (H)

(areh)