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| 21:44 Uhr

1:0 gegen FC Schalke 04
Eintracht Frankfurt folgt dem FC Bayern ins DFB-Pokalfinale

Gelsenkirchen. Eintracht Frankfurt steht zum zweiten Mal in Folge im Finale des DFB-Pokals. Am Mittwoch besiegten die Rheinhessen in einem mauen Spiel den FC Schalke 04 mit 1:0. In Berlin treffen die Frankfurter nun auf den FC Bayern München. Jessica Balleer

Eintracht Frankfurt steht zum zweiten Mal in Folge im Finale des DFB-Pokals. Am Mittwoch besiegten die Hessen in einem mauen Spiel den FC Schalke 04 mit 1:0. In Berlin treffen die Frankfurter nun auf den FC Bayern München.

Dass die Fußballprofis des FC Schalke 04 nicht durch tollen Kombinationsfußball auf den Platz zwei der Bundesliga und ins DFB-Pokalhalbfinale gekommen sind, wusste man vor dem gestrigen Abend. Dass Eintracht Frankfurt, Schalkes Herausforderer, vor allem Zweikampfstärke auszeichnet, war auch bekannt. Doch statt den Höhenflug nach dem 2:0-Derbysieg gegen Borussia Dortmund im Pokalspiel fortzusetzen, stutzten die Frankfurter den Überfliegern von Trainer Domenico Tedesco die Flügel. Frankfurt setzte sich in einem mauen Spiel 1:0 (0:0) durch und trifft in Berlin am 19. Mai auf den FC Bayern München. Tedescos Unmut über die Spielweise seines Teams, war ihm in jeder Spielminute anzusehen.

Im Stile "malochender" Arbeiter gestalteten die Spieler den Kampf um den Pokalfinaleinzug. Vor allem auf zwei Akteuren lag in der ausverkauften Schalker Arena der Fokus: Leon Goretzka, der im Sommer aus Schalke zum FC Bayern wechselt, spielte unter den Augen seines zukünftigen Trainers, Nico Kovac. Der Frankfurter Coach wiederum hatte Kevin Prince Boateng in die Startelf berufen. Mit einem Pfeifkonzert hatten ihn die Schalke Fans begrüßt, denn Boateng war 2015 beurlaubt worden und hatte Schalke daraufhin im Streit verlassen. Den zweiten höhnischen Beifall erntete er in der 43. Minute, als er verletzt vom Platz humpelte. Ausgerechnet Boateng aber hatte die erste Chance einer sonst schwachen ersten Halbzeit eingeleitet.

Nach sechs Minuten näherte sich Frankfurt erstmals dem Schalker Tor. Boateng legte einen weiten Ball auf den Frankfurter Jovic ab. Dessen Abschluss parierte Schalke-Keeper Ralf Fährmann. Fußballoptimisten würden die erste Hälfte der Partie als "kampfbetont" bezeichnen. Die meisten Ballaktionen spielten sich im Mittelfeld ab, die Chance aus der sechsten Minute blieb die vorerst letzte. Das Team von Tedesco konnte sich keine Torchance erspielen, obwohl es gegenüber dem BVB-Spiel auf nur einer Position verändert war: Yevhen Konoplyanka nahm auf der Bank Platz, Marko Pjaca rückte in die Elf. Er blieb so blass, wie der Rest der Schalker. Erst in der 32. Minute gab es die erste Offensivaktion: Nach einer Flanke von Goretzka rollte Caligiuris Schuss knapp am Pfosten vorbei. Bei der folgenden Ecke kam Guido Burgstaller zum Kopfball. Doch Frankfurts Torwart klärte stark.

Unentwegt gestikulierten die Trainer Tedesco (32) und Kovac (46) an den Rändern ihrer Coaching-Zonen, holten Spieler für taktische Instruktionen heran. Tedescos Ärgerniss war die Art und Weise, wie seine Truppe auftrat. Er schlug immer wieder vor Wut in die Luft, breitete mehrfach die Arme aus, als wollte er fragen: "Was macht ihr da eigentlich?"

In der zweiten Halbzeit reagierte Tedesco früh, brachte Konoplyanka für Pjaca (54.), der nur 38 Prozent seiner Zweikämpfe gewann und eine Fehlpassquote von 50 Prozent hatte. Schalke gewann zwar fortan mehr Bälle im Mittelfeld, konnte diese aber nicht in Tormöglichkeiten ummünzen. Frankfurt legte Kompaktheit und Zweikampfhärte an den Tag. Schalke eher Ideenlosigkeit – bis zur 65. Minute.

Das Spiel wurde rassiger. Endlich fanden beide Teams den Weg zum jeweils gegnerischen Tor. Die beste Schalker Chance vergab Burgstaller nach einer guten Einzelaktion (67). Dann drehte Frankfurt auf. Jovic stieg nach einer Ecke am ersten Pfosten hoch – und traf per Hacke ins lange Eck (75.). Sein Traumtor weckte Schalke auf. Zwei Minuten danach zappelte der Ball im Netz. Das 1:1? Nein, denn Burgstaller hatte im Abseits gestanden. Es reichte nicht mehr für S04, trotz Überzahl ab der 81. Minute (Rot gegen Fernandes). Das Tor von Di Santo gab Schiedsrichter Hartmann wegen Handspiels nicht (90.+5). Seit dem Pokalsieg 2011 gab es keine Finaltour mehr aus Gelsenkirchen nach Berlin. So wird es bis 2019 vorerst bleiben.