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| 12:29 Uhr

Weltmeister soll Real bremsen
Juve-Trainer versteht Pfiffe gegen Khedira nicht

Turin/Berlin. Sami Khedira ist im Viertelfinal-Duell zwischen Juventus Turin und Real Madrid besonders motiviert. Der ehemalige Real-Profi will Juve zum Sieg führen - und die kritischen Fans weiter auf seine Seite ziehen.

Erst Pfiffe, dann Applaus und schließlich großes Lob in den Gazetten: Pünktlich zum Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) gegen seinen Ex-Klub Real Madrid ist für Sami Khedira die Welt wieder in Ordnung. Der Mittelfeldspieler von Juventus Turin sammelte beim 3:1-Heimsieg gegen den AC Mailand viel Selbstvertrauen und neuen Kredit bei den eigenen Fans.

Dass ihn die Tifosi im prestigeträchtigen Duell gegen Real ebenso auspfeifen wie zu Beginn des Spiels gegen Mailand, ist nahezu ausgeschlossen. "Wie ein Orkan" sei der Weltmeister über den Platz gefegt, schrieb die Gazzetta dello Sport. Und in der Schlussphase, als er den 3:1-Endstand erzielte, habe Khedira den Elan eines 20-Jährigen bewiesen.

Tatsächlich ist Khedira zehn Jahre älter, und den Elan in der Offensive hatte er zuletzt eher vermissen lassen. Das hatte für Unmut bei den Fans gesorgt. "Und an meine Freunde, die mir gesagt haben, dass ich in den letzten Spielen an keinem Tor beteiligt war", schrieb Khedira auf Twitter, "Silenzio." Ruhe.

Khedira fehlt die öffentliche Anerkennung

Solche Phasen hatte Khedira auch schon in seinen fünf Jahren bei Real Madrid erlebt, als er "zwar von meinen Trainer geschätzt" wurde, so Khedira, "in der Öffentlichkeit aber nicht diese Anerkennung hatte." Wie wichtig der Mittelfeld-Stabilisator ist, erkennt man oft erst, wenn er nicht auf dem Platz steht, so wie bei der 0:1-Niederlage der Nationalmannschaft in Berlin gegen Brasilien.

Juve-Trainer Massimiliano Allegri weiß natürlich, wie wichtig Khedira für die Organisation auf dem Feld gerade gegen Madrids Top-Offensive ist, deshalb stärkte er ihm den Rücken: "Ich begreife die Pfiffe nicht. Sami ist ein Spieler von internationalem Niveau."

Davon braucht Juve aber mehr Spieler, denn Real hat gerade einen Lauf. Bei der Generalprobe auf der Ferieninsel Las Palmas schonte Trainer Zinedine Zidane in Cristiano Ronaldo, Toni Kroos und Marcello drei seiner Stars, sein Team siegte dennoch souverän 3:0. Dabei drängte sich der Waliser Gareth Bale mit einem Doppelpack für die Startelf gegen Turin auf.

Dass ein Topstürmer wie Bale für das Viertelfinal-Hinspiel nicht zwingend gesetzt ist, zeigt die enorme Qualität im Kader der Königlichen. Auf dem Weg zum anvisierten dritte Triumph in Folge in der Königsklasse müsse man in Turin aber mindestens ein Tor erzielen, forderte Zidane.

Um das zu verhindern, braucht Juve vor der Abwehrkette einen Khedira in Topform. Der ist auch wegen der bitteren 1:4-Finalniederlage vor einem Jahr in Cardiff hochmotiviert: "Wir haben unsere Lektion gelernt."

(sid)