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| 17:30 Uhr

Juve-Drama in der Champions League
Ronaldo tröstet Buffon nach bitterem Aus

Düsseldorf. In der Nachspielzeit zerstörte ein Elfmeterpfiff alle Champions-League-Träume von Juventus Turin. Vor allem Gianluigi Buffon wütete nach dem Spielende gegen den Referee. Eine versöhnliche Geste gab es dagegen mit Real Madrids Cristiano Ronaldo. Phillip Oldenburg

Es war die Szene des Spiels zwischen Real Madrid und Juventus Turin, über die am meisten diskutiert wurde: Das Foul durch Benatia, das zum Elfmeter führte. Weil Cristiano Ronaldo in der Nachspielzeit den umstrittenen Elfer eiskalt versenkt, wird der große Kampf der Turiner nicht belohnt. Für Juve-Keeper Gianluigi Buffon und ganz Fußball-Italien ist das Aus eine zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit.

"Dieser Mensch hat kein Herz. Stattdessen hat er einen Mülleimer", schimpfte Buffon über den Unparteiischen: "Wenn du keinen Charakter und keinen Mut hast, dann solltest du das Spiel auf der Tribüne anschauen und mit deiner Frau eine Sprite trinken. Dann kaufst du deinen Freunden eine Cola und Chips - und genießt die Show."

Buffon, der wegen seiner Mecker-Attacke auf den Schiri direkt nach dem Elfer-Pfiff Rot gesehen hatte, war zum Zeitpunkt des entscheidenden Treffers zum 1:3 längst in den Katakomben des Estadio Santiago Bernabeu verschwunden. Für 40-Jährigen ist das Aus besonders bitter, da es womöglich seine letzte Partie in der Champions League war. Seine Enttäuschung über die strittige Entscheidung ist verständlich. Die Szene, die sich in der Mixed Zone nach dem Spiel abspielte, ist dafür umso schöner. Als Ronaldo an Buffon vorbeigeht, hält der Madrilene an. Ronaldo unterbricht Buffons Interview, gibt ihm eine herzhafte Umarmung, drückt ihm einen Schmatzer auf die Wange. Buffon erwiderte die herzliche Geste, obwohl Ronaldo erneut seinen wohl größten Traum zerstört hatte.

Juve hatte in Madrid ein 0:3 im Hinspiel des Champions-League-Viertelfinales auf fremdem Platz egalisiert, die "Königlichen" an den Rande des Abgrunds getrieben. Als sich schon fast alle gedanklich auf eine Verlängerung eingestellt hatten riss Schiedsrichter Michael Oliver den italienischen Rekordmeister mit einem Elfmeterpfiff aus allen Träumen. Nach einem vermeintlichen Foul von Verteidiger Benatia an Lucas Vasquez zeigte der Unparteiische in der Nachspielzeit auf den Punkt.

Juve-Stars sabotieren Elfmeterpunkt

Es folgten minutenlange Diskussionen, bei denen Buffon die Rote Karte sah. Als Reaktion auf den Pfiff versuchten zahlreiche Juve-Profis während der Diskussion zudem den Elfmeterpunkt zu bearbeiten. Immer wieder trampelten sie auf dem Punkt herum, wie ein Video auf Youtube zeigt. Selbst der eingewechselte Ersatztorhüter Wojciech Szczesny, kam für Gonzalo Higuain, versuchte den Punkt zu sabotieren. Mehr als einmal mussten Ronaldos Teamkollegen Vasquez und Marco Asensio als Greenkeeper agieren.

So vergingen etwas mehr als drei Minuten, ehe Ronaldo den Strafstoß endlich ausführen durfte. Der 33-Jährige ließ sich von den Spielereien allerdings nicht beeindrucken - zumindest nach außen hin zeigte der Portugiese keine Regung. Unbeeindruckt knallte Ronaldo das Lader gnadenlos in den Winkel, zog sich danach das Trikot aus - und zeigte seine Muskeln. "Mein Puls wurde immer höher. Ich habe versucht, mich zu beruhigen. Ich wusste, das ist ein wichtiger Elfmeter", sagte der Portugiese über die nervenaufreibende "Wartezeit". Den Ärger der Juve-Stars konnte Ronaldo nicht nachvollziehen: "Ich verstehe auch nicht, warum sie sich so aufregen. Für mich war es ein klarer Elfmeter."

Laut spanischen Medienberichten waren die Gemüter auch Minuten nach dem Abpfiff derart erhitzt, dass sich die Spieler beider Teams im Kabinengang heftig beschimpften und drauf und dran waren, handgreiflich zu werden. Die Szene von der Umarmung von Buffon und Ronaldo bewies aber, dass der gegenseitige Respekt nicht verloren gegangen ist.