| 20:58 Uhr

Tormaschine läuft
Bayer Leverkusen nach Sieg gegen Union im Achtelfinale

Der Leverkusener Karim Bellarabi (r) beim Zweikampf mit Unions Simon Hedlund. Foto: Federico Gambarini
Der Leverkusener Karim Bellarabi (r) beim Zweikampf mit Unions Simon Hedlund. Foto: Federico Gambarini FOTO: Federico Gambarini
Leverkusen. Die Tormaschine von Bayer Leverkusen läuft: Drei Tage nach dem furiosen Offensiv-Feuerwerk in Mönchengladbach hat Bayer seinen Aufwärtstrend fortgesetzt und das Achtelfinale im DFB-Pokal erreicht. Von Holger Schmidt, dpa

Beim 4:1 (1:0) gegen den Zweitligisten Union Berlin zauberten die Rheinländer zwar nicht wie beim 5:1 im rheinischen Derby, kamen aber dennoch hochverdient weiter.

Nationalspieler Julian Brandt (36.) mit einem sehenswerten Treffer nach Solo mit dem Außenrist, 19-Millionen-Neuzugang Lucas Alario (58.), Wendell per Elfmeter (89.) und Charles Aranguiz (90.+2) schossen die Treffer für Bayer. Der Elfmeter war zweifelhaft, Union-Spieler Christopher Trimmel traf den Ball. Unions Stephan Fürstner sah Gelb-Rot (90.+1).

Der Zweitliga-Vierte Union scheiterte trotz des zwischenzeitlichen Ausgleichs durch Dennis Daube (46.) bei der 16. Teilnahme am DFB-Pokal zum 13. Mal spätestens in der 2. Runde. Immerhin verkauften sich die Köpenicker deutlich besser als im zuvor einzigen Pflichtspiel beider Teams: In der zweiten Runde 2003/04 hatte Union beim 0:5 die höchste Niederlage seiner Cup-Historie hinnehmen müssen.

Von Bayer-Sportchef Rudi Völler gab es ein großes Lob für die Berliner. „Das ist eine sehr, sehr gute Mannschaft. Die werden aufsteigen“, sagte der Weltmeister von 1990. Bayers Nationalspieler Jonathan Tah ärgerte sich über das „blöde Gegentor“, war aber dennoch zufrieden: „Die Tormaschine läuft langsam bei uns. Wir sind endlich eiskalt vor dem Tor, das bringt uns weiter.“

Beide Trainer hatten echte Pokal-Teams aufgeboten. Bayer-Coach Heiko Herrlich veränderte seine Startelf gegenüber Mönchengladbach auf sechs Positionen. Kollege Jens Keller bot sogar neun andere Spieler auf als beim 3:1 gegen Fürth. Lediglich Rechtsverteidiger Christopher Trimmel und Außenstürmer Simon Hedlund blieben im Team. „Wir haben keine B-Elf. Und das Spiel gegen Fürth hat unheimlich viel Kraft gekostet“, rechtfertigte Keller die Maßnahme.

Die Partie begann mit fünfminütiger Verspätung, da Union im Stau steckte und zu spät ankam. Doch die von ihren rund 3000 Fans lautstark angefeuerten und mit einer mutigen 4-3-3-Formation angetretenen Gäste waren direkt im Spiel, versuchten den Offensivwirbel der Leverkusener nach deren berauschender 2. Halbzeit in Gladbach schon im Ansatz zu ersticken.

Das hinterließ zunächst Eindruck beim Favoriten, der sich mit zunehmender Spieldauer aber mehr und mehr befreite. Vor allem Admir Mehmedi sorgte immer wieder für Gefahr, vergab aber beste Chancen (9./22.). Danach rettete immer wieder der überragende Daniel Mesenhöler, der bei Union nur im Pokal im Tor stehen darf, die Gäste. Nur gegen den Außenrist-Schuss Brandts, der bereits dem Spiel in Gladbach nach seiner Einwechslung die entscheidende Wende gegeben hatte, war er machtlos.

Dass die Bayer-Führung zur Pause zu knapp ausgefallen war, rächte sich sofort danach: 43 Sekunden nach Wiederbeginn traf Daube per Flachschuss gegen die nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Abwehrchef Sven Bender noch unsortierte Bayer-Abwehr. Das war zunächst ein Wirkungstreffer für Leverkusen, das zehn Minuten brauchte, um sich zu berappeln. Doch dann schlug Alario zu, als er einen Querschläger per Kopf nutzte. Damit hat der Argentinier wettbewerbsübergreifend in all seinen drei Heimspielen getroffen.

Doch der erneute Rückstand entmutigte Union nicht - im Gegenteil. Die Berliner spielten nun nach vorne, wechselten offensiv und riskierten alles. Damir Kreilach traf einem Freistoß aber nur die Latte (66.). Erst in der Schlussphase wurde das Spiel entschieden.

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