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| 14:57 Uhr

„Er war fantastisch“
Leon Bailey lobt Bayern-Keeper Sven Ulreich nach Pokal-Aus

Leverkusen. Leon Bailey von Bayer 04 Leverkusen war nach dem DFB-Pokal-Halbfinale voll des Lobes für Bayern-Keeper Sven Ulreich. Trotz der deutlichen 2:6-Niederlage seines Teams glaubt er nicht an einen mentalen Knacks vor den kommenden Schlüsselspielen in der Bundesliga.

Leon Bailey von Bayer 04 Leverkusen war nach dem DFB-Pokal-Halbfinale voll des Lobes für Bayern-Keeper Sven Ulreich. Trotz der deutlichen 2:6-Niederlage seines Teams glaubt er nicht an einen mentalen Knacks vor den kommenden Schlüsselspielen in der Bundesliga.

Die Freude von Leon Bailey fiel verhaltener aus als üblich. Als der Jamaikaner in der 72. Minute einen Freistoß über die Münchner Mauer zielgenau neben dem rechten Pfosten platzierte, bekreuzigte sich der 20-Jährige schnell, küsste seine rechte Hand und streckte seine Zeigefinger gen Himmel. Es war das 2:5 aus Sicht der Leverkusener gegen den Rekordpokalsieger – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Für den Shootingstar dieser Bundesliga-Saison begann der Pokal-Abend allerdings mit einer Enttäuschung. Hatte der im Januar 2017 aus Genk unters Bayer-Kreuz gewechselte Flügelstürmer seit dem 6. Spieltag bis auf wenige Ausnahmen immer zur Startformation der Werkself gehört, musste er sich ausgerechnet im "Spiel des Jahres" zunächst mit einem Bankplatz begnügen. Karim Bellarabi, der zuletzt als Joker überzeugte, durfte für den in den vergangenen Partien formschwachen Jamaikaner starten.

Als Bayer-Coach Heiko Herrlich beim Stand von 1:2 zur Pause dann aber noch mehr für die Offensive tun wollte, wechselte er Bailey für Verteidiger Panagiotis Retsos ein. Auf der linken Position vor dem nun als Dreierkette agierenden Defensivverbund der Leverkusener war es nun Baileys Aufgabe, sowohl für offensive Akzente zu sorgen als auch nach hinten zu arbeiten. Eine Krux, für die am späten Mittwochabend kein Spieler der Heimmannschaft die richtige Balance fand.

Nach der höchsten je im Pokal erlittenen Niederlage von Bayer 04 zeigte sich der Jamaikaner nach dem Abpfiff gefasst. Er denke nicht, dass die Werkself lange an dem Aus im Halbfinale zu knabbern habe. Probleme, jetzt wieder in den Bundesliga-Modus zu schalten, gebe es keine, versicherte er. "Wir sind Profis. Das ist unser Job", sagte der Jamaikaner vor dem Duell mit dem BVB in Dortmund am Samstag (18.30 Uhr).

Obwohl am Ende alle Leverkusener Mühen vergeblich waren, habe der 20-Jährige kein schlechtes Spiel seiner Mannschaft gesehen. "Die Chancen waren da, die Partie auszugleichen", betonte Bailey mit Blick auf die Doppelchance von Kevin Volland und Karim Bellarabi kurz nach dem Seitenwechsel. Den Unterschied hätten auch die Paraden des Gäste-Keepers ausgemacht. "Ich muss ihrem Torhüter großen Respekt zollen: Er war fantastisch", lobte Bailey Sven Ulreich für dessen Flugeinlagen. "Hätten wir das Spiel ausgeglichen, wäre die Partie vielleicht anders verlaufen."

Die Werkself, die auch nach Schlusspfiff von ihren Zuschauern mit Beifall bedacht wurde, könne sich nicht vorwerfen lassen, nicht alles gegen den Rekordpokalsieger probiert zu haben. "Wir haben hart gearbeitet, füreinander gekämpft und uns Chancen erspielt. Es war ein Schritt nach vorne", sah Bailey im Vergleich zur 1:3-Niederlage gegen den FCB im Januar eine Entwicklung im Team. Die Bayern würden aber nun mal "zu den zwei besten Mannschaften der Welt" gehören. Bailey: "Manchmal ist Fußball so. Das muss man akzeptieren und es wieder von vorne versuchen. Es ist hart, aber das muss man als Profi."