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Am Gründonnerstag steigt in Herzberg das "Spiel des Jahres"

Herzberg. Für viele Fußballfans im Altkreis Herzberg ist es das Spiel des Jahres. Das Derby zwischen dem VfB Herzberg 68 und dem TSV 1878 Schlieben mobilisiert die Massen. Wenngleich die Zuschauerzahl am Donnerstag nicht die vom Pokalhalbfinale des Vorjahres in Schlieben mit 850 Besuchern erreichen wird, werden zu diesem besonderen Duell deutlich mehr Fans als üblich den Werner-Seelenbinder-Sportplatz aufsuchen. S. Zieler

Trotz arbeitnehmerunfreundlicher Anstoßzeit um 17 Uhr werden Anhänger auf beiden Seiten früher als gewohnt in das lange Osterwochenende gehen, um sich pünktlich zum Anstoß einzufinden. Viele erinnern sich noch bestens an die umkämpften Duelle in den neunziger Jahren, als sich beide Teams in der Landesklasse Mitte trafen, im Wettstreit mit vielen Teams aus dem Berliner Speckgürtel.

Danach trennten sich die Wege. Für die einen ging es nach oben, für die anderen nach unten und mit dem Schliebener Aufstieg im vergangenen Jahr steht man sich nun wieder in der Landesklasse gegenüber. In den letzten beiden Duellen im Pokal und in der Liga konnte der VfB den Sieg einfahren. Aufgrund der Tabellensituation geht aber nun Schlieben als Favorit ins Spiel. Nach Startschwierigkeiten fand sich der TSV in der Liga immer besser zurecht und nimmt aktuell einen tollen 4. Platz ein. Dort würde sich auch der VfB gerne sehen, findet bisher aber nicht zur Konstanz und liegt nur auf Rang 13.

Johannes Petzold ist der Youngster im VfB-Team und hat sich als wichtige Stütze etabliert. Der 19-Jährige spielt seine zweite Saison im Männerbereich und konnte sich im Pokalduell als einer der beiden Torschützen auszeichnen. Genau wie seine Mitspieler ist er voller Vorfreude auf das Duell gegen einige Bekannte und hofft, dass er es pünktlich schafft. Denn schließlich hat er aufgrund seiner auswärtigen Ausbildungsstätte eine längere Anreise. "Wir müssen an die Leistung aus dem Lübben-Spiel anknüpfen. Ich denke, das Team mit der besseren Tagesform wird gewinnen. Es wird ein enges Match, am Ende entscheidet vielleicht sogar das Glück".

Ähnlich sieht es auch VfB-Kapitän Marco Preuss, der die letzten Leistungen der Kreisstädter nicht so schlecht gesehen hat, wie es die Ergebnisse teilweise ausdrücken. Trotzdem sieht er den VfB aufgrund der Tabellenposition als Außenseiter in das Spiel gehen. "Ich freue mich auf die Atmosphäre und hoffe auf eine tolle Stimmung. Das ist doch auch für uns Spieler immer was ganz Besonderes." Weniger emotional sieht Vorstandsmitglied Stefan Krüger das anstehende Duell. Er selbst war in den 90ern als Aktiver dabei, bei "den richtigen Derbys", wie er sagt. "Heute sehe ich es eher als ein Nachbarschaftsduell. Die letzten Spiele waren sehr fair. So soll es sein." Mit der richtigen Einstellung sieht er die Elf nicht chancenlos.