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Kein Zugang zu Fußballspielen
Ajatollah: Stadionverbot für Frauen in Iran bleibt

Sie müssen draußen bleiben: Frauen ist im Iran der Zugang zu Fußballstadien untersagt. Foto (2006): Abedin Taherkenareh Foto: epa Abedin Taherkenareh
Sie müssen draußen bleiben: Frauen ist im Iran der Zugang zu Fußballstadien untersagt. Foto (2006): Abedin Taherkenareh Foto: epa Abedin Taherkenareh FOTO: epa Abedin Taherkenareh
Teheran. Ein einflussreicher iranischer Ajatollah hat eine Aufhebung des Stadionverbots für Frauen ausgeschlossen und ein Ende der Diskussion darüber gefordert. dpa

„Dieses Thema wird immer wieder von der Regierung angesprochen, aber der Klerus und die Führung im Land sind dagegen“, sagte Ajatollah Makarem Schirasi laut Nachrichtenagentur ISNA.

Das Land habe laut Schirasi weitaus wichtigere Probleme, als Frauen in Stadien zu lassen oder nicht. „Die Regierung sollte sich lieber um die Inflation und Arbeitslosigkeit kümmern als um dieses Stadionverbot“, forderte der Ajatollah in Richtung von Präsident Hassan Ruhani.

In Iran hatte der Klerus nach der islamischen Revolution von 1979 Frauen den Zugang zu Fußballstadien verboten. Frauen hätten in Stadien - besonders im Asadi-Fußballstadion - mit frenetischen männlichen Fans und deren vulgären Anfeuerungen nichts zu suchen. Islamistische Gruppen warnten sogar, Frauen notfalls mit Gewalt den Besuch von Stadien zu verwehren.

Nicht nur die Mehrheit der Frauen im Iran ist gegen das Verbot, sondern auch zahlreiche prominente Sportler im Land. Die moderate Regierung von Präsident Ruhani versucht seit Jahren, für das Problem einen geeigneten Weg zu finden - etwa eine Tribüne nur für Familien. Aber auch Ruhani konnte sich bisher gegen den einflussreichen Klerus nicht durchsetzen.

Nachrichtenagentur ISNA, Persisch